Gesamtschule

Katholische Elternvereine sehen Parallelen zu Stalin

09. Juni 2010 13:20

Gegen "Zwangskollektivierung" der Privatschulen bei Umsetzung der Gesamtschule

Wien - Parallelen zu Sowjetdiktator Josef Stalin zieht der Landesverband Katholischer Elternvereine Wien in der Diskussion um die Gesamtschule. "Exakt 55 Jahre nach Abzug der sowjetischen Truppen aus Österreich" wolle der Landesschulpräsident von Oberösterreich, Fritz Enzenhofer, "mittels staatlicher Hoheitsgewalt - sowie Schließung der Privatschulen - das ganze Land bezirksweise in Einheitsschulen zusammenfassen", hieß es in einer Aussendung mit dem Titel "Stalin wäre stolz auf uns".

Auch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) habe bereits die gleiche Idee gehabt, als sie im Sommer 2007 mit einer "Zwangskollektivierung" die Gesamtschule umsetzen habe wollen. Schon damals wäre das "Schließen von Privatschulen zur Verhinderung von 'Fluchtmöglichkeiten' renitenter Eltern" im Gespräch gewesen. Die Gesamtschule sei aus SPÖ-Sicht "die ideale Möglichkeit, mit billigen Mitteln dem eigenen Wahlvolk den Sand von 'höherer Bildung ohne Anstrengung' in die Augen zu streuen", vermutet der Landesverband - und darüber hinaus noch "billig, weil gehaltsmäßig anstatt der A-Gehaltsempfänger (AHS-Lehrer) weit günstigere B- und C-Beamte als Retorten-Pädagogen nach Schema-F am Fließband kostenschonend ausgebildet werden können".

Enzenhofer hatte zuletzt davon gesprochen, sich eine "echte und aufrichtig gemachte Gesamtschule" vorstellen zu können. Chancengerechtigkeit für jedes Kind sei aber nur dann gegeben, "wenn alle Schlupflöcher zugemacht und Tricksereien ausgeschlossen werden". Das hieße im Klartext, "dass Privatschulen und AHS-Unterstufen abgeschafft werden müssten, weil sonst Eltern, die genügend Geld oder besonders begabte Kinder haben, diese erst recht wieder in Privatschulen schicken würden".(APA)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 226
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kuonrad
15.06.2010 11:10
Enzenshofer Aussage

"dass Privatschulen und AHS-Unterstufen abgeschafft werden müssten, weil sonst Eltern, die genügend Geld oder besonders begabte Kinder haben, diese erst recht wieder in Privatschulen schicken würden"
ist doch als provokanter Scherz (oder scherzhafte Provokation) gedacht, er wollte doch nur die Absurdität dieser "Schmiedschen" Gesamtschule vor Augen führen.

Es ist unglaublich, wie viele Poster das Ernst genommen haben.

rechtsstaat
14.06.2010 12:02
Alt im Geiste

Den Katholen wäre natürlich das Gesellschaftssystem und das soziale Schulsystem des Engelbert Dollfuß viel lieber.
Doch dieses System wurde zurcht gestürzt!

PostingnameemangnitsoP
01.07.2010 16:10
zurcht gefällt mir

sonst ist nichts hinzuzufügen außer: zustimmung

drwestbahn
13.06.2010 22:28
Wie erwartet!

LSR Enzenhofer spricht sich FÜR die Gesamtschule aus. Allerdings nur wenn Privatschulen verboten werden und per Volksabstimmung verfügt wird, dass es im Großraum Linz nur mehr 5 Megaschulen gibt.

Tja, und nun hat die ÖVP endlich etwas gefunden, womit man das Stimmvieh emotionalisieren kann. Kein Mensch diskutiert mehr über Inhalte, Stammtischparolen sind wieder gefragt.

