Lauer Hypo-U-Ausschuss

9. Juni 2010, 17:12
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Ex-Vorstand Pinkl schweigt über seinen Vertrag

Klagenfurt - Zwischen seinem Einstieg als Vorstand der Hypo Alpe Adria Group 2009 und dem Abgang Franz Pinkls lagen lediglich zehn Monate. In dieser kurzen Zeit verdreifachte sich der Verlust der HAAG von 520 Millionen auf 1,85 Milliarden Euro, und die Bank musste notverstaatlicht werden. Pinkl verabschiedete sich auf Wunsch der Republik mit einer Abfertigung von rund zwei Mio. Euro. Von den früheren Eigentümern, der Bayern LB, waren ihm bei Auflösung seines Vertrages immerhin 4,5 Mio. Euro zugestanden worden, die nach einem massiven öffentlichen Aufschrei schließlich heruntergesetzt wurden. Ob er das Geld bereits erhalten hat, wollte Pinkl auch vor dem Hypo-Untersuchungsausschuss im Klagenfurter Landtag nicht beantworten. Es gebe eine Schweigevereinbarung mit der Bank. Pinkl wollte auch nicht wissen, wer seinen opulenten Vorstandsvertrag neben Bayern-LB-Chef Michael Kemmer unterschrieben hatte. Doch Pinkls Abfertigung hatte auch gar nichts mit dem eigentlichen Untersuchungsgegenstand, dem Verkauf der Hypo an die Bayern, zu tun. Seine Aufgabe sei es gewesen, die schwer strauchelnde Bank nach dem plötzlichen Ausscheiden seines Vorgängers Tilo Berlin wieder ertragreich und für potenzielle Käufer attraktiv zu machen. Ihm seien keine Verfehlungen bei der Hypo anzulasten, das alles sei vor seiner Zeit passiert, sagte Pinkl.

Es sei bereits kurz nach seinem Eintritt bei der HAAG nach dem Halbjahresabschluss 2009 ein wesentlich höherer Bedarf an Risikovorsorgen zu Tage getreten. Daraufhin habe er das Asset Screening durch PricewaterhouseCoopers mit dem Aufsichtsrats in Auftrag gegeben, aus dem schließlich der tatsächliche Kapitalbedarf der Hypo errechnet worden sei. Drei weitere Zeugen, darunter Berlin und Grawe-Vorstand Siegfried Grigg, sagten ihr Kommen ab. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.6.2010)

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