Bürgertum unter grüner Führung

14. Juni 2010, 08:41
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    Das Theater in der Josefstadt: Kulturelles Zentrum des bürgerlichen Bezirks.

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    Aktueller und gerade abgesägter Bezirksvorsteher Heribert Rahdjian.

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    Das Ergebnis bei der Gemeinderatswahl 2005: Die SPÖ gewann knapp vor ÖVP und Grünen mit dem Bürgermeisterbonus. Quelle: www.wien.gv.at

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    Bei der Bezirksvertretungswahl 2005 gewannen die Grünen vor der Kooperation zwischen ÖVP und Bürgerforum und der SPÖ. Quelle: www.wien.gv.at

In der Josefstadt hat 2005 erstmals ein Grüner die VP-Mehrheit abgelöst - Nun entwickelt sich der Bezirk zum Zankapfel

Es ist ihr zweiter Bezirk, und schon kommt die Krise. Die Grünen stellen neben in Neubau nur noch in der Josefstadt, dem achten Wiener Gemeindebezirk, den Bezirksvorsteher. Jetzt haben sie ihn selbst abgesägt: Die Funktionäre haben Heribert Rahdjian dieser Tage abgewählt und an seiner statt - vier Monate vor der Wien-Wahl - den unbekannten Alexander Spritzendorfer installiert.

Dabei hatte Rahdjian es 2005 geschafft, die bürgerliche Mehrheit umzudrehen und die ÖVP auf den zweiten Platz zu verweisen. Bis dahin war die Josefstadt einer der Stammbezirke der Volkspartei gewesen, seit 1945 stellt die Volkspartei dort den Bezirksvorsteher: der flächenkleinste Bezirk ist geradezu Symbol für das urbane und gutbürgerliche Wien. 

Zuzug von Beamten und Studenten

Forciert hatte das die Wiener Baukultur: Ende des 19. Jahrhunderts wurden große, leer stehende Areale verbaut. Es entstanden unter anderem das Landesgericht, das Parlament, der Justizpalast, die Universität und das Rathausviertel. Angehörige der Mittelschicht zogen in die Innenstadt und siedelten sich im achten, der direkt an den ersten Bezirk anschließt, an. Vor allem Beamte und Studenten wurden hier sesshaft. Die meisten Bürgermeister Wiens stammten aus der Josefstadt, Bundespräsident Heinz Fischer ist dort beheimatet.

Politisch heftig umkämpfter Bezirk

In dem Wissen, dass sie den Bezirk an die Grünen verlieren könnten, ging die ÖVP 2005 eine Kooperation mit dem Bürgerforum unter dem Namen PRO Josefstadt ein. Genutzt hat es wenig, die Grünen verwiesen sie bei der bisher letzten Wahl vor fünf Jahren mit einem dünnen Abstand von drei Prozent auf den zweiten Platz. Nun könnten sie sich selbst um einen erneuten Vorsitz aus dem Rennen genommen haben. Denn der zwischen dem Wiener Gürtel und der sogenannten Zweierlinie gelegene Bezirk ist von den Parteien heftig umkämpft, aus zweierlei Gründen: Die SPÖ will den seit Jahren in bürgerlichen Händen befindlichen Bezirk erobern, um die Volkspartei hart zu treffen. Die ÖVP will die Josefstadt wieder zurück, weil der konservative Bezirk bisher das gallische Dorf inmitten des roten Wiens war. 

Für die Wahl im Oktober schicken die beiden Parteien also lokale Schwergewichte ins Rennen. Die ÖVP startet mit der 31-jährigen Veronika Mickel ins Rennen, hauptberuflich im Kabinett von Finanzminister und VP-Chef Josef Pröll beschäftigt. Und die SPÖ bietet mit Raphael Sternfeld (32), der zur eingeschworenen Elitegruppe rund um Laura Rudas gehört, ebenfalls einen Shootingstar auf. Die FPÖ hat in der Josefstadt traditionell wenig zu melden, für sie kandidiert Birgit Ossberger.

Parkplatz- und Freiraummangel als Hauptprobleme

Parkplatz- und Freiraummangel gelten als die Problempunkte des am dichtesten besiedelten Bezirks in Wien. Auf 8547 Autos kommen lediglich 5770 Parkplätze. Dafür hätten die Grünen zuviele Fahrradbügel aufgestellt, kreiden ÖVP und SPÖ an.

