Oft Kinderwunsch und Trauma

9. Juni 2010, 15:48
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Psychologin: "Grundsätzlich ist es so, dass die handelnde Person selbst in einer Form sehr 'angegriffen' sein muss, damit so eine Entführung in die Tat umgesetzt wird"

Wien - "Natürlich haben Baby-Entführungen sehr häufig etwas mit eigenem unerfülltem Kinderwunsch zu tun. Es kann sich aber auch eine psychische Erkrankung handeln", erklärte Anita Holzinger von der Universitätsklinik für Psychiatrie am Wiener AKH.

"Grundsätzlich ist es so, dass die handelnde Person selbst in einer Form sehr 'angegriffen' sein muss, damit so eine Entführung in die Tat umgesetzt wird. Der Kinderwunsch steht im Vordergrund. Das kann auch Krankheitscharakter bekommen." "Oft kommt da noch ein traumatisierendes Ereignis in der Vergangenheit hinzu: Ein Kinderwunsch, den der Partner ablehnt oder nicht erfüllen kann. Manchmal ist es ein Schwangerschaftsabbruch, so die Expertin.

"Eigentlich werden die Entführerinnen fast immer gefunden. Sie sind meist sehr kooperativ, wenn nicht eine psychische Erkrankung im Vordergrund steht. Aber grundsätzlich halten sie den psychischen Druck nicht durch", so Holzinger. (APA)

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