Heribert Rahdjian wird nicht Spitzenkandidat

9. Juni 2010, 22:40
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Alexander Spritzendorfer neue Nummer 1 bei Wien-Wahl

Wien  - Das Match ist entschieden: Der grüne Bezirksvorsteher in der Josefstadt, Heribert Rahdjian, wird als Spitzenkandidat für die Wien-Wahl im Herbst nicht mehr zur Verfügung stehen. Rahdjian (74) unterlag bei der Listenerstellung durch die Mitglieder der Bezirksgruppe seinem Gegenkandidaten, dem 47-jährigen Alexander Spritzendorfer. Spritzendorfer wird somit Spitzenkandidat für die Josefstädter Grünen sein, teilte die Partei am Mittwochabend in einer Aussendung mit. Rahdjian wird - nach derzeitigem Stand - bis zur Wahl allerdings weiterhin Bezirksvorsteher bleiben, so ein Sprecher.

Knapp 60 Prozent stimmten für Spritzendorfer, so der Sprecher. Rahdjians bisherige Stellvertreterin Doris Müller, mit der er sich im Vorfeld der Listenwahl einen Machtkampf lieferte, landete auf Platz 2. Der grüne Bezirksvorsteher hatte im Vorfeld der Listenwahl damit gedroht, in der Josefstadt nicht mehr als Spitzenkandidat antreten zu wollen, sollte Müller erneut auf die zweite Stelle gewählt werden. Er warf seiner Vize vor, ihn bekämpft und an seinem Sessel gesägt zu haben und warnte vor dem Verlust der Vorherrschaft in der tendenziell bürgerlichen Josefstadt.

Rahdjian war in der Listenbestimmung nun seinem Konkurrenten unterlegen, weshalb sich die Frage, ob er das Handtuch mit Müllers zweitem Platz tatsächlich werfen würde, schließlich gar nicht mehr stellte. Er ist nun überhaupt nicht mehr auf der Bezirksliste vertreten. Landessprecherin Silvia Nossek interpretierte die Entscheidung jedenfalls positiv: "Diese Wahl ist eine gute Entscheidung in einer schwierigen Situation. Mit Spritzendorfer gewinnen die Grünen ein neues Gesicht mit viel Erfahrung."

Tatsächlich ist der neue Spitzenkandidat in der Wiener Kommunalpolitik noch ein Unbekannter. Seit 2003 für die Partei tätig, arbeitete er zunächst im Parlamentsklub und wurde dann Landesgeschäftsführer bei den Kärntner Grünen. Seit 2007 ist er Klubsekretär und Finanzreferent bei den niederösterreichischen Grünen. Er lebt seit mehr als einem Jahrzehnt im achten Bezirk.

Sein Ziel: Die Vorherrschaft seiner Partei in der Josefstadt zu halten. "Wir wollen auch den nächsten Bezirksvorsteher stellen und für die JosefstädterInnen weiterarbeiten", gab er sich in der Aussendung optimistisch. Der achte Bezirk wird seit 2005 grün regiert. Daneben hat nur noch das angrenzende Neubau einen grünen Bezirkschef. (APA)

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