Otto Muehl: Austellungs-Eröffnungen mit Entschuldigungsschreiben

10. Juni 2010 13:24
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    Foto: vbk wien, 2010

    Leopold Museum im MuseumsQuartier mit Fassadenprojektion:  "Jimi Hendrix" (Otto Muehl, 1968)

Brief an Archiv-Leiterin Roussel bezüglich Missbrauchsdelikten wurde im Leopold Museum verlesen: "Ich bereue es sehr"

Wien - Mit einer Ausstellung zu verschiedenen Aspekten im Schaffen von Otto Muehl (auch: Otto Mühl) wurde am Dienstag in der Wiener Galerie Krinzinger ein wahrer Ausstellungsreigen zum kommenden 85. Geburtstag des umstrittenen Künstlers am 16. Juni eröffnet. Am Donnerstag, 10.6., startete eine weitere Ausstellung im Leopold Museum, am 17. Juni folgt die Galerie Konzett. Bis 1. August ist im MAK das neunteilige Muehl-Bild "Apokalypse / Keinen Keks Heute" zu sehen.

Brief zur Pressekonferenz

Die Pressekonferenz zur Muehl-Ausstellung im Leopold Museum am Donnerstag bot eine Überraschung. Muehl hat sich in einem Brief für jene Taten entschuldigt, für die er 1991 zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Die Tatsache, dass er zwar sechseinhalb Jahre in Haft verbracht hatte, sich aber nie öffentlich bei den Opfern entschuldigt hatte, war in der Diskussion um die Bewertung seines künstlerischen Werks wie seiner gesellschaftlichen Experimente immer wieder moniert worden. "Ich bereue es sehr", lautet die Kernaussage eines Briefes, den Muehl zwei Tage davor an die Leiterin des Muehl Archivs, Daniele Roussel, geschrieben und den sie am Donnerstag vorgelesen hat (im Volltext weiter unten zu lesen).

"Dass ich mich öffentlich entschuldige, mache ich heute, weil ich auf keinen Fall das Gefühl hinterlassen möchte, dass es mich kalt lässt, dass ich Menschen verletzt habe und dass sich Menschen von mir verletzt gefühlt haben", heißt es in dem Brief, dessen Verwendung er Roussel freigestellt hat.

Roussel hatte vor wenigen Tagen im MAK bei einer Podiumsdiskussion gesagt: "Ich glaube, dass Otto Muehl in vielen Bereichen gescheitert ist, und dass er es weiß." - "Ich glaube, du hast mich vollkommen verstanden, dass ich mich in einigen Sachen grundsätzlich geirrt habe", schrieb daraufhin der an Parkinson erkrankte Muehl aus Portugal seiner Vertrauten. "Ich habe als Künstler und, davon angestachelt, auch als Mensch Risiko auf mich genommen. Das Thema war äußerst empfindlich und schwierig und dadurch habe ich kräftig daneben gegriffen. Ich wollte sie befreien und habe sie mit sexueller Überschreitung stattdessen überrumpelt und gekränkt. Es war auf keinen Fall meine Absicht. Ich hoffe, dass sie mir verzeihen."

Positive Reaktionen

Froh und erleichtert reagierten sowohl die Organisatoren der Muehl-Ausstellung im Leopold Museum als auch ein Vertreter der Initiative ehemaliger Mitglieder der Kommune Friedrichshof. "Wir sind sehr erfreut über diesen Brief. Das macht die Sache viel einfacher. Es war immer ein Problem, dass er sich zu seiner Schuld nicht bekannt hat", sagte Hans Schroeder-Rozelle, Vertreter der Gruppe re-port, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Öffentlichkeit über Muehl zu informieren, seiner "Mystifizierung" entgegenzuwirken und zu "verhindern, dass Muehls Verbrechen zur Kunst erklärt und ausgestellt werden".

