Gesetzlich wie privat

10. Juni 2010, 18:58
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Die Macht der Stelze und des Weines führte zum sogenannten "Heurigen-Abkommen"

Künftig geht das so: Die bei der SVA (Sozialversicherung der Gewerblichen) versicherten Personen (ca. 400.000) gehen zum Hausarzt, der bittet sie auf die Waage und zum Labor.

"Aha, hamma drei Kilo abgenommen seit dem letzten Mal. Und die Cholesterinwerte sind auch besser! Also, Sie zahlen jetzt nur zehn Prozent Selbstbehalt von meinem Honorar statt 20 Prozent!"

"Und was is' mit dem Nichtrauchen?" , antwortet der Patient. "Ich hab mir das Rauchen abgewöhnt, weil mich die Inserate vom Gesundheitsminister Stöger so g'schreckt haben. Da müsst' ich auch einen Nachlass bekommen!"

"Moment, da muss ich im Text des sogenannten Heurigen-Abkommens vom Präsidenten Leitl und vom Präsidenten Dorner nachschauen ..."

Der Wirtschaftskammerchef hat als Obmann der Selbstständigen-Krankenkasse mit dem Ärztekammerpräsidenten ein Abkommen bei einem Wiener Heurigen abgeschlossen. Es war heiß, man hat schon so lange verhandelt, da erinnerte man sich an die Macht der Stelze und des Weines.

Einerseits: Hier wird erstmals in der Krankenversicherung bei der Prävention angesetzt. Andererseits: Die Selbstständigen (zumeist Klein- und Kleinstunternehmer) sind nun in einer gesetzlichen Zwangsversicherung, die ihnen Bedingungen stellt wie eine private Krankenversicherung, die die Höhe der Prämien auch nach dem Gesundheitszustand berechnet. (Hans Rauscher/DER STANDARD, 11.6.2010)

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