Psychische Störungen

Neigung zu Spielsucht stark genetisch bedingt

13. Juni 2010, 08:58

Mehr als 4.700 erwachsene Zwillinge untersucht

Chicago - Die Anfälligkeit eines Menschen für Spielsucht hängt stark von seinen Erbanlagen ab. Wie eine Untersuchung von Zwillingen zeigt, sind nahe Angehörige von krankhaften Spielern wesentlich stärker gefährdet als Verwandte anderer Personen.

Die Mediziner der Universität von Missouri untersuchten mehr als 4.700 erwachsene Zwillinge. Viele Teilnehmer spielten regelmäßig, jeder achte hatte im Lauf seines Lebens schon einzelne Symptome einer Spielsucht erfahren. Krankhafte Spieler waren indes nur insgesamt 2,2 Prozent der Probanden - 3,4 Prozent der Männer und 1,2 Prozent der Frauen.

Wie die Forscher in der Zeitschrift "Archives of General Psychiatry" berechnen, wird die Anfälligkeit eines Menschen zu fast der Hälfte von den Erbanlagen bestimmt. Die Rolle der Gene ist demnach bei Frauen ebenso wichtig wie bei Männern. Eine frühere Studie hatte bereits gezeigt, dass nahe Verwandte professioneller Spieler viermal eher eine Spielsucht entwickeln als Angehörige anderer Menschen. (APA)

Quelle: "Archives of General Psychiatry", Vol. 67, S. 624-630

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17 Postings
sociovation
11
13.6.2010, 21:07
Hab ich mir gleich gedacht,

dass die Novomatic nichts dafür kann.
Achso, die hat die Studie...

Medienkonsument
00
13.6.2010, 20:12
So ein Unsinn!

Einfach schlecht übersetzt. Es geht in der Studie in erster Linie um Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

leondapro
51
13.6.2010, 18:26

Ihr verdammten Nichts-Kapierer! Laut euch depperten Wissenschaftlern muss sowieso alles genetisch vorbestimmt sein. Aber damit fahrt ihr gegen die Wand, weil ihr überhaupt nicht versteht, wie Menschen funktionieren. Ihr mögt kognitiv sehr viel leisten, doch euer Denken ist getrennt von eurem Gefühl. Und deshalb kommt am Ende nur abstrakter Unsinn heraus.
Na ja, scheitert auch weiterhin. Aber vielleicht fragt ihr euch einmal, warum im Endeffekt kein Antidepressivum wirklich hilft und die Menschen von Arzt zu Arzt laufen ohne geheilt zu werden. Man kann den Körper eines Menschen eben nicht getrennt von seinen Gefühlen ("Seele") betrachten. Wir sind keine Maschinen.

nichtkaefer
12
13.6.2010, 12:56
So ein Quatsch!

Bitte diesen pseudo-wissenschaftlichen 'Artikel' umgehend entfernen!

Zinnmo
 
02
13.6.2010, 11:40

Es ist wohl weniger das Risiko zur Spielsucht speziell prädisponiert, als ein allgemeines Suchtrisiko. Daß es so etwas - "Suchtpersönlichkeiten" gibt, ist unter Psychologen sein Jahren weitgehend unbestritten. Nun wurde es offensichtlich auch in einer Zwillingsstudie nachgewiesen. Damit scheint es zumindest zum Teil genetisch zu sein, und nicht vollständig auf Prägung zurückzuführen.

Manche Leute sind verwundbarer als andere. Das ist bei Krankheiten so, und auch bei psychischen Störungen. Im Prinzip nichts Neues, aber ein nettes Detail.

anders and
 
00
13.6.2010, 21:25
eine kurze Recherche im Internet zeigt,

dass das Konzept der Suchtpersönlichkeit in den letzten Jahren von der überwiegenden Mehrheit der Wissenschafter fallengelassen wurde.

Hier stimme ich Ava Tar zu: ich neige zu vielen Arten von Süchten, aber meinen Alkoholkonsum kontrolliere ich völlig problemlos.

Ava Tar
11
13.6.2010, 18:07

"Allgemeine Sucht" halte ich für Unfug. Ich rauche, aber ich sauf fast nix und um Geld spielen da können's mich moscherln

ARO5
00
14.6.2010, 06:05

Logo, beim Tschickn bleibt kein Geld mehr fürs Bier ;-)

Clemens Schwarz
31
13.6.2010, 11:17
wenn es so wäre, wäre die spielsucht nicht beeiflussbar.

dieses phänomen gibt es nur in der westlichen welt.
psyche und soma sind bei uns seit jahrhunderten getrennt.
wird zeit, dass wir diese sichtweise und daraus resultierenden halbwarheiten überwinden.
ansonsten sacken wir noch tiefer in die verdummung ab.

scientific impotent
00
14.6.2010, 02:13

sobald endlich wieder cannabis freigegeben wird, können wir psyche und soma wiedervereinen und uns von den süchten lösen.

