ORF: Aus für Futurezone?

10. Juni 2010 15:11
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IT- und Technologieportal soll für "Anteil am Online-Werbemarkt" versenkt werden - Posten auf orf.at künftig nur für GIS-Zahler?

Der Beschluss des ORF-Gesetz ist am Donnerstag einen wesentlichen Schritt näher gerückt. Im Verfassungsausschuss des Nationalrates wurde von allen fünf Parteien die Ausgestaltung der weisungsfreien neuen Medienbehörde beschlossen. Offen blieb weiterhin die Frage der Beschränkungen im Onlinebereich, die kommende Woche noch geklärt werden muss. Etat.at berichtet ausführlich über das neue Gesetz.

Onlinewerbung

Zum Thema Onlinewerbung hatten der ORF und der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) den Parteien eine Einigung vorgelegt, die eine Beschränkung der Werbeeinnahmen im Onlinebereich auf vier Prozent der Gebühreneinnahmen vorsieht. Ab 2014 könnte dabei eine Dynamisierung der Quote erfolgen, die sich am Marktanteil des ORF am Gesamtwerbemarkt für Online-Nachrichtenportale bemisst. Ursprünglich hatte der Gesetzesentwurf eine Deckel von zwei Prozent der Gebühreneinnahmen vorgesehen.

Die den Parlamentsparteien vorgelegte Einigung zwischen ORF und VÖZ enthält weiters Einschränkungen für die tagesaktuelle Überblicksberichterstattung. Demnach darf die Berichterstattung nicht vertiefend sein und auch nicht länger als sieben Tage abrufbar sein. Die Online-Berichterstattung des ORF darf demnach nicht mit dem Online-Angebot von Tages- oder Wochenzeitungen oder Monatszeitschriften vergleichbar sein und auch kein Nachrichtenarchiv umfassen. Die Bundesländer-Rubriken dürfen nach dem Vorschlag außerdem nur zehn Tagesmeldungen enthalten.

Aus für vertiefende Angebote

Auch ein Aus für vertiefende Angebote, die nicht unmittelbar sendungsbegleitend sind, ist in dem Entwurf von Verlegern und ORF vorgesehen. Darunter würde etwa das IT- und Technologieportal "Futurezone" fallen, auf das der ORF im Gegenzug für die Online-Werbemöglichkeiten verzichten würde. Spiele und Unterhaltungsangebote wie die "Ski Challenge" würde der öffentlich-rechtliche Sender ebenfalls nicht mehr anbieten, sieht der Entwurf vor. Für die Teilnahme an Foren oder Chats müssten sich User unterdessen künftig mit ihrer GIS-Teilnehmernummer registrieren lassen.

Grüne und BZÖ stoßen sich an dieser von ORF und VÖZ verhandelten Foren-Registrierung. Den Grünen ist außerdem der Vorschlag ein Dorn im Auge, Special Interest-Angebote wie die ORF-"Futurezone" einzustellen. ORF-Sprecher Dieter Brosz sieht dies "durchaus skeptisch", da genau ein solches Angebot jenes junge Publikum anziehe, dass dem ORF sonst zusehends abhandenkomme. Die Registrierung für die Foren über die GIS-Nummer ist für ihn nicht akzeptabel.

FPÖ-Mediensprecher Peter Fichtenbauer zeigte sich am Donnerstag im Gespräch zufrieden. Das ORF-Gesetz sei durchaus "zustimmungsfähig", wie er sagte. Wichtig sei aus FPÖ-Sicht, die erlaubten Online-Einnahmen des ORF auf vier statt zwei Prozent der Gebühreneinnahmen anzuheben.

Die letzten Verhandlungen

Medien-Staatssekretär Josef Ostermayer sprach von einer "guten Basis für die letzten Verhandlungen". ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf lobte "die offenen Gespräche" der fünf Parteien. "Damit können wir wesentliche Verbesserungen erreichen." Für eine Lösung der offenen Online-Frage bis zum Plenum sei er zuversichtlich, so Kopf in einer Aussendung.

