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Randburg/Nairobi - "Alle zusammen, springt auf und ab im Namen Gottes." Das lassen sich die Jugendlichen in der Rhema-Kirche am Stadtrand von Johannesburg nicht zweimal sagen. Pastor Mark springt mit. Von seiner Kanzel aus Plexiglas predigt Mark, Anfang 30 und mit blondiertem Bürstenschnitt, das Wichtigste zuerst: "Alle CDs im Kirchenshop kosten heute 20 Prozent weniger."
"Mehr als nur Kirche", steht vor dem protzigen Bau in Stil und Ausmaß einer Kongresshalle, ein paar hundert Meter von der nächsten Autobahnabfahrt entfernt. Die Parkplätze sind voll, wer hierher kommt, hat Geld. "Wir haben 1979 angefangen, mit 18 Leuten", sagt Kirchengründer Ray McCaulay. "Heute haben wir allein hier 48.000 Gemeindemitglieder." Seine Rhema-Kirche ist nur eine der Pfingstkirchen, deren Mitgliederzahlen förmlich explodieren. "Glaube, sei dabei, mach was aus dir", ist der Wahlspruch.
In Religionsfragen ist man konservativ. "Wir predigen Abstinenz vor der Ehe, obwohl wir natürlich wissen, dass es die hier selten gibt - aber etwas anderes können wir theologisch nicht vertreten" , gibt sich McCaulay pragmatisch. Seine Kirche bietet Lebenshilfe in allen Lagen. Dazu gehört vor allem die Frage: "Wie werde ich reich?".
So dreht sich Pastor Marks Predigt um eine Woche ohne Geld: der Tank war leer, dabei wartete die ganze Zeit der Brief einer ungeliebten Tante in Marks Küche, in den sie - unverhofft - einen Geldschein gesteckt hatte. "Ich habe eine Woche gelitten, aber das Geld war da", ruft er. "Gottes Gnade gibt uns alles, was wir brauchen, wir müssen nur an ihn glauben." Dann lässt Mark den Saal aufstehen. "Jetzt nehmt eure Kollekte in die Hand und legt sie in die Körbe, wer gegeben hat, darf sich setzen."
Mehrmals wöchentlich kommen die Rhema-Mitglieder zu Gemeindeaktivitäten, "auf der Suche nach einem spirituellen Erlebnis", so McCaulay. Im Auditorium mit 7000 Stühlen finden sonntags fünf Gottesdienste hintereinander statt, alle gut besucht. Wie viel Geld er jeden Sonntag einsammelt, will McCaulay, der in seiner Freizeit Oldtimer sammelt und jeden Sonntag im Privatjet von Durban einschwebt, nicht sagen. Peinlich ist es ihm aber nicht, dass er mit seiner Kirche reich geworden ist. "Wir sind ein neuer Typ Kirche, eine Gemeinschaft junger Prägung, anders eben", sagt er. (DER STANDARD, Printausgabe 11.6.2010)
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wenn man sich schon einer religionsgemeinschaft anschließen muss, wieso muss es etwas so banales sein.
So einen evangelikalen Gottesdienst muss man einmal miterlebt haben, das ist der Fastfood unter den Religionen.
Wahrscheinlich ist das gleichzeitig deren Geheimnis.
Wußte gar nicht, daß es in Südafrika jetzt Banknoten so hohen Werts gibt, daß man mit einer einzigen davon einen Jet betanken kann...
Diese evangelikalen Geldsauger und Verblöder sind eine der schlimmsten und entwicklungshinderlichsten Plagen des modernen Afrikas!
Wären es Katholiken, dann würden hier 100erte geifernde Protestkommentare stehen. Somit scheint wohl das aktuelle Problem in Südafrika weniger für Besorgnis sorgen.
War mal bei einer Messe, wo der Pastor seiner Gemeinde verkündet hat: "Gestern Nacht habe ich mit Gott gesprochen und er hat mir gesagt, Ihr werdet mir ein Auto schenken." Der Gemeinde, die nicht aus reichen Mitgliedern bestand, blieb nichts anderes übrig als ihm ein Auto zu kaufen.
Die evangelikalen gehen mir ordentlich auf den Geist.
Wird Zeit, dass sich die Katholiken erholen, vernünftig werden, ein paar dringend notwendige Reformen durchführen und diesen Eiferern Einhalt gebieten, damit man sich als Ungläubiger nicht auch noch mit leuchtenden, glühenden und johlenden sehr, sehr überzeugten Christenfanatikern auseinander setzen muss.
mir auch!
leider sind die nicht nur in Südafrika oder den USA, sondern auch in Brasilien und anderen ländern lateinamerikas auf dem vormarsch.
in Brasilien ist übrigens die katholische kirche witzigerweise im durchschnitt wesentlich liberaler und toleranter, als die evangelikalen "protestanten".
... und genau deswegen möchte ich als Lutherischer AB und somit Protestant selbst unter Anführungsstrichen nicht mit Evangelikalen in einen Topf geschmissen werden.
Ich hätte diese Sekten ja längst aus der Oekumene hinausgeschmissen. Hilfestellungen gegenüber Evangelikalen in Not wäre dann aber erheblich schwieriger. Siehe angefügten link aus Marokko:
http://www.kkrjuelich.de/pdf/EEAMJeanLuc.pdf
die szene bestens.
in china gehts ja erst ab, da gibts überhaupt mit abstand am meisten.
an die 80 millionen untergrundkirchenmitglieder.
ich glaub die meisten davon charismatisch.
die sind noch härter als die pfingstler.
mit fürchterlicher abscheu hab ich mich dem abgewandt und ich war nur in normalen freikirchen, die ja grösstenteils relativ nett sind.
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