US-Army setzt im Krieg auf Facebook-Skills

9. Juni 2010, 12:48
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Army-Analysten oft nicht älter als 25 - Kommunikationsfähigkeiten entscheidend im Informationskrieg

Die Technisierung des Krieges hat dazu geführt, dass Soldaten nicht mehr nur direkt an der Front agieren, sondern den Krieg vermehrt aus der Distanz führen. Im Krieg in Afghanistan und im Irak setzt das US-Militär massiv auf den Einsatz unbemannter Kampf- und Aufklärungsdrohnen, die ferngesteuert über Kilometer hinweg den Bodentruppen helfen sollen, im Kampf den Überblick zu behalten. Gleichzeitig arbeitet ein Heer von Analysten in der Heimat daran, Satellitenbilder und mitgeschnittene Gespräche auszuwerten, um die neuesten Informationen direkt an die Einsatzkräfte weitergeben zu können.

Wie die New York Times berichtet, sind diese Analysten heutzutage vielfach keine kampferprobten Veteranen mehr. Das Durchschnittsalter liege irgendwo bei Mitte 20. Allesamt sind sie mit Computern, Handys und sozialen Netzwerken aufgewachsen und verfügen damit über genau jene Fähigkeiten, die die Army im Krieg um Informationen benötigt.

Red Bull und Chats

Während Air Force-Analysten der vergangenen Generationen Techniker in Hinterzimmer waren, schreibt die NYT, arbeitet die neue Generation in Camouflage-Anzügen und Kampfstiefeln in offenen Anlagen und vier Monitoren auf jedem Schreibtisch. Große Bildschirme an den Wänden zeigen die neuesten Aufnahmen der Drohnen, Kaffee und Red Bull helfen die 12-Stunden-Schichten zu durchstehen.

Die rund 4.000 Analysten arbeiten in relativ flachen Hierarchien, um effektiver und schneller arbeiten zu können. Über Chaträume schicken sie die neuesten Informationen an die Front oder greifen auch zum Telefon, um sich mit den Soldaten kurzzuschließen. Bei der Suche nach gegnerischen Basisstationen und Verstecken nutzen sie ihr mediales Verständnis und ihre ausgeprägten Kommunkationsfertigkeiten.

Weitreichende Folgen

Wie wichtig die Entscheidungen der jungen Analysten sind, zeige sich im täglichen Einsatz. Die korrekte und schnelle Auswertungen an Informationen sorge dafür, dass Marines Anschläge rechtzeitig abwenden können. Dass nicht immer alles nach Plan läuft und Unschuldige ums Leben können, sei aber trotz feinster technischer Ausstattung nicht auszuschließen. Die Bilder des Krieges in Übersee bleiben auch in tausenden Kilometer Entfernung zurück. Nach Überstunden und Nachtschichten ende ein Tag oft nicht mit mehr als den Träumen von den Eindrücken, die man aus dem Krieg mitgenommen habe, so eine 24-jährige Analystin. (zw)

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