Immer noch keine endgültige Klärung

10. Juni 2010, 15:49
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Weltmeisterin über 800 Meter wollte am Donnerstag Stellung beziehen - IAAF untersagte ihr Auftritt anscheinend

Monte Carlo/Johannesburg - Der Fall der südafrikanischen 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya bleibt weiter in der Schwebe. Für Wirbel sorgte am Donnerstag ein geplanter und kurzfristig wieder abgesagter Auftritt der 19 Jahre alten Läuferin bei einer Pressekonferenz des südafrikanischen Sportministers Makhenkesi Stofile in Johannesburg.

Es war angekündigt worden, dass Semenya zu den Ergebnissen des vom Leichtathletik-Weltverbandes IAAF angeordneten Geschlechtstests Stellung beziehen wolle. "Es wäre voreilig, eine Erklärung abzugeben, bevor die IAAF- Exekutive sich mit der Sache beschäftigt hat", erklärte Semenyas Rechtsanwalt Greg Nott.

Ein vorgesehene Unterrichtung der IAAF-Führung durch die Medizinische Kommission des Verbandes über die Untersuchung soll nicht stattgefunden haben. 

Keine Stellungnahme erlaubt

Unterdessen erklärte die IAAF, dass der Fall gemeinsam mit den Vertretern von Semenya behandelt werde und auf einem "befriedigenden Weg" sei. Es sei deshalb wichtig, dass der Fall so lange vertraulich behandelt werde. "Die IAAF wird bis zur endgültigen Klärung des Falls keine offizielle Erklärung abgeben", sagte IAAF-Präsident Lamine Diack. "Bis dahin sollten alle Parteien von Stellungnahmen absehen, um mögliche Konfusionen zu vermeiden."

Hinter den Kulissen wird die IAAF deshalb die Südafrikanerin bewegt haben, nicht vorschnell an die Öffentlichkeit zu gehen.

Gesperrt

Mittelstreckenläuferin Semenya darf seit ihrem WM-Sieg im August 2009 in Berlin nicht mehr starten, weil ihr Geschlecht nicht eindeutig geklärt ist. Die IAAF hatte während der WM Geschlechtstests angeordnet.

Aufgrund ihrer männlichen Erscheinung waren rund um das WM-Rennen von Berlin Zweifel aufgekommen, ob sie eine Frau ist. Bereits im September 2009 berichteten mehrere Medien, bei dem von der IAAF in Auftrag gegebenen Geschlechtstest sei herausgekommen, dass Semenya männliche wie weibliche Geschlechtsmerkmale aufweisen würde. (APA/Ag.)

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