Mit den Insignien der Performance

11. Juni 2010, 16:57
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Opel hat auch sein Oberklasse-Modell schneller gemacht. Der Insignia hat als OPC-Variante 325 PS, das ist echt eine Leistung

Dieses Auto ist nicht ganz einfach zu erklären. Die simple, schnelle Erklärung wäre: Geht schnell und gut, ist dabei praktisch und solid und ist, auch vom Ansehen her, ja ein Opel. Im Gemeindebau wird man damit nicht reinfetzen können, dazu ist er dann wieder zu solid. Weil Sports Tourerer auch noch, also Kombi.

Die Wahrheit ist komplizierter. Da muss man den Opel einmal auf Insignia und einmal auf OPC aufdröseln.

Also: Der Insignia ist ja super. Opels Zukunft. Opels Rettung. Und genau das richtige und notwendige Auto, dass Opel auch in der Mittelklasse, vielleicht sogar in der Oberliga wahr- und ernstgenommen wird. Wir mögen den Insignia. Alle mögen den Insignia. Er ist ein gutes Auto. Schaut fesch aus, ist modern und innovativ, und als Kombi ist er sowieso auch praktisch, ohne dabei irgendwo auch nur bieder auszuschauen. Ein Auto auf der Höhe seiner Zeit, mindestens. Das war auch sehr wichtig für das Image von Opel.

Und es gibt OPC. Auch super. OPC steht für Opel Performance Center. Das ist die Abteilung im Werk, die die Autos schneller macht. Richtig schnell. In etwa GTI, halt OPC. Das gibts beim Corsa (192 PS) und beim Astra (240 PS), beim Zafira (240 PS) und eben auch beim Insignia. Hier: 325 PS. Also mehr als bloß Kosmetik und dickes Röhrl hinten dran, hier wird ernsthaft Stoff geboten. Und zwar sowohl bei der Limousine als auch beim Kombi.

Wir mögen OPC, alle mögen OPC. Die Motoren sind scharf, die Straßenlage der Autos, in die sie verbaut werden, ist echt tadellos sportlich. Viel Spaß. Und wer es ernsthaft auf der Rennstrecke wissen wollen würde, käme trockenen Fußes auf achtbare Zeiten.

Allein, jetzt kommt ein kleines Aber, man hat es vielleicht schon geahnt. Es ist die Frage, ob Insignia und OPC so perfekt zusammenpassen. Unser Eindruck: Das ist ein bisschen unrund.

Der Insignia OPC taucht ordentlich an. No na, 325 PS, und die setzen vor allem unten an, die Twin-Scroll-Turboaufladung hilft auch noch einmal mit, aber oben, da versiegt der Biss, da dreht der Sechszylinder nicht so aus, wie er es unten in Erwartung gestellt hat.

Das ist einigen unserer Testfahrer aufgefallen, und zugegeben, das sind alle sportliche Burschen, die sich mit schwerem Gerät auskennen.

Wer es jetzt ganz böse will, der drückt die OPC-Taste, die holt wirklich Reserven hervor und stellt auf scharf, was nur scharf sein kann, Fahrwerk brettlhart, Gasannahme recht direkt, direkt ruppig, könnte man sagen. Im Alltagsleben wird man die OPC-Taste anschauen, und es wird reichen, dass man weiß, dass sie vorhanden ist. Verwenden wird man sie höchst selten.

Noch eine Anmerkung zum Fahrwerk: wirklich ganz fein. Ohne prinzipiell ungemütlich zu sein, wird hier echte Sportlichkeit im sicheren Rahmen geboten.

Dieser Opel kann also ziemlich viel. Da sind wir wieder am Beginn. Schnell, schick, praktisch.

Das kostet auch. In diesem Fall sind es 51.520 Euro in der Liste, mit ein paar Extras für die feinen Sachen, die Opel hier bereithält, kann man noch einmal 10.000 Euro drauflegen. Wir sind also bei rund 60.000 Euro für einen Opel Insignia Sports Tourer mit Performance by Opel. (Michael Völker/DER STANDARD/Automobil/11.06.2010)

  • Mit dem Insignia hat Opel die Mittelklasse hinter sich gelassen, wir 
schnuppern hier bereits ein bisschen Luxus.
    foto: fischer

    Mit dem Insignia hat Opel die Mittelklasse hinter sich gelassen, wir schnuppern hier bereits ein bisschen Luxus.

  • Und dass wir ganz schön 
schnell unterwegs sein können, sieht man auch.
    foto: fischer

    Und dass wir ganz schön schnell unterwegs sein können, sieht man auch.

  • Link Opel
    grafik: der standard

    Link
    Opel

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