Re-port hatte im Vorfeld mit dem Kurator der Ausstellung im Leopold Museum, dem Psychologen und Psychotherapeuten Diethard Leopold, zusammengearbeitet und dabei u.a. verhindert, dass im Zusammenhang mit den Verbrechen Muehls entstandene Bilder bzw. Bilder, auf denen Missbrauchsopfer zu sehen sind, gezeigt werden. Die Familie Leopold könne "sehr stolz sein", dass im Zusammenhang mit der jetzigen Ausstellung dieser Brief zustande gekommen sei, dennoch kritisierte Schroeder-Rozelle bei der Pressekonferenz, dass "die Kritik großteils auf die Homepage des Museums ausgelagert wurde". Schließlich sei die gezeigte Kunst in der Zeit der Kommune am Friedrichshof entstanden, wo Muehl "ein despotisches, demütigendes, unterdrückendes System" etabliert habe. Man habe erhebliche Bedenken gegen die Intention des Kurators, Leben und Werk von Muehl getrennt zu betrachten.

"Ich stehe zur Trennung von Kunst und Leben", sagte Diethard Leopold, auch Muehl sei es letztlich nicht gelungen, diese Trennung aufzuheben. Man solle "die Bilder als Bilder ansehen und nicht als Illustration seines Lebens", so Leopold, der hofft, mit der Ausstellung "einen unbefangenen, freien Blick auf die Kunst" zu ermöglichen. Diethard zeigte sich ebenso wie seine Mutter Elisabeth Leopold "positiv überrascht" von dem Brief, der "ein bewegendes Dokument" sei. Er betonte, man habe bewusst und ohne Notwendigkeit ("denn wir hatten die Bilder ja zur Hand") im Vorfeld Kontakt sowohl zu Roussel und dem noch bestehenden Kreis um Muehl als auch zu re-port gesucht und dabei "mediatorisch-allparteilich und nicht doppelzüngig" agiert: "Für alle Parteien ist dabei etwas herausgekommen." "Ich freue mich unendlich über diesen Brief", sagte Elisabeth Leopold. "Es wird, wie wir hoffen, ein neuer Diskurs über dieses Werk möglich sein."

Die Ausstellungen: Muehl bei Leopold und Krinzinger

Rund 80 großformatige Öl- und Acrylgemälde sowie 20 Papierarbeiten der Jahre 1962 bis 2000 umfasst die Ausstellung "Otto Muehl. Sammlung Leopold". Die ausgestellten Werkgruppen, die seine aktionistischen Anfänge weitgehend aussparen, sind vielfältig: der große "Vincent"-Zyklus aus dem Jahr 1984, Materialbilder, Collagen oder Siebdrucke aus den 60ern, "Köpfe" und Porträts, Gemälde mit wuchtigem, zu Gebirgen erstarrtem Farbauftrag, die sexuell aufgeladenen Gefängnisbilder, ein Bild der "Haifisch"-Serie, späte Farblandschaften. Ein Wandtext weist darauf hin, dass die Serie "Unfälle im Haushalt" fast zur Gänze nicht gezeigt werde, da auf ihr Missbrauchsopfer dargestellt seien. Aktionismus-Spezialist Hubert Klocker bei der Presseführung: "Das Schöne an dieser Ausstellung ist ja, dass es auch um den Blick des Sammlers Rudolf Leopold auf das Werk von Otto Muehl geht. Das Gesamtwerk ist ja wesentlich umfangreicher."

Bei Krinzinger sind u.a. Fotoserien zu frühen Aktionen Muehls aus den 60er Jahren, großformatige Bilder der 80er Jahre zu sehen. Zwei vom Muehl-Archiv herausgegebene Editionen geben Einblick in die ersten aktionistischen Arbeiten: Eine Fotoserie der ersten Aktion "Versumpfung einer Venus" (1963) zeigt Muehl lustvoll bei der Arbeit, den nackten menschlichen Körper mit verschiedenen Lebensmitteln, Cremes, Farben und Wasser in Beziehung zu bringen. In der Materialaktion "mama und papa" (1964) spielte infantile Sexualität ebenso wie assoziativer Umgang mit Geschlechtsverkehr und Geburt eine zentrale Rolle. Rückblickend ahnt man anhand der Fotos bereits nicht nur das Herantasten an künstlerische, sondern auch an gesellschaftliche Tabus, was später in der Kommune Friedrichshof im angewandten sozialen Experiment so problematisch werden sollte.

