Hamas will keine genehmigte Einfuhr von Keksen

10. Juni 2010, 19:45
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Wirtschaftsminister: "Wir brauchen keinen Saft und keine Limonade" - Israel kündigte Lockerung des Embargos für bestimmte Waren an

Gaza - Die im Gazastreifen regierende radikalislamische Hamas lehnt die von Israel erlaubte Einfuhr von Limonade und Süßigkeiten in das palästinensische Autonomiegebiet ab. Solange Israel nicht die Blockade des Gazastreifens vollständig aufhebe, werde man auf die Einfuhr solcher Güter verzichten, erklärte Wirtschaftsminister Siad al-Sasa am Donnerstag. "Wir brauchen keinen Saft und keine Limonade", sagte der Minister. Gebraucht werde im Gazastreifen Rohmaterial, damit die stillgelegten Betriebe wieder ihre Produktion aufnehmen könnten.

Israel hat die Blockade des Gazastreifens am Mittwoch ein wenig gelockert und eine Reihe bislang verbotener Lebensmittellieferungen wieder zugelassen. Demnach dürfen Limonade, Saft, Gewürze, Rasierschaum, Chips, Kekse und andere Süßigkeiten wieder in den Gazastreifen gebracht werden. Bislang wurden derartige Güter aus Ägypten eingeschmuggelt. Weiter nicht erlaubt ist aber die Einfuhr von Zement, Stahl und anderen Baumaterialien, die für den Wiederaufbau vieler kriegszerstörter Häuser im Gazastreifen gebraucht werden.

Israel: Kein Zusammenhang mit Erstürmung der Gaza-Hilfsflotte

Von israelischer Seite hieß es, die Entscheidung habe nichts mit der international heftig kritisierten Erstürmung der Gaza-Schiffsflotte zu tun, bei der Anfang vergangener Woche neun Aktivisten getötet wurden. Die Handelserleichterung wurde nur wenige Stunden vor einem Empfang von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas durch US-Präsident Barack Obama bekanntgegeben. Bei dem Gespräch in Washington sollte es auch um Möglichkeiten gehen, Lieferungen in den Gazastreifen zu erleichtern.

Nach der Machtübernahme der Hamas im Jahr 2007 hat Israel die Grenzen des von 1,5 Millionen Palästinensern bewohnte Küstenstreifens weitgehend abgeriegelt. Die Regierung in Jerusalem gerät aber zunehmend unter Druck, die Abriegelung aufzuheben. Israel begründet die weitestgehende Abriegelung des von der Extremistengruppe Hamas kontrollierten Gebietes mit der Gefahr des Waffenschmuggels. Die Regierung in Jerusalem weist den Vorwurf zurück, eine humanitäre Katastrophe verursacht zu haben. (APA/apn/Reuters)

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    Palästinensische Arbeiter in einer Süßwarenfabrik in Deir El-Balah im Gazastreifen. Die Hamas lehnt die von Israel genehmigte Einfuhr bestimmter Waren ab und verlangt stattdessen die vollständige Aufhebung des Embargos.

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