Britische Notenbank bleibt Politik des billigen Geldes treu

10. Juni 2010, 14:26
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London - Trotz zögerlicher Konjunkturerholung in Großbritannien bleibt die Notenbank bei ihrer Politik der ruhigen Hand: Die Bank von England beließ den Leitzins am Donnerstag auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent und verzichtete zugleich erneut auf eine Erläuterung dieses Beschlusses. Nach dem Aufkauf von Staatsanleihen im Volumen von 200 Mrd. Pfund (242 Mrd. Euro) sieht Zentralbankchef Mervyn King zudem keinen Bedarf, mehr Papiere zur Stabilisierung der Wirtschaft zu erwerben.

Experten erwarten, dass die Geldpolitiker vor strategischen Entscheidungen den Haushalt der neuen konservativ-liberalen Regierung von Premierminister David Cameron abwarten wollen, der am 22. Juni vorgestellt wird. Die meisten Fachleute gehen davon aus, dass eine Zinserhöhung ungeachtet der zuletzt deutlich anziehenden Teuerung erst Anfang 2011 auf die Agenda kommt.

Wegen der desolaten Haushaltslage wird beim neuen Etat mit einem Mix aus Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen gerechnet, die tiefgreifende Auswirkungen auf Wachstum und Preisentwicklung haben dürften. Großbritannien hat die schwerste Rezession seit Jahrzehnten zwar auf dem Papier hinter sich. Das Wachstum ist jedoch schwach - in den Monaten Januar bis März legte die Wirtschaftskraft nur um 0,3 Prozent zu. Die zähe Erholung wird begleitet von einer Schuldenkrise, die auch die Bonitätswächter mit Sorge verfolgen. Großbritannien steht nach Einschätzung der Rating-Agentur Fitch bei der Sanierung seines Haushalts vor "enormen" Herausforderungen.

Die zuletzt kräftig gestiegene Teuerung stellt dagegen nach Ansicht der meisten Mitglieder des geldpolitischen Komitees der Bank of England lediglich ein kurzfristiges Problem dar. Die Inflationsrate war zuletzt über die den Währungshütern von der Regierung vorgegebenen Zielmarke von zwei Prozent geklettert. Normalerweise wäre dies ein eindeutiger Indikator für eine bald bevorstehende Zinserhöhung. (APA/Reuters)

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