Afrika: Was kostet die Umwelt

11. Juni 2010, 16:58
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    foto: ap/karel prinsloo

Bei den Opferzahlen rangieren afrikanische Staaten im Spitzenfeld, obwohl die Chance, ein Auto anzutreffen, viel geringer ist als im Rest der Welt

Der Kontinent Afrika liegt automobiltechnisch in vielen Statistiken auf dem letzten Platz, außer bei der Verkehrssicherheit. Bei den Opferzahlen rangieren afrikanische Staaten im katastrophalen Spitzenfeld, obwohl die Chance, überhaupt ein Auto anzutreffen, viel geringer ist als im Rest der Welt. Abgesehen von wenigen punktuellen Ausnahmen gibt es nirgends sonst so wenig Autos je Einwohner, nirgends sind diese wenigen Exemplare so alt.

Geringe Verkehrsdichte bedeutet aber nicht, dass der Themenkreis Automobil und Umwelt deshalb kleiner wäre. Er stellt sich bloß anders dar als bei uns. Der CO2-Ausstoß des Straßenverkehrs spielt naturgemäß eine vergleichsweise untergeordnete Rolle. Eine Automobilproduktion und damit eine nennenswerte Menge an schadstoffarmen Neuwagen gibt es nur in Südafrika und Ägypten.

Das Verschmutzungspotenzial der einzelnen Autos ist erheblich. In der Abgas-Bibel von Continental Worldwide Emission Standards and Related Regulations findet man relativ strenge Emissionsfahrpläne aus allen Regionen der Welt, auch Südamerika, Indien und praktisch ganz Asien. Afrika bleibt unbeschrieben. Lediglich für Südafrika werden Schwefelgrenzwerte für Benzin und Diesel genannt, die aber ein Vielfaches über europäischem Niveau liegen.

Ein heikler Punkt scheint auch die große Erfahrung mit der Kohle-Verflüssigung zu sein, die man sich in Südafrika während der Handelsembargos in Apartheid-Zeiten angeeignet hat. Wenn der Erdölpreis steigt, ist man in der Lage, die Kapazitäten wieder hochzufahren - mit katastrophalen Folgen für die CO2-Bilanz. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/11.06.2010)

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hanslblasta
00
30.10.2010, 12:28
"auf dem letzten Platz, außer bei der Verkehrssicherheit"

also Spitze, oder was?

Mork vom Ork
00
16.6.2010, 11:52

Kann mich nur an eine Busfahrt in Mombasa erinnern, eigentlich wollt ich mich in Kleinkindmanier unterm Sessel verstecken .. Sargähnliche Fahrzeuge, Irrwitzige Straßen und noch verrücktere Fahrer.

Gut, die holen sich halt ihre Gebrauchtwägen aus Osteuropa, die vorher die Osteuropäer aus Westeuropa als Gebrauchtwagen gekauft haben ... Was heute hier fährt, ist in zehn Jahren in Polen (oder Ukraine, oder..) und in zwanzig in Kenia.

suderantenpack
00
16.6.2010, 22:45

ach, an die Zustände gewöhnt man sich mit der Zeit, kein Grund sich zu verstecken.

Und die Fahrzeuge kommen übrigens aus Japan und nicht aus Polen, denn irgendwer muss die 5 Mio End-of-live-vehicles die nicht mehr in Japan laufen dürfen ja nehmen. Außerdem sind osteuropäische Fahrzeuge meistens linksgesteuert, womit man in Ost- und Südafrika a bissl Probleme hat im Verkehr.

Forumstschugoslabe
30
13.6.2010, 13:58

In Afrika kann man eh am Nilpferd oder auf dem Wasserbüffel reiten, wozu also Autos?

Cogito Ergo Dumm
01
13.6.2010, 11:37
Das ist ja auch nicht gerade ein Wunder

In vielen Staaten kann man sich den Führerschein kaufen, ohne je in einem Auto gesessen zu sein.

Die Straßeninfrastruktur ist in vielen Fällen schlecht bis katastrophal, mit Schlaglöchern, in denen ein Bus verschwinden könnte.

Abgesehen von den asphaltierten Hauptverkehrsadern (trotzdem oft mit Schlaglöchern) sind Nebenstraßen oft nur Erdstraßen, und besonders in der Regenzeit wegen des Laterits reine Rutschpartien.

Das Einhalten von Verkehrsregeln wird selten überprüft, und nur dann sanktioniert, wenn man Bakschisch erwarten kann.

Und zuletzt der meist schlechte Zustand der Autobusse und LKW's...

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