"Bildungsstreik" von deutschen Schülern und Studenten geht weiter

9. Juni 2010, 13:24
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Forderung nach mehr Mitbestimmung - Bundesweite Demos in Stuttgart und Berlin geplant

Frankfurt/Main - Zehntausende Schüler und Studenten haben am Mittwoch ihren Bildungsstreik in Deutschland fortgesetzt. Mit Aktionen in rund 70 Städten wenden sie sich gegen die ihrer Ansicht nach unzumutbaren Zustände im deutschen Bildungssystem. Organisiert werden die Proteste vom Aktionsbündnis Bildungsstreik, das unter anderem von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Verdi und dem Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unterstützt wird.

Bereits bis zum Mittag seien knapp 30.000 Demonstranten unter anderem in Dortmund, Münster oder Stuttgart auf die Straße gegangen, sagte Hannah Eberle vom Aktionsbündnis am Mittwoch auf DAPD-Anfrage. Rund 70 Bündnisse hätten Demonstrationen im ganzen Bundesgebiet angemeldet. So sollen am Mittwoch noch weitere Protestaktionen in Berlin, München, Stuttgart, Frankfurt am Main und Potsdam stattfinden. Daneben sind in dieser Woche zahlreiche Bildungs- und Protestcamps, Workshops und Mahnwachen geplant.

Dritter Bildungsgipfel am Donnerstag

Bereits im vergangenen Sommer nahmen dem Aktionsbündnis zufolge bundesweit 270.000 Menschen an den Demonstrationen teil. Der Protest in diesem Jahr richtet sich vor allem gegen Gebühren im deutschen Bildungssystem und die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master. Darüber hinaus wird mehr Mitbestimmung an Schulen und Hochschulen, freier Bildungszugang für alle, Lehrmittelfreiheit und selbstbestimmtes Lernen statt starrem Zeitrahmen, Leistungs- und Konkurrenzdruck gefordert.

Im Hinblick auf den dritten Bildungsgipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel am (morgigen) Donnerstag soll zudem um 12.00 Uhr in Berlin eine Fahrraddemonstration stattfinden. Daneben sind für Samstag zwei bundesweite Demonstration unter dem Motto "Wir zahlen nicht für eure Krise" in Stuttgart und Berlin geplant, an denen sich mehr als 100 Organisationen und Initiativen wie Verdi, die globalisierungskritische Organisation Attac, die Linke sowie der DGB beteiligen wollen.(APA)

 

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