Sauberkeit von Österreichs Badeseen leicht verbessert

11. Juni 2010, 13:48
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Sieben Gewässer verfehlten wegen Überflutungen EU-Mindestvorgaben und sind auf "roter Liste"

Brüssel - Die Sauberkeit der österreichischen Badeseen und Flussbäder hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas verbessert. Nach dem am Donnerstag von der EU-Kommission vorgelegten jährlichen Bericht zur Qualität der Badegewässer in Europa erreichten 2009 261 (97,0 Prozent) von 268 untersuchten Badeseen die hygienischen EU-Mindestvorgaben, 200 (74,6 Prozent) sogar die strengeren freiwilligen Leitwerte. In der gesamten EU verschlechterte sich die Qualität gegenüber dem Vorjahr: 95,6 Prozent der Küstengebiete und 89,4 Prozent der Binnengewässer erfüllten die Mindeststandards.

Ein Jahr zuvor hatten in Österreich noch 71,6 Prozent die strengeren EU-Leitwerte und 97,4 Prozent die verpflichtenden EU-Mindestvorgaben erfüllt. Wie auch im vergangenen Jahr gibt es die "rote Karte" für sieben Badeplätze in Österreich. Die höheren Messwerte seien auf starke Regenfälle und Überflutungen zurückzuführen, heißt es in dem Bericht der EU-Kommission.

Wie bereits im Vorjahr verfehlten auch heuer wieder das Langenloiser Flussbad am Kamp und die Donau bei Weißenkirchen (NÖ) die EU-Vorgaben. Neu in die "rote Liste" aufgenommen wurden der Heratingersee in Ibm und der Klaffer Badesee (OÖ), der Stausee Burg in Hannersdorf (Burgenland), der Furtnerteich in Mariahof und der Sulmsee in Tillmitsch (Steiermark).

Lettland schneidet besonders schlecht ab

Die größten Abweichungen von den verpflichtenden EU-Sauberkeitsstandards wiesen Lettland, Polen und Belgien auf. In Lettland entsprachen 45 Prozent der untersuchten Binnengewässer nicht den EU-Mindeststandards. In Polen erfüllten 14,2 Prozent nicht die Vorgaben und in Belgien verfehlten 13,1 Prozent die verpflichtenden Standards.

Die Küsten sind nach dem Bericht der EU-Kommission am saubersten in Slowenien, wo 100 Prozent im Einklang mit den strengeren Leitwerten waren. Besonders hoch ist die Qualität der Küstengewässer auch in Griechenland, wo 99,8 Prozent die strengen EU-Werte erfüllten. Allerdings wurden in Griechenland insgesamt 830 unvollständig untersuchte Gewässer in dem Bericht nicht berücksichtigt. Auch in Zypern erfüllten 99,1 Prozent der Küsten die strengsten Vorgaben.

"Durch die Rechtsvorschriften der EU und der Mitgliedstaaten hat sich die Qualität der Badegewässer in der EU in den letzten 30 Jahren erheblich verbessert, aber unsere Arbeit ist noch nicht abgeschlossen", erklärte EU-Umweltkommissar Janez Potocnik. "Trotz der jahrzehntelangen hohen Qualität der Badegewässer müssen wir uns weiterhin bemühen, das Erreichte zu erhalten und zu verbessern." In den meisten Fällen sei schlechtes Abwasser-Management Ursache für die Verunreinigungen. Gegen zwölf EU-Staaten habe die EU-Kommission deshalb Verstoßverfahren eingeleitet. (APA)

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