Im Nebenraum wähnt man sich mit großformatigen Ölgemälden im Museum - keine falsche Assoziation, wie sich herausstellt. Drei im Herbst des Jahres 1984 entstandene Bilder, die Hitler, Stalin sowie eine von uniformierten Nazi-Schergen durchgeführte Hinrichtung zeigen, bietet Ursula Krinzinger nur zu dritt an. Kurator Theo Altenberg hat dazu weitere Ölbilder sowie ein Acrylbild aus Muehls Beschäftigung mit Vincent van Gogh gehängt.

Der Gerichtsfall

Der Aktionskünstler Otto Muehl hatte 1970 eine Kommune gegründet, die in den folgenden Jahren den Friedrichshof im Nordburgenland zu ihrem Zentrum ausbaute und zeitweilig mehrere hundert Mitglieder umfasste. Das Prinzip der freien Sexualität sollte die "schädliche" Zweier-Beziehung ersetzen. Mitte der 80er Jahre wurde auf der Kanarischen Insel La Gomera ein weiterer Stützpunkt geschaffen. Im November 1991 war Muehl in Eisenstadt wegen einer Reihe von Sittlichkeitsdelikten, allen voran Unzucht mit Unmündigen, sowie Verstößen gegen das Suchtgiftgesetz zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Im Dezember 1997 kam er aufgrund einer Amnestie frei. (APA)

 

Der Brief von Otto Muehl im Wortlaut und Original-Schreibweise
Geschrieben am 8. Juni an Daniele Roussel

"liebe daniele,

ich glaube, du hast mich vollkommen verstanden, dass ich mich in einigen sachen grundsätzlich geirrt habe. ich habe als künstler und, davon angestachelt, auch als mensch risiko auf mich genommen.

das thema war äusserst empfindlich und schwierig und dadurch habe ich kräftig daneben gegriffen.

plötzlich drehte sich die gesamte idee der kommune um. in den 80er jahren wurden wir so eine riesen-institution, und es wurde daraus ein staat im staat. die durch mich angekurbelte dynamik rutschte mir schließlich aus den händen. ich habe meine wirkung als sogenannter häuptling innerhalb der kommune unterschätzt. ich habe mit 7 jahren gefängnis bezahlt. ich habe es abgesessen.

dass ich mich öffentlich entschuldige, mache ich heute, weil ich auf keinen fall das gefühl hinterlassen möchte, dass es mich kalt lässt, dass ich menschen verletzt habe und dass sich menschen von mir verletzt gefühlt haben. ich bin auf alle kommunarden sehr gestanden. ich brauchte zeit, um zu verstehen, dass ich durch meine machtposition an den bedürfnissen meiner mitmenschen vorbei agierte, insbesondere an den bedürfnissen der jugend.

die stellungnahme der jugendlichen damals im gerichtssaal machte mich fassungslos. ich wollte sie befreien und habe sie mit sexueller überschreitung stattdessen überrumpelt und gekränkt. es war auf keinen fall meine absicht. ich hoffe, dass sie mir verzeihen.

ich gebe auch zu, dass ich manchmal zu den kindern der grosskommune, als übervater von 100 kindern wirkend, zu scharf war und schaden angerichtet habe, ohne bewusstsein über meine fehlentscheidungen. ich bereue es sehr. alles ist mir durch unser klein-experiment hier in portugal bewusst geworden.

liebe daniele, ich fühle mich durch dich gut vertreten. du kannst diesen brief einsetzen, wie du es für richtig hältst.

herzlichst
dein otto"

 

Kommentar posten
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Tschuri Cazzino
 
13.06.2010 08:30
Die Pro-Muehl Zensur in diesem Forum ist erbärmlich.

