Russen müssen mehr für Wodka brennen

9. Juni 2010, 16:20
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Der Mindestpreis für eine 0,5-Liter-Flasche des Nationalgetränks soll bis 2013 auf mehr als das Doppelte steigen

Moskau - Ernüchternder Preis-Schock für Russlands Wodka-Trinker: Der staatliche Mindestpreis für eine 0,5-Liter-Flasche des Nationalgetränks soll bis 2013 auf mehr als das Doppelte steigen. Die Regierung in Moskau stimme in Kürze über eine stufenweise Erhöhung von derzeit 89 Rubel auf 200 Rubel (rund 5,30 Euro) ab. Das sagte Vize-Finanzminister Sergej Schatalow am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax.

"Der Staat will die Leute nicht noch zum Trinken animieren", sagte Schatalow. "Die Menschen verdienen mehr als zu Sowjetzeiten, aber der Wodka-Preis ist nicht angemessen gestiegen." Als Kampfansage gegen Panscher und Schwarzbrenner hatte eine Regierungskommission vor einem halben Jahr erstmals den staatlichen Mindestpreis von 89 Rubel für die Standardflasche festgelegt.

Ärzte fürchten, dass die Russen sich bei höheren Preisen wieder vermehrt mit Industrie-Alkohol, Frostschutzmitteln oder anderen Ersatzstoffen berauschen. Im größten Land der Erde werden jedes Jahr pro Kopf durchschnittlich 14 Liter reiner Alkohol getrunken. Schon in den 1980er Jahren konnte der damalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow mit einem Verbot das Problem nicht lösen. In Russland sterben jährlich Hunderttausende an den Folgen des Alkoholkonsums. (APA)

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    Schock für Russlands Wodka-Trinker: Der Preis steigt.

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