Mario Ahner
13
13.6.2010, 12:56

Beeindruckend, wie Sie quasi im Vorbeigehen die Forschungsergebnisse von vier Genetikern widerlegen!

Clemens Schwarz
00
13.6.2010, 20:59
es geht nicht um die genetik an sich, sondern um das ausklammern der psyche.

die genetik, die veranlagung, ist nur ein kleiner teil, der das leben ausmacht. die psyche, der wille, das können, bestimmen um faktoren mehr, was aus einem menschen wird. leider hilft es keinem wenn man ihm sagt, dass es genetisch ist. da man schlicht weg davon ausgeht, dass die gene nicht beeinflussbar sind.
da hilft dann nur noch eine tablette. können sie diese langfristige tendenz sehen. sicher es kommt mehr wissen zustande und letztendlich werden wir wieder am anfang landen, dass die psyche wahrscheinlich die gene beinflussen könnten. da waren wir aber schon, ohne es zu wissen.

sorry, dass ich die ergebnisse nicht überbewerte.
sorry, dass ich auf ihre eingegrenztes blickfeld keine rücksicht nehme

leondapro
20
13.6.2010, 18:32

Glauben Sie doch weiterhin, dass Genetik eine übergeordnete Rolle spielt. (Dabei geben Gene nur Richtungen vor, die dann durch menschliches Erleben, vor allem in der Kindheit, aktiviert werden, oder eben nicht.)
Ich empfehle allen z.B. Werke von Arno Gruen. Aber die meisten werden ihn wohl nicht verstehen. Nicht, weil zu dumm. Aber weil zu indoktriniert und von sich selbst getrennt.

Ava Tar
03
13.6.2010, 11:59
Japan

14.600 Pachinko-Hallen, 340.000 Jobs, 150 Mrd. Dollar Umsatz (6% des BIP, mehr als die Autoindustrie)

ARD, 12.7.2009: "Im wieder starben Kleinkinder in heißen Sommern in geparkten Autos, weil die Mütter beim Pachinko die Zeit vergaßen. Deshalb wurden Parkplatzpatrouillen eingeführt, einige Spielhallen bieten sogar Kinderbetreuung an."

Das Spiel wurde ab den 1920ern aus dem Westen importiert, es ist ja nicht viel anders als ein aus Platzmangel hochgestellter Flipper - aber Spielsucht gibt's eben nicht nur im Westen

Clemens Schwarz
11
13.6.2010, 12:05
sorry, aber ich meinte die trennung zwischen soma (gene) und psyche

und nicht spielsucht im westen und osten oder sonst wo

es geht um die sicht auf die dinge an sich, nicht den der blick auf ein dns-stück.

Zinnmo
 
14
13.6.2010, 11:44

Ihre Aussage ist wohl eher auf eine romantisierende Sichtweise aussereuropäischer Kulturen zurückzuführen, als auf Fakten. Gewettet wird z.B. in Ostasien sehr intensiv, inklusive Suchtverhalten.
Jede Kultur hat ihre Süchte. In einer ist es Alkohol, in der anderen Kat, Meskalin, Haschisch, Fliegenpilze oder irgend etwas nicht stoffgebundenes. Zugedröhnt haben sich die Menschen immer schon, und das wird auch nicht aufhören.

Aber natürlich ist z.B. Autromatenspielsucht nur dort anzutreffen, wo es auch Automaten gibt. No na.

Clemens Schwarz
20
13.6.2010, 20:52
sorry schon wieder ein missverständnis, das auf der trennung von psyche und soma beruht

der mensch ist mehr als seine gene, die psyche bekommt jede spielsucht in den griff.
die spielsucht ist nicht genetisch bedingt sondern die veranlagung auf kuzfristige verstärker einen lustgewinn zu er erzielen. diese veranlagung wird zusätzlich durch die erfahrungen während der kindheit gefestigt. diese veranlagung kann so überlernt werden, dass sie nicht mehr zu tragen kommt. hier stellt sich die frage, ob dieses überelernen dann genetsich sich manifestiert. (das wäre einmal eine tolle studie)

romantisch ist dabei gar nichts. die verdummung mit pseudowissenschaftlichen aussagen mit reißerischen überschriften ist nicht romatisch sondern erschreckend.

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