Dass trotzdem das Verhältnis der Posts zwischen Pro-Muehl-Postern und Muehl-Gegner mindestens 1:10 beträgt, zeigt, dass Muehl künstlich gepusht wird und nur eine winzige Minderheit der Meinung ist, dass Muehls Werk die Beachtung verdient, die ihm einige Leute ohne Berürhungsängste zu grauslichsten Verbrechen hier verleihen wollen.


Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermutung.

Menschenflüsterer
 
11.06.2010 17:39
Muehl entschuldigt sich gegen Bezahlung!

Wenn sich Fritzl entschuldigt, müssen wir ihn dann dafür auch bezahlen?

Schaumamal, ob dieser Kommentar durchgeht.

sergeifreud
11.06.2010 14:01

Mühl ist ein fürchterlich biederer und mittelmäßiger Künstler.
Ohne seine Sex-geschichten würde sich kein Schwein (geschweige denn Kunstinteressierter) für ihn interessieren

horst dunz
11.06.2010 13:51
schwach

ich finde es ziemlich bedenklich wenn gerade in der Auseinandersetzung mit den Aktionisten provokative Postings zensuriert werden.

Polix
12.06.2010 00:21

es könnte ja persönliche Gründe dafür geben...

wackelkandidat
11.06.2010 13:07

Die Bilder, die ich von Otto Mühl kenne, gefallen mir zum Großteil sehr gut.
Die Ausstellung werde ich mir bestimmt ansehen.

Mirabeau
11.06.2010 13:23

Ob Mühls Kunst gut oder schlecht ist, ist nicht die Frage.
Die Frage lautet vielmehr, ob man die Person von seiner Kunst trennen kann?
Wenn sie diese Frage bejahen, dann gebührt
Leni Riefenstahl allerdings ein Oscar für ihr Lebenswerk und eine große Ausstellung im Filmmuseum.

Tschuri Cazzino
 
13.06.2010 08:37
Natürlich stellt sich die Frage, ob seine Kunst gut oder schlecht ist,

und ob sie auch ausgestellt würde, wenn Sie nicht von einem perversen Straftäter stammte. Eine Ausstellung über Serienmörder bedeutet auch nicht, dass die Killer, Künstler sind.

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermutung.

wackelkandidat
11.06.2010 13:39

was heisst bitte:

"die Person von der Kunst trennen?"

Das geht zwangsläufig nicht.

In Mailand war ich bei einer großen Leni Riefenstahl Ausstellung und Retrospektive.
Sie ist zweifellos eine bedeutende Regisseurin.

Mirabeau
11.06.2010 15:12

Ich zweifle nicht daran, daß sie eine bedeutende Regisseurin war. Trotzdem wird man ihre Kunst niemals ohne Kommentar zeigen können ohne Gefahr zu laufen, das von ihr hofierte Regime zu verharmlosen. Es wird auch stets Proteste von Opfern dieses Regiemes geben.

Bei Mühl ist die Tendenz bemerkbar, seine Taten als Teil eines Gesamtkunstwerkes zu sehen, als verzeihlichen Ausrutscher eines jungen Wilden zu betrachten, denn seine Taten werden in Ausstellungen in aller Regel nicht thematisiert, oder nur am Rande gestreift, was bei manchen den Eindruck erweckt, Mühl wäre das Opfer einer Kunst-feindlichen Öffentlichkeit und deshalb im Gefängnis gesessen.
Mühl saß aber nicht wegen seiner Kunst ein, sondern weil er Kinder vergewaltigt hat.

eos kahane
18.06.2010 22:34

Ich danke Mirabeau für Ihren Kommentar.

wackelkandidat
11.06.2010 16:32

Riefenstahl: ich vertraue darauf, daß ein heutiges Publikum entsprechend informiert ist. Wenn nicht, ist ohnehin jede Diskussion unnötig.

das Gleiche gilt für Mühl.

und ebenso für Mozart oder Schönberg oder Cranach oder Warhol, etc...


