"Siemens Österreich an die kurze Leine? Blödsinn!"

11. Juni 2010, 15:17
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Porr-Chef Hesoun wird als Ederer-Nachfolger gehandelt

Wegen ihrer Fachkenntnis sei Österreich-Chefin Ederer in die Münchner Zentrale gerufen worden, wegen nichts anderem, sagt Siemens-Boss Peter Löscher. Als Nachfolger wird indes Porr-Chef Josef Hesoun gehandelt.

Wien – Wenn Siemens ruft, kommen alle angetanzt. Vom Bundespräsidenten abwärts war die hohe Politik am Freitag bei der Eröffnung der Siemens City in Wien-Floridsdorf fast vollzählig vertreten. Bundeskanzler Werner Faymann ließ sich entschuldigen; ein kurzfristiges Treffen mit dem ungarischen Premier Viktor Orbán war dazwischengekommen. Dafür gaben sich das Who's who der heimischen Wirtschaft inklusive den Spitzen der Sozialpartnerschaft unter dem Dach von Siemens ein Stelldichein. Die Frage, die alle bewegte: Wer folgt Ederer an der Spitze von Siemens Österreich nach?

Löscher, selbst Kärntner und seit Juli 2007 an der Spitze des Siemens-Konzerns, verwies auf die Gremien, die noch tagen müssten: "Noch ist es zu früh, die Entscheidung ist noch nicht gefallen." Vermutungen, wonach Siemens Österreich mit dem Wechsel von Ederer in den Konzernvorstand von Siemens nach München an die kurze Leine genommen werden soll, bezeichnete Löscher als "vollkommenen Blödsinn."

Nachfolge-Gerüchte

Unterdessen verdichten sich Hinweise, wonach der Nachfolger von Ederer aus dem Porr-Tower in Wien-Favoriten kommen könnte. Sein Name: Josef Hesoun. Der 50-Jährige hat vor drei Jahren Horst Pöchhacker an der Spitze von Österreichs zweitgrößtem Baukonzern abgelöst, bei dem er seit 1987 beschäftigt ist.

Dem Vernehmen nach wurmt Hesoun das stärkere Gewicht der türkischen Renaissance-Group bei Porr. Durch den Kauf der bisher von Vienna Insurance gehaltenen Aktien kommt Renaissance auf 19,4 statt bisher 9,2 Prozent.

Aber nicht nur das spricht laut Insidern für einen Wechsel Hesouns vom Porr-Tower in die Siemens City nach Wien-Floridsdorf. Er war schon einmal für den Siemens-Konzern tätig – vor seiner Porr-Zeit, fünf Jahre in Deutschland.

Die Entscheidung über Ederers Nachfolge fällt spätestens nächsten Mittwoch. Da tagt der Aufsichtsrat von Siemens Österreich. (Claudia Ruff, Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12./13.6.2010)

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    foto: siemens
  • Bei der Planung und Realisierung der "Siemens City" wurden vom Architekturbüro 
Soyka/Silber/Soyka und dem Bauherrn Siemens Real Estate auf ökologische 
Grundsätze Bedacht genommen. Das Gebäude ist mit 200 Quadratmeter 
Sonnenkollektoren ausgestattet. Siemens nimmt mit dem Gebäude am "Green 
Building"-Programm der EU teil. Der Energieverbrauch der Siemens City 
liegt mindestens 25 Prozent unter dem Wert vergleichbarer Gebäude.
    foto: siemens

    Bei der Planung und Realisierung der "Siemens City" wurden vom Architekturbüro Soyka/Silber/Soyka und dem Bauherrn Siemens Real Estate auf ökologische Grundsätze Bedacht genommen. Das Gebäude ist mit 200 Quadratmeter Sonnenkollektoren ausgestattet. Siemens nimmt mit dem Gebäude am "Green Building"-Programm der EU teil. Der Energieverbrauch der Siemens City liegt mindestens 25 Prozent unter dem Wert vergleichbarer Gebäude.

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    Brigitte Ederer, Peter Löscher: Bekenntnisse zum Standort Österreich.

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