Redakteursrat

"Einschränkungen der ORF-Onlineangebote sind gefährlich und unprofessionell"

10. Juni 2010, 15:37

Für den ORF-Redakteursratsvorsitzenden Fritz Wendl sind die geplanten Einschränkungen der ORF-Onlineangebote in der derzeit kolportierten Form "weder mit dem gesetzlichen Informationsauftrag des ORF noch mit journalistischer Professionalität und schon gar nicht mit zeitgemäßem Medienverständnis vereinbar."

Geradezu absurd sei die Vorstellung, gesetzlich zu fixieren, dass "Berichterstattung nicht vertiefend sein" dürfe oder die Berichterstattung auf den ORF-Landesstudio-Seiten auf "zehn Tagesmeldungen" zu beschränken.

Zu Verboten von Nachrichtenarchiven oder der "Futurezone" sagt Wendl, das "würde es dem ORF unmöglich machen, den Gebührenzahlern im Internet zu bieten, was diese selbstverständlich von diesem Medium erwarten."

"Wird den ORF-Journalisten verboten auch im Internet ihren umfassenden Informationsauftrag professionell zu erfüllen, hieße das den ORF von wesentlichen Medienentwicklungen und in ganz besonderem Ausmaß von jugendlichem Publikum abzuschneiden", so der ORF-Redakteursratsvorsitzende. (red)

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16 Postings
macindd
00
18.6.2010, 10:19
Berichterstattung nicht vertiefend

Ja, schon klar. Damit die Privaten im Wettbewerb bestehen können, muss das Niveau des ORF gesenkt werden. Logisch. Sollen doch die privaten Zeitungen eingehen, wenn sie das Geschäft nicht verstehen - das ist Markt!

Die Zeitungen kommen mir vor wie die Banken: Unfähig zu wirtschaften, aber man hilft ihnen aus der selbst verschuldeten Misere und hält sie künstlich am Leben. Darf der ORF nur noch 10 Lokalmeldungen am Tag schreiben, und auch die nur oberflächlich, das 11. wichtige Ereignis muss er ignorieren, weil die Zeitungen auf ihren Onlineauftritten nicht imstande sind, bessere Artikel als der ORF zu schreiben!? Das ist doch absurd!

Ein Trauerspiel, diese Korruption.

si tacuisses
 
00
16.6.2010, 12:40
Völliger Quatsch den hier Dilletanten anrichten

Der ORF soll sich an der BBC orientieren (können) und Reportagen schreiben so viel er kann und will. Welches Geisteskind hat dieses Gesetz geschrieben, bzw. wer steht dahinter? Ubinam gentium sumus?

macindd
00
18.6.2010, 10:02
Die privaten Zeitungen (Du bist gerade auf der Website von einer)

haben hier halt politisch Einfluss geltend gemacht, um ihre Pfründe zu sichern. Entsprechende Wortmeldungen hierzu verschwinden aber auf dieser Website aus dem Forum ;-)

D. Brosz hat in der Parlamentsdebatte für die Grünen erwähnt dass sie nicht zustimmen, weil der Verband der Zeitungen und der ORF hinter verschlossenen Türen verhandelt haben und das Ergebnis daraus nach Rot/Schwarz zwingend Gesetz werden musste. Geld und Politik sind in Österreich halt eine Einheit.

Dott.at
01
15.6.2010, 19:30
Und womit? Mit Recht!

protestiert der Redakteursrat gegen die geplanten Einschränkungen. Ich mein "Hallo?". Dem ORF als öffentlich-rechtlicher Anstalt wird künftig die Lokalberichterstattung reglementiert. Jener ORF der eben diesen öffentlich-rechtlichen Auftrag hat?

Nach der späten Liberalisierung im Radio und Fernsehbereich nun diese Farce. Ehrlich geschrieben fehlen einem die Worte.

Welche journalistisch kompetenten Verhandler hatten denn an dem Gesetzesentwurf mitgewirkt? Oder waren an der Formulierung dieses Gesetzes vornehmlich Markt- und Machtstrategen am Werk?

Dieses Verhalten der Politik und der ORF-Führung haben die ORF-Journalisten (die mit zu den Besten des Landes zählen!) nicht verdient.