Tschuri Cazzino
 
13.06.2010 07:35
Nur das Publikum, das Kunst und Künstler nicht trennt,

ist ausreichend über Muehl und die anderen informiert, wenn es in den Ausstellungen nicht thematisiert wird.

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser (im Gegensatz zu Otto Muehl) noch immer die Unschuldsvermutung.

Menschenflüsterer
 
11.06.2010 12:15
Otto Muehl ist so toll!

Leider wird meine tatsächliche Meinung zensiert.

ZabiaZabia
11.06.2010 12:09
Als ehemaliges

Vergewaltigungsopfer erkenne ich Krokodilstränen. Außerdem habe ich ein feines Gespür für Ehrlichkeit.

Keine meiner Töchter hätte ich jemals als Kind in einen Tanga gesteckt (die werden ja nicht von Kindern gekauft, und wer schenkt bitte einer 8jährigen einen Tanga?) oder die Scham entblößt.

Auch meinen Sohn hätte ich niemals erotisch gekleidet!

Ein Geschäft, das erotische Kinderkleidung anbietet, das würde ich niemals betreten.

Tschuri Cazzino
 
13.06.2010 07:42
Ich habe noch nie Geschäfte wahrgenommen, das

erotische Kinderkleidung anbietet. Kann es nicht sein, dass Ihre Erlebnisse Ihre Wahrnehmung prägen?

Ich habe vorige Woche eine Schulklasse von vollverschleierten Volksschülerinnen bei 33 ° C am Schulausflug erlebt. Das halte ich für wesentlich bedenklicher als Kinder im Badekleidung im Bad. Erotisch ist das eine wie das andere nur für Menschen mit einer abweichenden Sexualität.


Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermtung.

Treue Leserin
11.06.2010 12:07
... ich wollte sie befreien ...

... schreibt Mühl und die Leserschaft ist gerührt - ich verstehe die Welt nicht mehr.
Da nutzt ein Typ Macht und Charisma schamlos aus und schnappt sich "seine" Kommunenmitglieder aller Altersgruppen, sicher werden ihm die sehr jungen Mädchen besonders "am Herzen gelegen" sein, behauptet, sie befreien zu wollen, und Jahre später tut er so, als wolle er sich entschuldigen und fordert noch Mitleid für die Gefängnisjahre.

Weiteres Zitat aus dem Brief : '... alles ist mir durch unser klein-experiment hier in portugal bewusst geworden .... '
Fängt alles wieder an, im 'klein-experiment' - das ist zum K.....

Laurisilva
11.06.2010 11:58
sexuelle energie

in mühl auch den mensch an sich zu sehen, seine entschuldigung zu respektieren ohne die taten zu verleugnen und zu verwaschen, wäre auch angebracht. sich darüber nur aufzuregen ist um kein haar besser als mühl selbst.
das, was er getan hat, ist nicht in ordnung. trotzdem ist er mensch und hat das recht auf entwicklung und respekt in seinem menschsein, der möglichkeit via fehler zu lernen.

das gesamte leben ist sexuelle energie. in welcher form sie sich manifestiert u. gelebt wird, ist eine frage des bewußtseins darüber. ob man sie am untersten ende der skala lebt - roh, verletzend, aggressiv, gewalttätig - oder den oberen bereich lebt - mitfühlend, mit liebe verwebt, ist entscheidung jedes einzelnen menschen.

Tschuri Cazzino
 
13.06.2010 08:00
Wenn Ihr gesamtes Leben sexuelle Energie ist,

so haben sie ein ebenso armselige Leben wie Muehl. Glauben Sie es einfach einem, der es wissen muß und vermutlich sogar besseren Sex hat als Sie: Es gibt mehr als Sex im Leben.

Im Übrigen gilt für Karl-Heinz Grasser die Unschuldsvermutung.

