Glioblastom: Bei älteren Menschen hilft auch schonendere Strahlentherapie

10. Juni 2010, 15:59
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Neue Studie bei Onkologiekongress in Chicago präsentiert

Wien/Chicago - Beim größten internationalen Onkologiekongress ASCO in Chicago (Illinois) wurde vor wenigen Tagen eine Studie präsentiert, die die Standardtherapie beim Glioblastom bei älteren Patienten und Patientinnen untersucht hat. Im Rahmen der Untersuchung unter Mitwirkung von Christine Marosi und Karin Dieckmann von der MedUni Wien hatte sich gezeigt, dass in der Altersgruppe über 60 Jahren eine weniger belastende zweiwöchige Strahlentherapie oder alleinige Chemotherapie nicht schlechter ist als eine lange Strahlentherapie. Das gab die MedUni Wien am Donnerstag bekannt. Das Fazit: Die belastende lange Strahlentherapie über sechs Wochen sei für ältere Patienten und Patientinnen nicht mehr notwendig.

In Österreich werden pro Jahr etwa 1.700 primäre Gehirntumore neu diagnostiziert. Für den häufigsten primären Hirntumor bei Erwachsenen, das Glioblastom, konnte im Jahr 2005 unter Mitarbeit der MedUni Wien eine weltweit angewendete Standardtherapie etabliert werden. Diese gilt für 18-65-Jährige und besteht aus einer Operation des maximal entfernbaren Tumorgewebes sowie einer anschließenden sechswöchigen kombinierten Strahlen- und Chemotherapie gefolgt von einer Chemotherapie über sechs Monate. Den Angaben zufolge hat diese Standardtherapie den Anteil an Patienten und Patientinnen, die zwei Jahre nach der Diagnosestellung noch leben, von 10 auf 26 Prozent erhöht. (red)

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