Nachbarschaftskontakte verlagern sich langsam ins Web

10. Juni 2010, 14:49
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Noch zählt das persönliche Gespräch - Online legt zu

In der Nachbarschaft zählt heute noch das persönliche Gespräch von Angesicht zu Angesicht oder zumindest über das Telefon. Gleichzeitig zeigt sich jedoch der Trend, dass sich die Nachbarschaftskontakte und der lokale Informationsgewinn langsam ins Web verlagern. Das geht aus Erhebungen von Pew Research  hervor, wonach sich der Bereich Online auch bei der Kommunikation im engsten Umkreis im Wachstum befindet.

Laut der Erhebung sind 22 Prozent der US-Bürger bzw. 28 Prozent der US-Internetnutzer bei Services angemeldet, um via E-Mail oder SMS Nachrichten zu lokalen Themen zu erhalten. 20 Prozent der Bevölkerung bzw. 27 Prozent der Internetnutzer nutzen digitale Wege, um mit ihren Nachbarn zu kommunizieren oder sich über Angelegenheiten aus der Gemeinde zu informieren.

Hälfte schaut Nachbarn ins Gesicht

Die Internetkommunikation im lokalen Umfeld nimmt zwar zu, trotzdem schaut noch knapp die Hälfte der Menschen den Nachbarn ins Gesicht, wenn über Themen aus der Gemeinde geredet wird. 21 Prozent besprechen Nachbarschaftsangelegenheiten am Telefon. Elf Prozent nutzen Blogs, um sich über Gemeindethemen zu informieren und neun Prozent tauschen Mails mit Nachbarn zu aktuellen Anlässen aus. Vier Prozent der Befragten sind in einem Social Network in einer Gruppe, die sich mit kommunalen Themen befasst.

Kein Versinken in der Anonymität

Das Internet ist heute fixer Bestandteil der meisten Menschen. Für manche geht das Online-Leben gar so weit, dass Updates in sozialen Medien nachts oder sofort nach dem Aufwachen gecheckt werden . Dennoch - so zeigt die Pew-Untersuchung - versinkt die Gesellschaft nicht in der Anonymität. Immerhin kennen nach wie vor 19 Prozent der Befragten sämtliche Namen ihrer Nachbarn. Weitere 24 Prozent geben an, zumindest einige Namen von Nachbarn zu kennen und nur 28 Prozent wissen von niemandem aus der direkten Umgebung, wie er heißt.

Den größten Effekt, den Online-Werkzeuge auf nachbarschaftliche Interaktion haben, ist das Brückenbauen, schließen die Pew-Forscher. Das Internet ermögliche es, auch mit Personen über kommunale Themen zu diskutieren, die sich ansonsten wenig engagieren würden. (pte)

 

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