Laurisilva
13.06.2010 11:31
@tschuri

Sie sollten den ganzen Beitrag lesen und nicht Einzelsätze ohne Kontext herausfischen, um zu verstehen, was gemeint war - falls Sie das überhaupt wollen.

Gratuliere zu Ihrem "besserem Sex", was immer das auch sein soll.......:-)
und: eben, daß es mehr als Sex gibt im Leben, davon handelt mein Kommentar, den Sie vermutlicht nicht weiter als die Überschrift gelesen haben.....

vibraphone
11.06.2010 20:48
"das gesamte leben ist sexuelle energie ... in welcher form sie ... gelebt wird... ist entscheidung jedes einzelnen menschen"

Es ist wohl auch Entscheidung jedes einzelnen Menschen, durch die Art seines sexuellen "Wirkens" möglicherweise Kinderseelen zu morden?

Bevor sie die Auswirkungen der sexuell individuellen Entscheidung von Otto Mühl derart herunterspielen, sollten Sie vielleicht Erfahrungsberichte von seinen Opfern lesen:

http://www.re-port.de/Nenas%20B... richt.html
wurde bereits von "Mirabeau" (http://derstandard.at/plink/127... d16970590) gepostet

Laurisilva
13.06.2010 11:38
@vibraphone

es geht nicht um ein Herunterspielen, sondern um die Frage, wozu es führt, ob es sinnvoll ist und sinnbringend, wenn jeder hier schreit: der Mühl ist ein Arxx, die Entschuldigung verlogen usw. Wird dadurch irgendein Problem gelöst? Wird dadurch den Opfern geholfen?
Wenn man wirklich was verändern will, dann kann man das nur bei sich selbst tun, und da sollte man sich mal bewußt machen, wie man selbst funktioniert, seine eigenen sexuellen Störungen und Neurosen begutachten - die liegen bei so gut wie jedem vor nach der katholischen Prägung über Jahrhunderte usw. Wirklich frei ist hier niemand, auch ich nicht.

Mirabeau
11.06.2010 12:52
Die Opfer sehen das allerdings anders.

ZITAT:
"Für Muehl und einen überwiegenden Teil der internationalen Kunstszene hat die Tatsache bestand, das der Täter (Muehl) seine Schuld mit Verbüßung der Strafe getilgt hat.

Für die Opfer ist das allerdings nicht der Fall. Vielen Kindern und Jugendlichen wurde durch das verbrecherische Verhalten Otto Muehls in den Kommunejahren jegliche Chance, ein normales, glückliches Leben zu führen zerstört, zumindest aber erheblich erschwert.

Wir alle wissen, das Opfer von Vergewaltigungen und frühkindlichem sexuellen Missbrauch oftmals ihr Leben lang an den psychischen Folgen zu leiden haben.

Jede Ausstellung, die im Ergebnis eine Öffentlichkeit für Muehl schafft, ist somit eine erneute Demütigung der Opfer."

johann potakowskyj
 
11.06.2010 23:32
ich hab allerdings einige kennengelernt, die in einer der Kommunen aufgewachsen sind

egal welcher Bildungsstufe begegneten sie mir als kreative und soziale Menschen mit innig sympathischer Ausstrahlung.

Dass sie da gleichsam alle als völlig gestörte leidende Wracks bezeichnen ....

Ich stell mir das so richtig vor. Sie begegnen jemanden der in einer der Mühlkommunen aufgewachsen ist und gleich brechen sie los: Ach Gott, dieses total zerstörte arme menschliche Wrack.

Vielleicht höre ich Sie dann noch stöhnen, dass Sie -igitt -damit rein gar nichts zu tun haben möchten ...

Mirabeau
13.06.2010 00:06

Wie das einleitende Wort ZITAT, beziehungsweise die Anführungszeichen vor und nach demselben bereits suggerieren, ist das nicht mein Text sondern die Stellungnahme einer Vereinigung von Otto Mühls Opfern.

Sie verhöhnen also nicht mich, sondern die Opfer.

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