Momentan leben 24.000 Menschen auf 108 Hektar Land. Die Lebenserwartung liegt bei 81 Jahren. Im Wien Durchschnitt gemessen leben viele Kinder und junge Erwachsene in der Josefstadt - auch wegen der hohen Anzahl an Studenten. Die nebenbei außerdem zu einer hohen Anzahl an Studentenheimen führt, wie etwa das Haus Vindobona oder das Pfeilheim. Seit die Hauptbibliothek von der Laudongasse auf den Urban-Loritz-Platz im siebenten Bezirk verlegt wurde, ist der achte neben dem ersten der einzige in Wien ohne Büchereifiliale.

Ein wichtiger Punkt ist die bürgerliche Traditionsbühne, das Theater in der Josefstadt, in dem gerade "Moser" von Franzobel aufgeführt wird. Außerdem das älteste englische Theater Wiens, Viennas English Theatre. Bekannt ist auch das 1706 erbaute Palais Auersperg. (nik, derStandard.at, 14.6.2010)

Infos zum Bezirk:

Bezirksvertretung (Mandate): Grüne 14, PRO 12, SPÖ 12, FPÖ 2

Wahlberechtigte bei der Gemeinderatswahl 2005: 16.567

Bezirksvorsteher: Heribert Rahdjian (Grüne)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 167
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SebastianS86
10
obwohl grüne den bezirkvorstehen...

... ist er mir ein bisserl zu wenig grün. vorallem alles rund um die lerchenfelderstraße... bisserl mehr bäume und kleingärtchen wären wirklich schön...

Albert Ottenbacher
00
25.6.2010, 08:36
"Neustart" 2011

Der "Neustart" 2011 findet nicht statt ? Einzug des Volkskundemuseums im Hochparterre des Corps de Logis, Namenswechsel, Eröffnung der neu gestalteten Bereiche - alles nicht wahr ?

In der Laudongasse gilt : Die Zusammenstellung der Exponate und die Gestaltung der Schauräume reicht auf das Jahr 1994 zurück.

Im Artikel kommt das Theater in der Josefstadt, Viennas English Theatre und das Palais Auersperg vor.

Das barocke Palais Schönborn kümmert keinen ?

gidolf
00
24.6.2010, 09:47

'Neben in Neubau (..)'.

leitfaden
04
23.6.2010, 10:10

die grünen werden im oktober den 8. wegen ihrer wirklich dummen fraktionierungen verlieren - und auch den 4. und den 6. nicht gewinnen. da trau ich mich wetten drau annehmen!

Susanne_B
01
29.6.2010, 08:40

ich hoffe dringend, dass sie den 4. nicht gewinnen!

charley-inc
43
23.6.2010, 09:42
Black will be back

Und ich glaub, das würde dem Bezirk sogar wirklich guttun!

Albert Ottenbacher
00
21.6.2010, 08:35
"Schandfleck im Achten"

Wen kümmert in dem ganzen Trubel noch das leise verrottende Palais Schönborn ? Gibt es einen Politiker, der etwas für den "Schandfleck im Achten" unternimmt ?

Cuchullain
10
19.6.2010, 18:19
War Wieden nicht auch grün??

Susanne_B
11
29.6.2010, 08:40

Glücklicherweise noch nie. Die Wieden ist schwarz, wobei die Bezirksvorsteherin vom LIF zur ÖVp gewechselt ist.

bluebeard's 8th wife.
10
22.6.2010, 10:56

nein, leider noch nie - aber die wieden ist seit längerem ein kampfbezirk.

wenn die grünen ihren hintern ein bisschen mehr hochbekämen, könnten sie hier reichlich abräumen...

Alexander Patjomkin
26
17.6.2010, 10:00
Die Grünen sind ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko für Österreich.

Vergib ihnen
25
16.6.2010, 09:46
der begriff "bürgerlich"

in drei artikeln heute im standard verstehen die Redakteure die welt nicht mehr, und dies aus einem einzigen grund. weil sie sich nicht dabei durchschauen, wenn sie den begriff "bürgerlich" so anwenden, wie es die rechte + ÖVP PR-Maschinerie will. Bürgerlich istgleich ÖVP. Nun schreiben Sie selbst: "der flächenkleinste Bezirk ist geradezu Symbol für das urbane und gutbürgerliche Wien." Wenn nun die Grünen die meisten Akademiker haben, also die Bildungsbürger schlechthin darstellen, und das Urban-Junge repräsentieren, dann ist es eben ein GRÜNER Bezirk, insofern sich immer mehr Bildungsbürger dort angesiedelt haben. Hört doch endlich auf, "bürgerlich" dorthin zu synthetisieren, wo ein Rauscher dies gerne sieht. Bürger sind wir alle.

