Die meisten gehen gut aus

9. Juni 2010, 14:21
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Überwiegender Teil der Entführerinnen sind Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch

Wien - Baby-Entführungen verlaufen meistens glimpflich. Nach einer Studie aus dem Jahr 2000 tauchen fast alle Kinder wieder wohlbehalten auf.

Anlass der Studie war, als im Jahr 2000 am Wiener AKH ein neugeborenes Mädchen entführt wurde. Die  Experten werteten daraufhin die wissenschaftliche Literatur zu solchen Fällen aus. Fazit war auch in einer US-Studie, in der 77 Kindesentführungen analysiert wurden, dass 73 Kinder wohlbehalten 'retourniert' wurden.

Seit 1987 gab es laut Studie in den USA pro Jahr durchschnittlich 14 Baby-Entführungen. Täter sind meist Frauen, zeigte eine andere US-Studie die 145 Fälle analysierte:

  • Von 145 Tätern waren 141 Frauen (Durchschnittsalter 28 Jahre/Altersgruppe: 14 bis 48).
  • Die meisten der Täterinnen waren geschieden oder lebten in schwierigen Partner-Beziehungen.
  • Die Mehrzahl der Frauen hatte vor der Tat eine Schwangerschaft vorgetäuscht, an Gewicht zugenommen, Babykleidung (Ausstattung) gekauft oder anderen von einer Schwangerschaft erzählt.
  • Psychisch konzentrierten sich die Frauen intensiv auf das angeblich erwartete Kind, manche hatten schon eine Fehlgeburt hinter sich.
  • Bei allein stehenden Frauen als Baby-Entführerinnen war der Wunsch nach einem Kind als Partnerersatz offenbar das Hauptmotiv.
  • Einige der Entführer planten ihre Taten sehr genau, schienen aber dann auf das "Ereignis der Entführung" selbst schlecht vorbereitet zu sein. Sie gaben an, "wie im Traum gehandelt" zu haben.
  • In Kliniken traten die Täter zumeist in Spitalskleidung auf oder gaben vor, dort beschäftigt zu sein (Schwester, Ärztin).
  • In den US-Spitälern wurden die Babys zumeist während der üblichen Tagesarbeitszeit entführt.
  • Es gibt eine Häufung solcher Delikte in der Zeit zwischen Mai und Dezember. Aber bei der verhältnismäßig kleine Anzahl an analysierten Fällen muss das nicht statistisch signifikant sein.
  • Die Mehrzahl der Babys wurde unverletzt nach wenigen Tagen gefunden, manchmal noch im Spital oder in Spitalsnähe.(APA)
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