Metaller fordern weniger Arbeit, gleichen Lohn

9. Juni 2010, 13:34
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Gewerkschaft stellt sich auf Arbeitskampf ein

Wien - Die Metallergewerkschaft will bei den Kollektivvertrags-Verhandlungen im Herbst eine Arbeitszeitverkürzung und eine Reduktion der Überstunden ohne Lohneinbußen erreichen. Ein Wunsch, der von Arbeitgeberseite stets vehement abgelehnt wurde. Hingegen verlangt die Industrie eine Flexibilisierung der Arbeitszeit, was Überstunden günstiger machen würde. Somit stehen die Weichen auf Arbeitskampf, bestätigt Gewerkschaftsboss Rainer Wimmer.

"Wir wissen, dass sich die Arbeitgeber schon auf eine sehr harte Verhandlungsführung einstellen, aber wir sind dafür gerüstet. Das Thema Arbeitszeitverkürzung steht bei der Herbstlohnrunde ganz oben auf der Agenda, das wird von allen Betriebsräten geschlossen mitgetragen", betonte Wimmer, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft PRO-GE, die am Mittwoch ihren Bundesvorstand abhält.

"Auf Teufel komm' raus"

Derzeit würde die Industrie mit dem in der Wirtschaftskrise reduzierten Personalstand "Überstunden auf Teufel komm'  raus fahren", kritisierte Wimmer.`Der Bevölkerung sei aber klar, dass es nun darum gehe, bestehende Arbeitsplätze abzusichern und neue zu schaffen. "Für 2011 werden von Experten im Durchschnitt 350.000 Arbeitslose erwartet. Wenn die einen überlastet sind und Überstunden anhäufen und die anderen auf der Straße sitzen, muss man reagieren", gibt Wimmer zu bedenken.

PRO-GE vertritt die Arbeitnehmer der Metall-, Textil-, Nahrungsmittel- und Chemiebranche und hat mehr als eine viertel Million Mitglieder. Die PRO-GE verhandelt rund 140 Kollektivverträge. Diese legen fest, wie hoch die Gehaltserhöhungen für die betroffenen Arbeitnehmer im kommenden Jahr sind.

Die Metallerlohnrunde gilt dabei als richtungsweisend für andere Branchen. Die Runde startet im Oktober, schon im Vorjahr waren die Verhandlungen äußerst zäh gewesen. In der Schlussphase hatten die Arbeitgeber dann auf eine sofortige Einigung bei der Arbeitszeitflexibilisierung verzichtet, diese sollte bis zum heurigen Frühjahr nachverhandelt werden. Eine Einigung kam aber auch nach monatelangen Verhandlungen nicht zustande.

Dass sich die Arbeitgeber - die heuer unter neuer Teamführung antreten - nochmals vertrösten lassen, gilt als unwahrscheinlich. Belastend könnte auch die Wien-Wahl am 10. Oktober sein. Verliert die SPÖ massiv, könnte dies ein Weckruf für die Gewerkschaften sein, offensiver aufzutreten, so politische Beobachter.

Neben einer Arbeitszeitverkürzung ohne Lohneinbußen forderte der Bundesvorstand der PRO-GE am Mittwoch auch noch die möglichst großflächige Umwandlung von Leiharbeitsverträgen in Stammarbeitsverhältnisse. (APA)

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