Obama zitiert BP- Vorstand ins Weiße Haus

11. Juni 2010, 13:54
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Katastrophe deutlich schlimmer als angenommen - Bis zu 6,4 Millionen Liter Öl sollen noch immer täglich ins Meer fließen

Washington - Der Ölkonzern BP gerät wegen der Ölpest im Golf von Mexiko wirtschaftlich und politisch immer mehr unter Druck. Der Konzern erwägt wegen der hohen Kosten für den Kampf gegen die Umweltkatastrophe nun eine Kürzung der Dividende. Zudem hat US-Präsident Barack Obama den Vorstand des Ölkonzerns BP zu Gesprächen über die Bekämpfung der Ölpest im Golf von Mexiko ins Weiße Haus bestellen lassen. Ein entsprechendes Einladungsschreiben habe der Chef der US-Küstenwache, Admiral Thad Allen, an den BP-Vorsitzenden Carl-Henric Svanberg geschickt, hieß es in Washington. 

Täglich fließen 6,4 Millionen Liter Öl ins Meer

In dem Brief werden Svanberg und "alle dazugehörigen BP-Mitarbeiter" aufgefordert, am kommenden Mittwoch ins Weiße Haus nach Washington zu kommen. Obama werde an einem Teil des Treffens teilnehmen, hieß es darin. Die Ölkatastrophe hat offensichtlich deutlich größere Ausmaße als bisher angenommen: Die US-Behörden gehen nach eigenen Angaben inzwischen davon aus, dass täglich bis zu 40.000 Barrel Öl (6,4 Millionen Liter) ins Meer fließen. "Die niedrigste auf wissenschaftlichen Analysen beruhende Schätzung liegt bei 20.000 Barrel, die höchste glaubwürdige um die 40.000 Barrel", sagte die Vorsitzende einer von der Regierung wegen der Katastrophe eingesetzten Expertengruppe, Marcia NcNutt.

Damit tritt aus dem Leck im Golf von Mexiko deutlich mehr Öl aus als bisher angenommen: Bisher war die Expertengruppe von 12.000 bis 19.000 Barrel pro Tag ausgegangen, die ins Meer fließen. Im Golf von Mexiko war am 20. April die BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" explodiert und zwei Tage später gesunken. Seitdem fließt Öl ins Meer, zahlreiche Küsten in den USA sind bereits verschmutzt. (APA)

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    Obama forderte in einem Schreiben "alle dazugehörigen BP-Mitarbeiter" auf, am kommenden Mittwoch ins Weiße Haus nach Washington zu kommen.

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