Und Herr Enzenhofer? Im Gegensatz zu anderen ÖVP Politikern, die sich seriös mit der Gesamtschule auseinandersetzen, hat er für seine Aussage bestimmt schon ein paar Schulterklopfer von höchsten Ebenen erhalten.

T. S.
 
13.06.2010 21:39

könnte jetzt bitte noch jemand einen nazi-vergleich zu diesen thema machen, dann hätten wir das ganze spektrum abgedeckt.

..

so ein kindergarten *kopfschüttel*

asinus
11.06.2010 20:24

Die Idee, das Privatschulwesen zu verstaatlichen, ist nicht neu - und immer gescheitert (wie in Frankreich z.B.). An sich ist das natürlich schwachsinnig, denn das kehrt in die Privatschulen die gleiche - teilweise - Niveaulosigkeit ein, wie sie uns jetzt im öffentlichen Schulwesen bevorsteht. Die Ideologie dahinter ist ziemlich primitiv und auch selber dümmlich.

Hairy Tongue
12.06.2010 16:09

sie machen ihrem postingnamen alle ehre. die niveaulosigkeit jener schule, welche sie besucht haben, manifestiert sich (nicht nur in ihrem deutsch) überdeutlich.

asinus
13.06.2010 05:42

Sie haben wohl Haare auf der Zunge! :-))
Haben Sie auch ein gutes Argument gegen das obige Posting?

Schreck
11.06.2010 01:09

Recht haben sie! Man darf nicht vergessen, dass Österreich ein letztes Bollwerk gegen den skandinavischen Stalinismus ist! Was glauben die eigentlich? Ganz oben am HDI, egalitäre Gesellschaften, soziale Durchlässigkeit, boomende Wirtschaften, gut ausgebildete Menschen, Transparenz.
Diese Staloauswüchse wollen wir nicht!

Hubert Ungeist
12.06.2010 17:03
Stimmt wohin gegen Mexiko

ganz am ENde ist, und erstaunlicherweise auch mit einer Gesamtschule.

Ich gebs zu
11.06.2010 08:02
Abgesehen davon, dass der Vergleich absurd ist,

kann ich die Intention ganz gut nachvollziehen. Hier geht es tatsächlich um die willkürliche Beseitigung eines elementaren Rechts.

lothar matthäus
11.06.2010 13:17
Welches "elementare Recht"


meinen Sie denn?

Shrike
10.06.2010 23:02
Zuviel Weihrauch geschnüffelt?

Was in letzter Zeit aus der katholischen Ecke kommt ist irgendwie nur mehr abstrus und gaga.

Phillip Decker
10.06.2010 22:10
Nicht ganz zutreffende Parallele

Wäre unter Stalin ein höhere kommunistischer Funktionär öffentlich für die Wiedereinführung der Privatwirtschaft eingetreten, so hätte er seinen
Standpunkt
in Sibirien seinen Mitverbannten erklären können. Bei uns dagegen gibt es nicht einmal einen öffentlichen Rüffel durch den Parteivorsitzenden- nicht für das Eintreten für die Gesamtschule-ist eben Meinungspluralismus-sondern für die Forderung, mit der Einführung der GS gleichzeitig die Privatschulen abzuschaffen.Das finde ich etwas zu tolerant-zumindest innerhalb einer halbwegs konservativ-liberalen Wertegemeinschaft!

Es gibt keine Alternative
 
10.06.2010 18:13
So ist das also!

Die Begabten werden ihrer Chancen beraubt, damit die Ausländer- und Unterschichtenkinder angeblich bessere Chancen bekommen.

Erstens: Nur weil diese Kinder dann gemeinsam unterrichtet werden, heißt dies noch lange nicht, dass die Dummen plötzlich gescheit werden. Kinder, deren Eltern schon doof sind und denen jeder Bildungshintergrund fehlt, werden nicht automatisch gescheiter, nur weil neben ihnen ein kluges Kind sitzt.

Eher ist zu erwarten, dass sich die Doofen zusammenschließen und die "Streber" hänseln und verprügeln.