DURCHBLICK !!!!!!!!!
59
15.6.2010, 23:04
BOYKOTTIERT DIE GRÜNEN DOCH ENDLICH! WÄHLT DIE SPÖ!

Diese Müller wurde sicher von Beginn ihres erbärmlichen Wirkens an durch Hintermänner gesteuert und Rahdjian, dem Intellektuellen, Geduldigen, aufs Aug gedrückt. Nach 5 Jahren wars ihm dann zu blöd. Wen wunderts?
Vassillakou wurde geschickt in eine klassische Dilemmasituation gedrängt. Sie hätte viel früher die Müller-Klique, diese Primitivlinge, als extrem parteischädigend und nur auf Egotripp befindlich erkennen müssen. Spitzendorfer ist jetzt ihr Zwangs-Feigenblatt. Wie armselig!
UM SPRITZENDORFER GEHTS NÄMLICH GAR NICHT!!!! Es geht nur noch um die vertrottelten Mitglieder, die von der Müller geschmiert sind! Wahnsinn!
Die Roten brauchen jetzt nur ruhig abzuwarten, Raphael Sternfeld kann sich Zeit lassen. Grüne Dummheit machts möglich.

Fritz Wintersberger
61
19.6.2010, 19:54
Wienwahl

SP ist nicht mehr sozial. 30% der Pensionisten erhalten weniger als € 1.000,-- monatlich. Eine Schande. Daher FP, trotz Populismusgefasel.

Sabine Berger
61
17.6.2010, 09:53

cote-nelson-stürmer-hassposter, warum machen Sie keine therapie? Ihr geschreibsel erinnert sehr an den stürmer... armselig

also dann ...
39
15.6.2010, 13:34
die grünen ... egal ob unter vdb oder "gender-glawi"...

sind längst zu einer allerwelts-partie...verkommen.

dies zeigt u.a. auch die intrigen gegen den sehr erfolgreichen bez.vorsteher !

was solls - tschüss, grüne !

ökolaus nicht nikolaus
91
15.6.2010, 12:40
übrigens

abgesägt ist abgewählt ..... dürfte nicht soviele freunde haben der bezirksvorsteher und is jetzt ein bissi beleidigt

ökolaus nicht nikolaus
62
15.6.2010, 12:34
den alexander spritzendorfer

kenn ich schon, guter mann !!! Hat auch viel Berufserfahrung mit echter Arbeit ;)

ökolaus nicht nikolaus
22
17.6.2010, 11:57
lustig

dafür kriegt man rote strichal ^^das standardforum wird mir immer suspekter

mstislav raskachlovitsch
53
15.6.2010, 12:33
Weder die SPÖ noch die ÖVP.....

....wird es schaffen, weil die Bürger sehr wohl erkennen konnten, dass eine Wandlung zum Guten eingeläutet worden ist (Zaubern können aber nicht einmal die Grünen).......ich hoffe , dass auch noch ein weiterer Bezirk der mittlerweile realitätsfremden, populistischen SPÖ verloren gehen möge.......(die Schwarzen sind ja sowieso scheintot in Wien)

Pro Freistaat Kärnten!
 
15
15.6.2010, 11:57
....Elitegruppe rund um Laura Rudas ...

Sorry, aber wer ist auf diese Formulierung gekommen?

Der erste Satzteil und der letzte schließen sich ja förmlich aus....

guzo
63
15.6.2010, 06:10
"Bürgertum unter bürgerlicher Führung"

So sollte die Schlagzeile lauten. Denn die Bio-Bobos aus dem 7./8. sind ja nichts anderes als der hoffnungsreiche Nachwuchs des Bürgerblocks, der halt manchmal noch ein wenig vorlaut ist, um ein bisserl gegen die politischen Zieh-Eltern, die ÖVP, zu rebellieren.

_Bauernbub_
34
15.6.2010, 20:46

Die Wiener Grünen als bürgerlich zu bezeichnen, ist schon ziemlich arg.

Allgemein kann man das vielleicht bei den Grünen in OÖ oder in SBG sagen, aber doch nicht von den Wiener Grünen!

Oedipus
31
15.6.2010, 11:56

absoluter Stuss.

bb47
42
15.6.2010, 11:18
warum die roten Striche

möchte gerne wissen, warums für dieses Posting rote Stricherl gibt.

Die bürgerliche Vergangenheit können (und wollen) zahlreiche Politiker der Grünen ganz einfach nicht leugnen. Ebenso können Khol, Chorherr und Konsorten ihre tiefschwarzen Eltern nicht leugnen.

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