"Rückgang zwingt uns, über die Ursachen dieses Phänomens nachzudenken und alternative Strategien zur Geldsammlung zu finden"
Rom - Auch im katholischen Italien sinken die Beiträge für
die Kirche stark. Laut einem Dokument der italienischen
Bischofskonferenz CEI ist die Zahl jener Steuerzahler, die ihre
Solidaritätssteuer der katholischen Kirche gewidmet haben, von 89,82
Prozent im Jahr 2005 auf 85,01 Prozent im Jahr 2007 gesunken. Unter
dem Druck der Missbrauchsskandale dürfte dieser Prozentsatz weiter
schrumpfen. "Wir stellen mit Sorge das zweite Jahr in Folge einen
Rückgang in der Zahl der Steuerzahler fest, die der katholischen
Kirche den Solidaritätsbeitrag zahlen", schrieb der Generalsekretär
der italienischen Bischofskonferenz CEI, Bischof Mariano Crociata.
Die Bischofskonferenz rechnet in den nächsten Jahren mit einem
Einnahmenrückgang durch die Wirtschaftskrise. Daher müsse man mit der
Verwaltung der Ressourcen besonders umsichtig umgehen, mahnte
Crociata.
Ein wunder Punkt ist für die italienischen Bischöfe auch der
klare
Rückgang bei den freiwilligen Beiträgen für die Unterstützung des
Klerus. Hier gingen die Beiträge um 9,9 Prozent zurück. 2009 wurden
14,9 Millionen Euro gesammelt, im Vorjahr waren es noch 16,5
Millionen Euro gewesen. "Dieser Rückgang zwingt uns, über die
Ursachen dieses Phänomens nachzudenken und alternative Strategien zur
Geldsammlung zu finden. Im Herbst plant die CEI eine Kampagne, um
unter den Gläubigen Beiträge für die Priester zu sammeln.
Jeder italienische Steuerzahler kann durch eine Unterschrift
oder
ein Kreuz auf seinem Steuerformular bestimmen, wer die acht
Tausendstel der jeweiligen Steuerschuld erhält - die Kirche oder der
Staat für soziale, humanitäre oder kulturelle Zwecke. Der fällige
Beitrag muss nicht zusätzlich gezahlt werden. Jeder Steuerzahler kann
einen Bruchteil seiner Steuerschuld der Kirche widmen. Ein
Kirchenaustritt bringt für niemanden eine finanzielle Einsparung.
Diese Teilwidmung ist keine eigenständige und unabhängige, sondern
eine staatliche Kirchenfinanzierung. Ob man Kirchenmitglied ist oder
nicht, bleibt unberücksichtigt. (APA)