Die Blackhawks haben den Stanley Cup

10. Juni 2010, 07:51
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Ein 4:3-Sieg in Philadelphia bringt Chicago den ersten Titel seit 1961 - "best of seven"-Serie mit 4:2 entschieden

Philadelphia - 49 Jahre haben die Chicago Blackhawks warten müssen, bis sie über die neuerliche Eroberung des Stanley Cups jubeln durften. Sie gewannen am Mittwoch das sechste Match der "best of seven"-Finalserie der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga (NHL) bei den Philadelphia Flyers mit 4:3 nach Verlängerung und holten mit 4:2 Siegen erstmals seit 1961 die Trophäe. Der Wiener Andreas Nödl stand bei den Flyers auch im letzten Finalmatch nicht im Kader.

Die von Joel Quenneville gecoachten Blackhawks mussten so lange wie kein anderes der sechs "Gründer"-Teams der NHL auf einen neuerlichen Erfolg warten. Patrick Kane erzielte in der fünften Minute der Verlängerung den "goldenen" Treffer zum insgesamt vierten Titel.

In die Verlängerung gerettet

Die Blackhawks hatten im Wachovia-Center die ersten zwei Drittel dominiert und gingen durch Dustin Byfuglien (17.) in Führung. Nachdem Scott Hartnell (20.) und Daniel Briere (28.) für die Flyers trafen, schlugen Patrick Sharp (30.) und Andrew Ladd (38.) zurück. Hartnells zweiter Treffer zum 3:3 rettete die Gastgeber 3:59 Minuten vor dem Ende der Partie in die Verlängerung.

Da hatte Philadelphia zwar die besseren Chancen, scheiterte aber an Blackhawks-Keeper Antti Niemi. Flyers-Schlussmann Michael Leighton ließ hingegen nach 4:06 Minuten der Verlängerung einen Schuss von Kane aus spitzem Winkel durch seine Schoner ins lange Eck passieren. Der 21-jährige Kane, der mit den USA Olympia-Zweiter war, war perplex. "Ich habe nur draufgehalten. Es ist so unwirklich, wir haben den Cup!"

Jonathan Toews ist MVP

Chicagos Kapitän Jonathan Toews (7 Tore, 22 Assists im Play-off) bekam nach der Partie nicht nur den Stanley Cup von NHL-Commissioner Gary Bettman überreicht, sondern wurde auch zum "wertvollsten Spieler" (MVP) der Finalserie gewählt. Wie Toews durften auch seine Teamkollegen Duncan Keith und Brent Seabrook den zweiten großen Erfolg in diesem Jahr bejubeln. Am 28. Februar hatte das Trio mit Kanada durch einen 3:2-Finalerfolg gegen die USA die Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver gewonnen.

"Diese langen Jahre, in denen das Team dem Erfolg nahe war, aber nie den Cup gewonnen hat, da willst du es unbedingt - für jeden Kollegen, die Fans und auch für Burschen wie Bobby Hull und Stan Mikita (zwei Legenden vom Erfolg 1961, Anm.)", erklärte Toews.

"Es tut weh, es ist traurig"

Für die Flyers erfüllte sich die Hoffnung auf den dritten Pokalgewinn nach 1974 und 1975 nicht. Schon der Halbfinaleinzug war hart erkämpft gewesen. Da hatten sie mit Andreas Nödl gegen die Boston Bruins als erst drittes NHL-Team einen 0:3-Rückstand wettgemacht und waren noch aufgestiegen.

In der Finalserie stellten sie nach zwei Niederlagen auf 2:2, verloren aber die fünfte Partie in Chicago und vermochten auf eigenem Eis nicht mehr auszugleichen. "Es tut weh, es ist traurig, man ärgert sich", sagte Hartnell. "Aber wir haben es verdient, im Finale zu spielen." Coach Peter Laviolette muss auf seinen zweiten Titel nach 2006 (mit Carolina) weiter warten. "Aber ich bin stolz darauf, wie die Burschen gespielt und gekämpft haben." Die Fans sahen es ähnlich, nach dem Match schallte lautstark das Lied "Let's go Flyers" von den Rängen.(APA)

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    Jonathan Toews stemmt den Cup.

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