Türkischer Agentenfilm greift Gaza-Zwischenfall auf

11. Juni 2010, 13:21
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"Polat Alemdar" wieder im Einsatz - Filmreihe sorgte schon mehrfach für politischen Zwist

Istanbul - Die türkische Film- und Fernsehreihe "Tal der Wölfe" wird sich laut Medienberichten mit dem jüngsten israelischen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte befassen. Ein geplanter Kinofilm um den fiktiven türkischen Agenten Polat Alemdar und den Palästinenser-Konflikt werde mit einer Sequenz zu den Gaza-Schiffen angereichert, berichteten türkische Medien am Freitag.

Polat Alemdar werde die neun Todesopfer des israelischen Angriffs auf das türkische Schiff "Mavi Marmara" auf der Leinwand "rächen", hieß es in den Vorberichten zu dem neuen Film, der an der türkischen Grenze zu Syrien gedreht werden soll. Der Streifen "Tal der Wölfe - Palästina" soll nach Mitteilung der Produktionsfirma Pana Film im November in die türkischen Kinos kommen. Der israelische Angriff auf die "Mavi Marmara" und die grundsätzliche Weigerung der israelischen Regierung, Lieferungen für die Palästinenser unkontrolliert in den abgeriegelten Gaza-Streifen gelangen zu lassen, sorgt in der Türkei mit ihrer überwiegend muslimischen Bevölkerung für heftige Proteste gegen Israel.

"Tal der Wölfe" ist bereits mehrmals wegen stark nationalistischer Tendenzen sowie anti-amerikanischer oder anti-israelischer Propaganda in die Kritik geraten. Im Jänner hatte Israel scharf gegen Szenen in der Fernsehserie "Tal der Wölfe" protestiert, in denen Israelis als brutale Killer dargestellt wurden. Der türkische Botschafter in Tel Aviv wurde damals von israelischen Außenamtsbeamten vor laufender Kamera brüskiert, was zu einer Krise zwischen der Türkei und Israel führte. Ein "Wölfe"-Film über den Irak hatte vor vier Jahren für Furore gesorgt, weil darin US-Soldaten als blutrünstige Kriegsverbrecher hingestellt wurden. (APA)

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