Die Vorschläge von ORF und Verlegern sollten nun mit dem Verfassungsdienst des Bundeskanzleramts in Gesetzesform gegossen und am Montag noch einmal von den fünf Parteien diskutiert werden. Kommt es zu einer Einigung, kann das ORF-Gesetz am 18. Juni vom Parlament beschlossen werden.

Erfreut über die vorliegende Einigung zeigte sich übrigens auch der Vorsitzende des Finanzausschusses im ORF-Stiftungsrat, Franz Medwenitsch. Er sprach von einer "weitgehenden politischen Einigung" und einem "sehr positiven Signal". Jetzt sei der Weg frei für ein neues ORF-Gesetz. Dem ORF müsse aber klar sein, dass die 160 Millionen aus der Gebührenrefundierung "kein Ruhekissen, sondern ein Reformauftrag sind". Der ORF bekomme die zusätzlichen Gelder aus der Gebührenrefundierung und werde in seinem Bestand EU-rechtlich abgesichert. "Mit einem präziseren gesetzlichen Auftrag und mehr Kontrolle durch die Medienbehörde wird er leben müssen, das ist EU-Standard", so Medwenitsch. (APA)

 

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Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 181
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Miklova Zala
 
16.06.2010 14:44

der vize stiftungsratchef selbst hat massives interesse daran, die Futurezone zu einer NO-Futurezone zu machen. recherchieren Sie doch einmal seinen Brotberuf und wie oft sein Namen in der futruezone - BErichterstattung im Konnex mit filesharing etc. fällt! Aha-Effekt nicht auszuschließen.

DieBabs
15.06.2010 15:29
Willkommen Steinzeit!

klingt ja nicht sehr berauschen... oOOO

NONE
14.06.2010 13:46

Die Konzerne übernehmen die Macht.

Tja, schade. Somit fällt das letzte bisserl Rest an Eigenständigkeit weg.

Irgendwie wird alles schlimmer seitdem Österreich in der EU drinnen ist. Wo bleibt die Eigenständigkeit?

Die Aussage ist auch gut:
"das ist EU-Standard"

Nur weil es ein Standard ist ist es noch lange nicht die richtige Entscheidung...

Fritz Meyer
14.06.2010 10:55
Der VÖZ vertritt einseitige Kapitalinteressen, der ORF das Gemeinwohl.


Und jetzt schaut's zu, wie das Ganze ausgeht...

Das hat nichts mit Dummheit zu tun, das ist Kalkül auf Kosten und zum Schaden der Allgemeinheit.

Fritz Meyer.

summoner
12.06.2010 16:11
"Demnach

darf die Berichterstattung nicht vertiefend sein und auch nicht länger als sieben Tage abrufbar sein. [...] Die Bundesländer-Rubriken dürfen nach dem Vorschlag außerdem nur zehn Tagesmeldungen enthalten."
GEHT'S NOCH???!!!
Wenn der Schmarrn durchgeht schick ich ihnen meinen Fernseher mit der GIS-Kündigung

Am dam des…
12.06.2010 16:48
es geht wohl ums prinzip, aber: ich lese jetzt bei weitem keine zehn meldungen; weh tun muß das fehlende archiv -

das kommt den politikern zugute.

der d
12.06.2010 11:42
RIP ORF

JetztOderNIe
11.06.2010 23:08
GIS Schwachsinn...

... aber für viele Krone Foren Poster fände ich die Idee nicht schlecht. ;)
Da kann man dann so manchen Poster, in Deutsch Kurse schicken, wo sie richtig schreiben lernen.

oh und übrigens
11.06.2010 20:00

RIP FuZo. Lieber Standard, nehmt die Leute von dort bitte auf.

