Conrad Seidl vermisst heimische Biere bei internationalen Veranstaltungen
Bei der Mondial de la Bière in Montreal konnte man so ziemlich
jeden Bierstil der Welt verkosten. Mit allen erdenklichen Herkünften -
und einer bedeutsamen Ausnahme: Die klassischen Bierländer Tschechien
und Österreich waren wieder einmal nicht vertreten, aus Deutschland
schafften es nur gezählte fünf Biere. Gibt es denn kein Bier aus
Mitteleuropa, das man auf solchen Veranstaltungen stolz herzeigen
könnte? Lächerlich! Natürlich gibt es solche Biere - Samichlaus und
Edelweiss, Stiegl Goldbräu (alias Columbus) und Gösser werden doch
recht erfolgreich exportiert. Und es gäbe dutzende andere, die ebenfalls
herzeigbar wären - die sich aber nicht aufs internationale Parkett
trauen.
Das könnte unangenehme Rückwirkungen im Inland haben: Längst ist
Biertourismus ein Wirtschaftsfaktor geworden - Belgien, das auf
internationalen Bierfesten stets top vertreten ist, zieht jedes Jahr
zehntausende amerikanische Biertouristen an, Italien und Brasilien
probieren gerade, ob sich dieser Erfolg nicht wiederholen lässt.
Österreich aber ist auf diesem Gebiet abgemeldet. Schade, eigentlich. (DER STANDARD/rondo/11.06.2010)