Boston gleicht wieder aus

11. Juni 2010, 08:46
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96:89-Sieg vor eigenem Publikum gegen die Lakers im vierten Spiel der Finalserie

Boston - Die Finalserie der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA ist wieder völlig offen. Rekordmeister Boston Celtics gelang am Donnerstag mit einem 96:89-Heimerfolg gegen Titelverteidiger Los Angeles Lakers der Ausgleich zum 2:2. Die "best of seven"-Serie beginnt damit praktisch wieder bei Null. Das fünfte Spiel steigt am Sonntag erneut in Boston, Spiel sechs und ein allfälliges Spiel sieben in Los Angeles.

Nach einer Heimniederlage am Dienstag waren die Celtics bereits mit dem Rücken zur Wand gestanden. Die Entscheidung brachten nicht die Superstars, sondern die Reservisten. Die Celtics-Bank übertrumpfte jene der Lakers mit 36:18, im Schlussviertel avancierten vor allem Center Glen "Big Baby" Davis und Nate Robinson zu den Matchwinnern. "Ihre Ersatzleute haben uns ausgespielt, sie waren nicht zu stoppen", gestand Lakers-Coach Phil Jackson.

36:27 im letzten  Viertel

Davis erzielte neun seiner insgesamt 18 Punkte im Schlussviertel, Robinson sechs seiner zwölf. Der finale Abschnitt ging mit 36:27 an den Rekordchampion, danach sprang der 1,75 m kleine Robinson dem 130-Kilo-Koloss Davis jubelnd auf den Rücken. "Wir sind wie Shrek und Esel", scherzte Robinson, der trotz seiner geringen Körpergröße bereits dreimal den Slam-Dunk-Contest gewonnen hat, in Anspielung auf die beliebten Zeichentrick-Helden.

"Ich habe mich wie ein Biest gefühlt", erklärte Davis. "Ich habe mich gefühlt, als ob ich nicht aufzuhalten wäre." Mit acht Punkten waren die Celtics zwischenzeitlich zurückgelegen - und dem Wissen, dass noch kein Team der Geschichte nach 1:3-Rückstand noch ein Finale gewonnen hat. "Sie haben keinen einzigen Ball verloren gegeben und sind aggressiv zu Werke gegangen", sagte Lakers-Superstar Kobe Bryant. "So haben sie das Spiel gedreht."

Bryant war mit 33 Punkten einmal mehr bester Werfer, fabrizierte aber auch sieben Ballverluste. Tatkräftige Unterstützung erhielt der 31-Jährige, der seinen fünften Meistertitel im Visier hat, zudem nur vom Spanier Pau Gasol (21 Punkte). Der Rest der Lakers blieb deutlich unter seinen Erwartungen. Topscorer der Celtics war Kapitän Paul Pierce mit 19 Zählern, zehn davon im ersten Viertel. Weiterhin hat kein Team zwei Finalspiele hintereinander gewonnen. (APA)

 

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    Nate Robinson setzt den Korb.

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