"Für die Teilnahme an Foren oder Chats müssten sich User unterdessen künftig mit ihrer GIS-Teilnehmernummer registrieren lassen."
Das is ein Scherz, oder?

kata tonik
11.06.2010 22:45

Dass man damit das Prinzip des öffentlich-rechtlichen Journalismus in Österreich im Internet verbietet, grenzt nicht an Dummheit, sondern steckt mittendrin.

isehwurscht
11.06.2010 16:12
sowas passiert

wenn keine jungen inovativen leut an den schaltern sitzen?! oder wem können sonst so zukunfts-blockierende ideen einfallen? postenschacher im orf ist offensichtlich noch immer wichtiger als ein medium für die zukunft zu werden. irgendwie typisch österreich.

wolf_vienna
11.06.2010 16:12
orf.at - what for?

Ganz ehrlich, ich brauchte und brauche orf.at nicht. Wofür auch. Für aktuelle Nachrichten, Sport, Wetter gibt's die APA und viele andere mehr. Bessere zudem.Wenns den ORF abschaffen würden, wäre mir nur geholfen, keine Zwangsgebühr mehr. Aber vielleicht stellen die sich demnächst ohnehin selbst ins Aus!

Hans Laschnig
11.06.2010 15:09
So würde die Zukunft aussehen, die wir hier aber nie erreichen werden:

http://videoportal.sf.tv/

Sogar Sendungen, die vor Jahren ausgestrahlt wurden, sind noch abrufbar:
http://videoportal.sf.tv/verpasst

Fazit: Absolut Genial die Schweizer Lösung.

Vorpotsky
11.06.2010 15:02
Das dümmste, was ich seit langem gehört habe

Nix gegen euch, lieber WebStandard! Ihr seid eine verlässliche und in vieler Hinsicht großartige Informationsquelle für Netzpolitik und dergleichen. Aber die Futurezone gehört mit zu den Online-Medien, die ich regelmäßig lese - weil sie oft die ersten oder auch einzigen sind, die viele Themen aufgreifen.

Und die Ski Challenge streichen? Geht's noch dümmer? Das Spiel hat sich offensichtlich in den letzten 5 Jahren kaum verändert - die Lizenzgebühren dürften sich in Grenzen halten. Dafür sehen sich jeden Winter zehntausende freiwillig stundenlang die ORF-Logos an.

Aber bitte - wenn ihr euch gern selbst ruiniert, dann halt ich euch nicht weiter auf.

Synchronschachklub "Rudolf Nurejew"
11.06.2010 14:35
welchem orf-loch ist das eingefallen?

O. Pryde
11.06.2010 15:01
orf-loch, rofl!

Laughing-Man
11.06.2010 14:20
was wollen wir von ORF?

Ben vanDyke
11.06.2010 13:27
ORF ?????

in 6 Monaten wird man sich im In- und Ausland zurecht fragen: ORF, was ist das? ein neues Katzenfutter?

Fazit: absolut provinziell.

Sonstwer
11.06.2010 13:03
möge man dem online ORF alles erlauben

und den Zugang per GIS Nummer sperren

dann kann man auch die GIS-Zwangsverpflichtung für Computer mit Internetanschluss wieder aufheben

hiasll
12.06.2010 11:23

In ein paar Jahren werden wir alle, so wie in Deutschland, GIS Gebühren zahlen müssen, egal ob wir ein TV-Gerät haben oder nicht.

Sonstwer
13.06.2010 17:42
dann wirds wenigstens billiger

Hustler
11.06.2010 12:24

Das ist ja wohl eine der verrücktesten Ideen seit langem. Futurezone abschaffen und sich mit der GIS-Nummer im Forum registrieren :(

Totaler Durchblicksstrudel
 
11.06.2010 13:09

Der Standard wird das gut tun.

graviton
11.06.2010 15:05

Jetzt ist der Nominativ auch schon der Dativ sein Feind ;-)

Hans Laschnig
11.06.2010 15:03

Ja super, und was mach ich, besitzte nämlich keine GIS-Nummer? Ganz abgesehen davon, dass diese Idee sowieso dumm, bescheuert und gefährlich ist.

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