Die SPÖ wünscht anscheinend, Österreich zur Hemdennäherei Chinas umzuformen.

andrasz
11.06.2010 19:16

kurzsichtiger reaktionärer unsinn den "begabte" von sich geben, nur um ihre eigene schon "erreichte" pseudoposition zu verteidigen

lothar matthäus
11.06.2010 13:23
Ihre Bildungssoziologie


in Ehren, wenn ich allerdings derlei Ausführungen höre, dann beschleicht mich das untrügliche Gefühl, dass es auch genug gebildete Idioten gibt, die bei uns frei herumlaufen!



flatus incarceratus
10.06.2010 17:54
die gesamtschule macht nur einen sinn, ja ist nur eine gesamtschule,

wenn privatschulen verboten werden, sonst haben wir zustände wie im vereinigten königreich.
als ahs-lehrer weiß ich auch, dass man die matura an privatschulen leichter bekommt (jeder insider weiß das, auch wenn es offizeill natürlich vehement dementiert wird), man will als schule ja ein erfolgreiches image aufbauen.
gut, dass jetzt tabus gebrochen werden, und das verbot von privatschulen jetzt diskutiert wird!

postet nicht nur hier rum, sondern flutet die email-accounts der politiker in diesem sinne!

Chien de Pique
10.06.2010 20:08

Und mit einem Verbot haben wir Zustände wie in der DDR. Heimunterricht müssten wir nach deutschem Vorbild (Relikt der NS-Zeit) dann auch noch verbieten und Erziehungsberechtigte als Kriminelle verfolgen (bis zu ihrer Flucht und Vertreibung in andere Länder), denn der wäre ja auch noch ein allerletztes Schlupfloch für renitente, tricksende Eltern. Die Oberschicht und namentlich unsere liebe Obrigkeit würde die eigenen Kinder natürlich dann in Internate im Ausland geben oder weiter in die internationalen Schulen, die man nicht einfach verbieten kann.
Eltern, die das nicht können, müssten aufs Land umziehen, um ihren Kindern gewisse städtische Schulen zu ersparen (wie verbieten Sie das?)

Dann noch lieber am UK orientieren als an der DDR!

Mario23
10.06.2010 16:54
Die dortigen Lehrer brauchen doch die jungen Knaben um "keusch" zu bleiben...

libera
10.06.2010 16:47

konnte man sich bei stalin auch die matura mit dem schulgeld kaufen?

René Herndl
10.06.2010 14:25
Herr Enzenhofer dürfte ...

.. eine Bildungslücke in Bezug auf den indoktrinativen Einfluß des Katholizismus in der Schule haben, ansonsten würde er nicht katholisch sein.

philidor85
10.06.2010 13:04
immer wieder diese trottelvergleiche

erst einmal damit beschäftigen wie die zwangskollekivierung in der ukraine und in russland ablief und was das für die menschen bedeutet hat...

erst dann übel der geschichte heranziehen um das zu diskreditieren was einem nicht passt

Mutter7
10.06.2010 12:35
Arm oder reich

Keine öffentliche Schule kostet Geld! warum haben dann Kinder aus armen Familien nicht die gleichen Möglichkeiten wie Kinder vermögender Eltern?
Verantwortungsvolle Lehrer werden den Eltern sicher das Richtige empfehlen(HS oder AHS).
Der Unterschied zwischen Arm und Reich hat dann Auswirkungen wenn es um Schikurse, Sportwoche, Sprachwoch, etc. geht. Jedes Jahr was anderes, jedes Jahr 400,- bis 500,- EUR extra.
Wenn es in der Gesamtschule (wg. Gleichheit) keine Schikurse mehr gibt wird sich die Tourismuswirtschaft aber sehr freuen

E. Pagliacci
10.06.2010 16:47

Das Kerngeschäft der Schule ist ncht die Zuhälterei für die Tourismusbranche.

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