*Grml*

kleeklee
00
15.6.2010, 17:06
Das ist ein Fronatalangriff auf unsere Netzkultur

nach dem Köpfen von ORF Online folgt sicher unmittelbar der finale Kampf gegen die in Österreichs Internet grasierende Kinderpornographie,

im Next Generation Network also dem nächsten Netz standard den uns wieder die Politik verpasst ist bereits der Filter fix fertig eingebaut, und zum Ende empfangen wir dann alle nur noch Propagandasender.

Finger weg von Österreichs IKT Wettbewerbsfähigkeit

Jochen Mars
02
15.6.2010, 14:20
Die Futrezone ist kritischer Journalismus ...

... der sich mit Themen wie Vorratsdatenspeicherung, Bürgerrechte, Softwarepatente, Sicherheitspoliziegesetz, Datenschutz und Europaischen Verordnungen beschäftigt. Es gibt kein Konkurenzangebot in Österreich - also warum abschaffen. Einziger Grund kann sein, um eine kritische Stimme zum erliegen zu bringen .....

Fisch^^Fisch
00
17.6.2010, 20:41

Ein wohl noch wichtigerer Punkt:

Die VÖZ die einen unangenehmen "Konkurrenten" (zu welchem Gegenangebot eigentlich?) loswerden möchte.

fine
01
15.6.2010, 14:19
so ist es!

unpackbar, dass man überhaupt auf solche Ideen kommt und von Seiten des ORF auch noch zustimmt!

Estrichboy
50
10.6.2010, 19:07
Also mir sagt

mein "zeitgemäßes Medienverständnis", dass es eh genug gute Internet-Angebote gibt. Und neuerdings Facebook dazu, wo alle Medienhäuser drauf sind ...

suboptimal
 
00
13.6.2010, 20:49
also bitte,

scheiß auf Facebook

manfredo 66
02
10.6.2010, 17:25

Also den Internet-Auftritt einzuschränken ist ja irgendwie lächerlich. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man hier wahnsinnig viel einsparen könnte.
Überhaupt ist die Website des ORF nicht gerade zeitgemäß, weswegen ich diese auch nur ungern ansteuere.

reservebuddha
04
11.6.2010, 16:06
Im Gegenteil

der hat ja bisher netto noch Geld gebracht. Und von wegen altmodisch - ja das mag sein, aber die Zugriffsraten sind ja trotzdem welche, wovon Private im Online-Bereich träumen. Das Konzept zieht also sehr gut.

Da muß man ja gradezu diese öffentliche Konkurrenz auf dem Werbemarkt einschränken.

Seit neuestem gibt es also die - mir völlig absurd erscheinende - Idealvorstellung, daß Meinungsäusserung an Identitätspreisgabe gebunden sein sollte. Ich halte das für eine Zumutung, mir ist meine Anonymität im Netz nämlich wichtig.

Doch so wird eben ein gutes Konzept, dem man anders nicht beikommt, doch noch in die Knie gezwungen. Und Wrabetz ist offenbar wurscht, was die ORF.online-Community will, wenn er sowas zustinmmt.

Oschus Edi
00
12.6.2010, 09:32

"mir ist meine Anonymität im Netz nämlich wichtig"-

diese Anonymität gibt's nicht, der ORF hat ihre IP-Adresse wenn sie dort posten.

reservebuddha
04
13.6.2010, 13:14
Ja, der ORF.at hat meine IP-Adresse

und der hat sich zum Datenschutz verpflichtet. Ausserdem ist die IP nicht automatisch eindeutig.

Mit einer GIS-Nummer ist das völlig anders, insbesondere wenn die Zahl der Nicks beschränkt ist oder gar der Echt-Name verlangt wird.

Meinen Echt-Namen gebe ich im Netz nicht her, so einfach ist das.

Franz B
20
10.6.2010, 15:58
Seit

Seit wann sind Meldungen hier vertiefend ? Klingt für mich nicht so, als ob das irgendwelche Auswirkungen haben muss.

Agl
00
14.6.2010, 17:19
Sie meinen natürlich . . .

. . . abgesehen davon, dass die Futurezone abgeschossen wird.

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