Harmonieren Job und WM arbeitsrechtlich?

10. Juni 2010, 17:17
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Wien - Darf ich während der Arbeitszeit die WM-Spiele mitverfolgen?, fragte uns User Hannes A. So verlockend es sein mag, sich laufend über den Spielstand zu informieren, darf die Arbeitsleistung nicht darunter leiden, darauf machen die Experten der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) aufmerksam. "Die meisten Spiele finden nachmittags oder abends statt, aber trotzdem werden nicht alle Fußballbegeisterten rechtzeitig frei haben, sondern arbeiten müssen. Und dann gilt: Selbstverständlich besteht während der WM unvermindert die Pflicht zur Arbeitsleistung, auch wenn man am liebsten kein Tor verpassen würde", so AKNÖ-Rechtsexperte Josef Fraunbaum in einer Aussendung.

Bei Tätigkeiten, in denen es auch sonst zu Wartezeiten kommt, könne - wenn dies schon bisher gestattet war - nebenbei Fußball geschaut werden. "Es gelten auch weiterhin die üblichen Regeln zur privaten Nutzung von Internet, also keine Anwendung im Übermaß", so der Experte. Das letzte Wort haben jedenfalls immer die Vorgesetzten. "Also besser vorher reden und dann Fernsehen oder Radio hören", so Fraunbaum. Die Arbeitsleistung dürfe keineswegs darunter leiden. Ein gelegentliches Informieren über Spielstände werde kaum zu Problemen führen, wenn der Job korrekt erledigt wird.

Urlaub und Zeitausgleich rechtzeitig beantragen

"Wer sich Urlaub oder Zeitausgleich nehmen will, muss dies - wie bisher - mit dem Dienstgeber vereinbaren", rät Fraunbaum. Die im Betrieb üblichen Mechanismen sind einzuhalten, so ist ein Urlaubsantrag abzugeben, wenn dies die Regel ist. Freilich dürfe aber auch der fußballbegeisterte Dienstgeber seine Angestellten nicht einfach ungefragt nach Hause schicken, um selbst die WM genießen zu können. Das käme einer entgeltpflichtigen Freistellung gleich, wenn der Dienstnehmer arbeitsbereit sei. "Mit dem richtigen Maß und entsprechender Kommunikation können Dienstgeber und Dienstnehmer gleichermaßen zufrieden und motiviert durch die WM kommen", gibt sich Fraunbaum zuversichtlich. (red, derStandard.at)

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