Selbstmordserie

Foxconn verweigert weiteres Geld

10. Juni 2010, 11:05
  • Artikelbild
    foto: reuters/bobby yip

    Proteste gegen die Arbeitsbedingungen beim Apple-Zulieferer Foxconn.

Nach den Suiziden mehrer Mitarbeiter zahlte der Elektronik­hersteller eine Einmalsumme an Hinterbliebene

Taipeh - Der weltweit größte Elektronikhersteller Foxconn will keine Entschädigungen mehr an Hinterbliebene von Mitarbeitern in China zahlen, die Selbstmord begangen haben,  teilte das taiwanesische Unternehmen mit. Die Entscheidung ist den Angaben zufolge Teil einer Initiative, in deren Rahmen Foxconn unter anderem die Löhne seiner Beschäftigten deutlich erhöht und Hinterbliebenen Trauerdienste anbot.

Chinesischen Medienberichten zufolge hatte das Unternehmen Hinterbliebenen bis zu 100.000 Yuan (etwa 12.100 Euro) gezahlt. Das Unternehmen selbst erklärte, die Zahlungen seien individuell festgelegt worden. Beobachter hatten spekuliert, einige Arbeiter könnten sich umgebracht haben, um Zahlungen für ihre Verwandten zu erhalten.

In dem Werk des IT-Herstellers in der chinesischen Sonderwirtschaftszone Shenzhen hatten sich seit Beginn des Jahres zehn Mitarbeiter das Leben genommen, ein elfter in einem Werk im Norden Chinas. Arbeitsrechtler machten für die Suizide schlechte Arbeitsbedingungen bei niedrigen Löhnen verantwortlich. Die Selbstmorde schürten bei den Verantwortlichen Angst vor sozialen Unruhen. China konnte bislang vor allem aufgrund seiner niedrigen Löhne als Wirtschaftsstandort auftrumpfen.
 (APA)

Kommentar posten
14 Postings
smartin13
00
11.6.2010, 19:18

foxconn droht mit rückzug aus china.orf.at. 240 eur für 72 stunden woche ohne urlaub ist ihnen zu teuer.indien u taiwan ist angeblich billiger.komms mach ma endlich schluss mit dem wahnsinn

woifee 0.0
00
10.6.2010, 16:32

Ich frage mich, ob die Selbstmorde bei Foxconn auch so medial präsent wären, würde Apple nicht bei ihnen Herstellen lassen.

Ich bin der Meinung...
00
10.6.2010, 21:52
Ach, wen interessieren schon

Selbstmorde, wenn die Arbeiter so unspektakuläres Zeugs wie HP Proliant Server oder Lenovo Thincentre Workstations schrauben?

So gesehen ist der Auftrag von Apple das Beste was den Foxconn Mitarbeitern passieren konnte....

"Teure Lifestyleprodukte durch Sklavenarbeit"
macht alsSchlagzeile mehr her wie
"Hochskalierbare Midrange Server durch Sklaverei", nicht wahr?

Gegenflieger
00
10.6.2010, 14:27
Nie im Leben

Wede mir nie im Leben was von Apple kaufen.
Zuviel Blut dran.
Will nicht damit Prahlen wieviele Chinesische Arbeiter sterben müßen damit ich mir ein IPad oder IPhone
kaufen kann.Das bloß als stütze für ein geringes selbstbewüßtsein ist.

Jessas Na
00
10.6.2010, 22:19

ok, dann aber prinzipiell nix mit dem aufkleber "made in china", so gut wie keine computer (egal, hp, lenovo, dell, cisco, sony, microsoft... alle lassen sie bei foxconn fertigen, die im übrigen weit über durchschnitt zahlen), kein gemüse aus spanien oder italien (wo nicht selten afrikanische schwarzarbeiter ausgebeutet werden) und nicht zu letzt 10 euro t-shirts bei H&M kaufen.

Ich bin der Meinung...
00
10.6.2010, 21:55
Uih je

Wenn Sie GEGEN die Foxconn-Sklaverei - und nicht Apple-Bashing betreiben wollen, bleibt Ihnen nur ein Mittel: Rauf auf den Dachboden und die gute alte Triumpf-Adler "Made ist West Germany" auspacken.

Weil mit (Marken-)Computern ist es vorbei, wenn Sie Foxconn ernsthaft boykottieren wollen.

Tipp: Öffnen Sie Ihren PC und sehen Sie mal nach wie oft dort "Foxconn" Draufsteht. Auf den Steckern, auf dem Board usw...

Lord Chaos
00
10.6.2010, 16:43


Dann darfst Du aber keine technischen Geräte mehr kaufen, kein Internet benutzen, usw

HP, Cisco, .... alle lassen bei Foxconn produzieren.

Gegenflieger
00
10.6.2010, 18:43

Dank Woifee 0.0 verläuft deine argumentation ins leere.

woifee 0.0
01
10.6.2010, 16:33
andreas lamers
 
00
21.7.2010, 14:05
wenn sie es gelesen haetten

focxonn ist eine taiwanesische firma die boersennotiert ist. und apple oder steve jobs gehoert die bude nicht. der laesst nur dort produzieren wie die anderen auch. eigene fabriken waren den meisten zu teuer. und nun eine boese wahrheit, chinesische arbeiter sind weit billiger als maschienen.

-blos so-
00
10.6.2010, 12:26
Bloody Apple - wie passend...

wenn die eigenen Mitarbeiter schon ausschließlich Apple anführen, dann kann man wohl davon ausgehen, daß die restlichen Konzerne nur marginal dort vertreten sind...

Cerberus303
00
10.6.2010, 12:31
steht ja nirgends...

... dass das foxconn mitarbeiter sind, die da protestieren...

log_out
00
10.6.2010, 12:36

zumindest keine aus china, oder darf man dort protestieren?

Keyser
00
10.6.2010, 13:03
Assistant Prof. Minqi Li University of Utah zu dieser Frage

Well, in China, you know, whether something is legal or illegal, allowed or not allowed, is always something ambiguous. And so it's not really a question about whether it's legal or illegal; it's a question about whether, you know, given a situation, and if the workers could get effectively organized, if they could put some pressure on the local government and given the situation, it's not convenient for the local government to simply crack down, then that protest will happen. Otherwise it will be difficult.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.