Das Kuratorium für Journalistenausbildung hat - mit geringer Stichprobe - ermittelt, was Journalisten und PR-Beauftragte vom Web 2.0 halten
Skeptisch, aber aktiv sind Journalisten im Web 2.0, teilt das Kuratorium für Journalistenausbildung mit. Skeptisch macht aber in erster Linie das Ergebnis der Studie, auf das sich diese Aussage bezieht. "74 Prozent schreiben beruflich ein Weblog", heißt es. Das scheint doch eine absurd hohe Zahl zu sein. Vergleichsweise niedrig ist denn auch die Zahl der Befragten: Nur 93 Journalisten und PR-Tätige haben einen Fragebogen beantwortet. Davon sind 38,7 Prozent aus dem Print-, 36,6 aus dem PR-Bereich und 17,2 Prozent Onliner.
Und wie stehen die 93 Befragten zum Web 2.0? Mehr als 85 Prozent davon gaben an, einen Account bei sozialen Netzwerken zu haben. Kommentare oder Postings verfassen 60 Prozent. Beliebte Plattformen sind YouTube (74 Prozent), Facebook (72 Prozent) und Xing (59 Prozent). RSS-Feeds nutzen 34 Prozent. Auch wenn man viele Journalisten auf Twitter antrifft, gaben nur 33 Prozent in der Studie an, den Microblogging-Dienst zu nützen.
Von den 93 nützen 56 Prozent täglich oder mehrmals pro Woche Web 2.0-basierte Informationsangebote für die Recherche. Nie recherchieren 14 Prozent im sozialen Netz.
Kritisch stehen die Befragten der Vertrauenswürdigkeit der Informationen im sozialen Netz gegenüber. 16,1 Prozent sehen die "fragliche Vertrauenswürdigkeit von Quellen" als Problem, ebensoviele "fragwürdige Informationen". 11,8 Prozent vermuten Qualitätsverlust oder qualitativ minderwertigen Journalismus beziehungsweise Laienjournalismus. Nur 2,2 Prozent sehen keine Herausforderungen und Probleme.
Welche beruflichen Chancen bietet das Web 2.0 den Befragten? 21,5 Prozent sehen keine oder wenige Chancen. 17 Prozent schützen "schnelle oder aktuelle Information". Die Stärke des sozialen Netzes, die Feedbackmöglichkeit, ist nur für 12,9 Prozent eine Chance. Welch ein Irrtum.