Hochschuldialog wird im Parlament weitergeführt

11. Juni 2010, 14:48
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Der "Dialog Hochschulpartnerschaft" wird Ende Juni offiziell abgeschlossen - Wichtige Partner haben sich schon vorzeitig davon verabschiedet

Ein neues hochschulpolitisches Gesamtkonzept war das erklärte Ziel des seit November letzten Jahres gestarteten Dialogs Hochschulpartnerschaft. Die von Exwissenschaftsminister Johannes Hahn eingerichtete Plattform galt als Lösungsvorschlag für die vorangegangen österreichweiten Studierendenproteste. Doch mit Fortschreiten des Dialogs kamen wesentliche Teilnehmer abhanden.

Schon im März stiegen die Rektoren aus. "Als eine Frage der Selbstachtung" bezeichnete dies Gerald Bast, der Vizepräsident der Universitätskonferenz (Uniko) und Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien. Ihnen folgten die Vertreter des FPÖ-Parlamentsklubs. Im Mai verabschiedeten sich die österreichische Hochschülerschaft (ÖH), die Fachschaftslisten und der Verband sozialistischer Studierender Österreichs (VSStÖ) sowie die studentische Protestbewegung vom Dialog mit der Begründung, dass der Dialog zu einem Scheindialog geworden sei.

Dennoch wurde am Fahrplan des Hochschuldialogs festgehalten. In fünf Arbeitsgruppen wurde und wird mit den verbliebenen Experten, Betroffenen und Interessenverbänden über "Studienwahl & Hochschulzugang" , "Ressourcen & Finanzierung" , den gesellschaftlichen Auftrag, eine koordinierte Entwicklung und "Bologna & die Studienstruktur" diskutiert.

Dialog in Schlussphase

Eine breite Übereinstimmung bei Bildung, Wissenschaft und Forschung sei notwendig, damit die Lehr- und Forschungsbedingungen an Österreichs Hochschulen nachhaltig verbessert werden können, so das Wissenschaftsministerium. Zum Dialog eingeladen wurden daher neben Rektoren und Studierendenvertretern auch Interessenverbände sowie Vertreter der Parlamentsklubs.

"Je breiter der Konsens, desto mehr Gewicht hat er in der politischen Diskussion" , so Wissenschaftsministerin Beatrix Karl, die zwar keine Verbindlichkeit der Ergebnisse zusagen kann, wohl aber die erarbeiteten Empfehlungen "ernst nehmen" wird. Dafür wurde ein Unterausschuss im Wissenschaftsausschuss geschaffen. Bei insgesamt fünf geplanten Treffen sollen die Ergebnisse der Arbeitsgruppen diskutiert werden.

Insgesamt sechsmal hat sich jede der fünf Arbeitsgruppen getroffen, Montag und Dienstag nächster Woche werden die abschließenden Meetings der Gruppen Bologna & Studienstruktur sowie Hochschulzugang & Finanzierung stattfinden. Am 30. Juni soll der Dialog offiziell abgeschlossen werden.

Die Meetings können via Livestream auf der Homepage www. dialog-hochschulpartnerschaft.at mitverfolgt werden. Vorab können sich Interessierte am Dialog über das Internetforum einbringen. Spätestens im Herbst 2010 sollen im Rahmen eines zweiten Plenums die Empfehlungen des Dialogs präsentiert werden. (Gudrun Ostermann, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.6.2010)

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