Manifest zur Rettung der March-Thaya-Auen

11. Juni 2010, 12:41
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Naturschützer fordern angesichts einer "Flut an Bedrohungen" zu raschem Handeln auf

Wien - Die March-Thaya-Auen sind die artenreichsten Tiefland-Auen Österreichs. 65 Prozent aller heimischen Amphibienarten hängen von einer intakten Auen-Wildnis ab. Die Auen sind allerdings ungeschützt: Mit der Errichtung des Nationalparks Donau-Auen sei der "Naturschutz 1996 auf halbem Wege stecken geblieben", so WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger am Freitag. Gemeinsam mit Naturschützern wie Helmut Pechlaner, Freda Meissner-Blau und Bernd Lötsch wurde in Wien ein Manifest zur Rettung der Landschaft unterzeichnet und der gesetzliche Schutz durch Errichtung eines Biosphären- oder Nationalparks gefordert.

Eine "Flut an Bedrohungen" wie die geplante S8-Schnellstraße oder der Donau-Oder-Elbe-Kanal würden lauern. Durch letzteren, der eine künstliche Verbindung zwischen Schwarzem Meer und Nordsee darstellen würde, würden 170 March-Kilometer zerstört. Auch die geplante Schnellstraße - parallel zu der bereits bestehenden - wäre nicht nötig. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) schlug in einer Aussendung in dieselbe Kerbe: Seit Baubeschluss hätten sich die Rahmenbedingungen geändert - aus Verkehrssicht sei diese Straße daher nicht mehr nötig und der Schutz der Natur wichtiger.

Internationale Abkommen und Schutzpläne

Die March-Thaya-Auen in der Dreiländerregion Österreich-Tschechien-Slowakei sind ein zusammenhängendes Flusstal mit einer Größe von 60.000 Hektar. Das Aufeinandertreffen verschiedener Ökosysteme bedingt eine hohe Biodiversität. Auch viele stark bedrohte Tierarten leben in dem Gebiet.

Pläne zum Schutz der Auen gebe es seit 20 Jahren - sie seien aber nie realisiert worden. Fünf internationale Abkommen - die Biodiversitäts- und die Ramsarkonvention sowie die EU-Wasserrahmenrechts-, die Fauna-Flora-Habitats- und die Vogelschutzrichtlinie - würden Österreich bereits zum Schutz der Landschaft verpflichten. Es gebe auch viele gute Einzelinitiativen. "Was in der Region fehlt, ist der 'Überbau' - der Wille, das Gebiet als Ganzes zu schützen", bedauerte Aichberger. Rückendeckung erhofft man sich durch die Bevölkerung - auf www.die-au.at kann man das Manifest zur Rettung unterstützen. (APA/red)


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