Ende der berufsständischen Kassen gefordert

11. Juni 2010, 12:14
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Öllinger: Neun Gebietskrankenkassen reichen - Fordert von SVA Rückerstattung der von Patienten bezahlten Honorare- Befürchtet Benachteiligung anderer Patienten bei Terminvergabe

Wien - Der Grüne Sozialsprecher Karl Öllinger fordert nach dem "vertragslosen Zustand" zwischen Ärztekammer und gewerblicher Sozialversicherung (SVA) die Zerschlagung der österreichweit agierenden berufsständischen Krankenkassen. Aus Sicht des Grünen-Politikers könnte man auch mit neun Gebietskrankenkassen das Auslangen finden, die ohnehin bessere Leistungen für weniger Geld anbieten würden. Außerdem verlangt Öllinger von der SVA die Rückabwicklung der seit 1. Juni von den Patienten in Bar vorgestreckten überhöhten Honorare und bietet den Versicherten eine Art Ombudsmann-Funktion an.

Ärzte- und Wirtschaftskammer hatten sich in der Nacht auf Donnerstag darauf geeinigt, den seit Monatsbeginn andauernden vertragslosen Zustand rückwirkend mit 1. Juni zu beenden. Nun müsse die SVA auch die Rückabwicklung der in dieser Zeit von den Patienten bezahlten Honorare vornehmen, fordert Öllinger. Öllinger will nun einen Beschwerdebriefkasten für Betroffene auf der Grünen Homepage einrichten und kündigt an, sowohl Vorwürfen gegen die Ärzte in Sachen überhöhter Tarife (teilweise sollen die Honorare nicht nur um 20, sondern um bis zu 200 Prozent angehoben worden sein) als auch gegen die SVA nachgehen zu wollen. "Warum sollten die Patienten dafür bezahlen, dass ihre Funktionäre unfähig sind?", kritisiert Öllinger - zumal die Gebietskrankenkassen den Versicherten ohnehin bessere Leistungen für weniger Geld (weil ohne Selbstbehalt) bieten würden. (APA)

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