Slota will Kinderschänder "mit dem Rasiermesser aufschlitzen"

9. Juni 2010, 17:04
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Wahlkampf in der Slowakei: SNS plakatiert Anti-Roma-Propaganda

Bratislava  - Nach Ungarn und Roma hat der Chef der mitregierenden slowakischen Nationalisten (SNS), Jan Slota, ein neues Feindbild entdeckt: Die Kinderschänder. In einer TV-Diskussion forderte Slota, die Todesstrafe für pädophile Täter einzuführen. Angesprochen auf die Ächtung dieser Strafe in der Europäischen Union antwortete der SNS-Chef kurz und bündig: "Die EU ist nur eine Fiktion, die Pädophilie ist eine Realität."

Slota begründete seine Forderung mit dem Beispiel eines Kinderschänders, der "ein normales Leben in perfekten Gefängnissen mit Fernsehern und sozialen Einrichtungen" führe, während die Mutter des von ihm getöteten Kindes "im Irrenhaus" gelandet sei. "Was für Menschenrechte? So einen Gauner hätte ich mit einem Rasiermesser aufgeschlitzt!", wurde Slota auf der Internetseite aktuality.sk zitiert.

Die Slowakische Nationalpartei (SNS) gehört der Regierungskoalition von Ministerpräsident Robert Fico an. Bei der Parlamentswahl am Samstag muss sie um den Verbleib im Nationalrat zittern, da sie in den Umfragen nur knapp über der Fünf-Prozent-Hürde liegt. Slota hat sich vor allem als scharfer Kritiker der ungarischen Minderheit profiliert. So forderte er unter anderem, Budapest mit Panzern zu überrollen. Im heurigen Wahlkampf ging die SNS auch auf die Volksgruppe der Roma los. Auf SNS-Großplakaten wurde ein beleibter Roma mit nacktem und tätowiertem Oberkörper und der Aufschrift: "Damit wir nicht jene durchfüttern, die nicht arbeiten wollen" abgebildet. (APA)

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