Vom Stall auf den Teller

11. Juni 2010, 13:19
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Sicher essen dank Rückverfolgung von Nutztieren

Brüssel - In den 90ern haben BSE und andere Tierkrankheiten das Vertrauen von Verbrauchern in Lebensmittel stark geschwächt und gleichermaßen die Industrie verunsichert. Seitdem hat die Europäische Union viel getan, um die Gesundheit von Nutztieren wieder zu gewährleisten und so die Nahrungsmittelsicherheit zu stärken.

Rückverfolgungssysteme erlauben es, den gesamten Lebenszyklus eines Tieres oder eines Nahrungsmittels zu verfolgen - vom Moment der Geburt oder der Produktion an, bis auf den Teller der Verbraucher. "From farm to fork - vom Stall auf den Teller" ist hier das Stichwort. Die Themen "Identifizierung und Rückverfolgbarkeit" stehen im Mittelpunkt der diesjährigen EU-Veterinärwoche, die vom 14. bis zum 20. Juni in Brüssel stattfindet. Den Auftakt bildet eine zweitätige Konferenz über Identifizierung und Nachverfolgung der Nahrungskette.

Dazu John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik: "Heutzutage ist es für uns selbstverständlich, dass wir die ganze Geschichte jedes Stücks Fleisch kennen oder jedes einzelne Schaf in der EU und jedes Nahrungsmittel über die komplette Lebensmittelkette zurückverfolgen können. Das war früher anders. Es hat Jahre gedauert, einen stabilen und umfassenden Gesetzesrahmen und die nötigen Werkzeuge zu entwickeln, die die Sicherheit unserer Nahrungsmittelkette verbessern." Er fügt hinzu: "Die diesjährige EU-Veterinärwoche würdigt diese Entwicklung, das Hauptaugenmerk liegt auf der Rückverfolgbarkeit."

Herausforderungen und Vorteile

Tiere und Tierprodukte über 27 Mitgliedsstaaten zurückzuverfolgen, erfordert ein ausgeklügeltes System. Verbraucher sind sich der Wichtigkeit und der Vorteile dieses Prozederes meist gar nicht bewusst, die Industrie empfindet die Regeln der Rückverfolgung manchmal sogar als lästig.

Die Erfahrung zeigt: Das Rückverfolgen ist die beste Möglichkeit, einen hohen Standard an Nahrungsmittelsicherheit und Hygiene zu gewährleisten. Das heißt es limitiert die Risiken von Tierkrankheiten wie BSE, Maul- und Klauenseuche sowie Schweineinfluenza und hilft gleichzeitig dabei, bei eventuellem Auftreten dieser Krankheiten den Ursprungsherd schnell zu entdecken und schnell zu handeln.

Hinzu kommt: Rückverfolgen sichert die Qualität und den Geschmack des Essens, da so beispielsweise die Herkunft einer regionalen Spezialität gewährleistet wird. Der Verbraucher weiß, dass sein Schafskäse echter Schafskäse aus Griechenland ist, sein Iberico Schinken aus Spanien, Irisches Rindfleisch aus Irland und der Parmesankäse aus Italien kommt. Rückverfolgung bedeutet auch, dass Bioprodukte tatsächlich aus biologischen Anbaugebieten stammen.

Auftaktkonferenz "Rückverfolgung"

Hauptzweck der Auftaktkonferenz "Rückverfolgung" am 14. und 15. Juni: die Vorteile von Identifizierung und Rückverfolgbarkeit hervorzuheben. Dazu gehören unter anderem die Themen: Tiergesundheit, Zoonosen, Vorbeugung und Kontrolle von Tierkrankheiten, Lebensmittelsicherheit und -qualität, Kennzeichnung, Verbrauchervertrauen, Tierschutz und Krisenmanagement.

Erwartet werden circa 400 Teilnehmer, darunter viele Abgeordnete der EU-Mitgliedsstaaten: Chefveterinäre, Mitglieder des Europäischen Parlaments, Abgeordnete der Veterinär- und Ärztekammern, tierärztlichen Hochschulfakultäten und Vertreter von Bauernverbänden. (red)

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