Wasserstoff als Dauerbrenner

9. Juni 2010, 16:44
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    foto: skarics

    Fahren mit Wasserstoff und Brennstoffzelle: Auch Kia glaubt, dass dies den übernächsten Schritt in der Evolution der Antriebstechnologien darstellt. Im Borrego FCEV arbeitet die Brennstoffzelle übrigens bereits fast lautlos.

Der koreanische Autobauer Kia präsentiert sein erstes Brennstoffzellenauto in Europa

Während dem Verbrennungsmotor noch mehrere Jahrzehnte Zukunft vorausgesagt werden und das Elektroauto an die Tür klopft (es ist halt noch zu teuer und zum Thema Reichweite kommt auch keine Euphorie auf), wird andernorts längst am nächsten Technologieschub gearbeitet, und zwar mit mehr Nachdruck als man gemeinhin vermuten würde: Das Stichwort lautet Wasserstoff, das bevorzugte Antriebsaggregat in diesem Konnex heißt Brennstoffzelle.

Am wenigsten hätten wir eine massive Initiative in dieser Richtung von den Koreanern erwartet, immerhin hat man vor kurzem noch darum gekämpft, wenigstens bei den herkömmlichen Autos den technologischen Anschluss an Europa zu schaffen. Doch so schnell dreht sich die Welt. In elektrischen und elektronischen Dingen ist Korea längst vorn dabei (Samsung etc.). Das erklärt natürlich auch, wie souverän man mit dem Thema Brennstoffzelle umgeht. Denn: Das Brennstoffzellenauto ist im Wesentlichen ein Elektroauto. Die Brennstoffzelle funktioniert ja wie eine Batterie, nur dass sie nicht mit Strom aufgeladen, sondern mit einer frischen Flüssigkeit befüllt wird, im Anwendungsfall Automobil vorzugsweise mit Wasserstoff.

So durften wir kürzlich einen Kia Borrego FCEV durch eine Industriezone in Frankfurt lenken. Dass es sich dabei um die US-Version eines SUVs handelte, tut nichts zur Sache. Das Fahrgefühl entsprach ganz einem E-Auto. Im Gegensatz zu früheren Erlebnissen arbeitete hier die Brennstoffzelle praktisch lautlos, ohne hörbares Kompressorgeräusch. Die Dynamik erfüllt alle Erwartungen, der Komfort ist tadellos, es dominieren Roll- und Windgeräusche durch Wegfall des benzinmotorischen Verbrennungsgeräuschs.

Ein direkter Vergleich muss also eher mit dem Elektroauto gezogen werden. Hier hat die Brennstoffzelle den Vorteil einer größeren Reichweite. Als grobe Richtwerte könnte man sagen: Bei normalen Drucktanks mit 350 bar ergibt sich eine etwa doppelte Reichweite (200 km), mit speziellen Drucktanks (700 bar) kommt man sogar an Reichweiten benzinbetriebener Autos heran.

Das ist auch der springende Punkt, warum auf Wasserstoff so viele Hoffnungen ruhen: Er ist das einzige nicht kohlenwasserstoffhältige Medium, das als Energieträger den Erdölprodukten nahekommt. Übrigens: Bei einer avisierten Stückzahl von 10.000 könnte Kia dieses Fahrzeug ab 2015 um 50.000 Euro anbieten, ohne Steuern, versteht sich. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/04.06.2010)

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19 Postings
Stefan Weilhartner
 
00
16.10.2010, 20:52
Bei dem Preis

werde sie sich die Dinger selbst abkaufen müssen damit sie die Stückzahlen erreichen. Was hat ein Serienmodell für einen Sinn wenn es unwirtschaftlich bis zum Abwinken ist?
Die Wasserstofftechnologie ist ein interessates Forschungsumfeld, die Akkutechnologie hat derzeit aber die Nase vorne und das wird sich in den nächsten 10 Jahren vermutlich nicht ändern. Schließlich ist das im Hybrid schon länger Serie. Die Forschritte in der Akkutechnologie für beim Hybrid zum Pluginhybrid und mit den Entwicklungsjahren wächst er Akku und der Verbrenner im Hybrid schrumpft zum Rangeextender.

randolf
00
10.6.2010, 12:37
Ja ja

Ah nur 50.000 Euronen ohne Steuern. Oder ein Audi A4 mit Sprit für 200.000 km- ähm mit Stueren...

Stahl_____666
10
10.6.2010, 09:26
.

Nicht schon wieder das Wasserstoff-Geschichterl!

Und wenn dann bitte dazuschreiben, daß der Wasserstoff natürlich mit Sonnenenergie aus Wasser hergestellt wird damit jeder weiß, daß Aschenputtel ihren Märchenprinzen gefunden hat.

-blos so-
02
10.6.2010, 12:34
auch wenn es jetzt nicht vernünftig machbar ist

so heißt das nicht, daß nicht in ein paar Jahren eine vernünftige Technologie dafür zur Verfügung steht...

zB Solarkraftwerke in der Wüste produzieren Wasserstoff... oder vielleicht funktioniert der Fusionsreaktor in Frankreich tatsächlich mal richtig...

also nur nicht zu früh verteufeln nur weil man es sich jetzt nicht nicht realisieren kann - sonst führen sie jeden technischen Fortschritt ad absurdum...

besser als Akku's wird's wohl potentiell sein...

WBR
02
11.6.2010, 07:35
Vorteile der Brennstoffzelle gegenüber Akkus?

Die schnelle Betankbarkeit. Sonst noch etwas?
Akkus sind schwer. Leistungsfähige Brennstoffzellen und Drucktanks auch.
Akkus altern und lassen nach. Brennstoffzellen auch.
Gute Akkus sind teuer. Brennstoffzellen auch.
Man braucht für Akkus teilweise eher seltene Metalle. Für Brennstoffzellen auch: Platin als Katalysator, ein Grund für ihren hohen Preis.
Akkus sind empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen wie z.B. Kälte. Brennstoffzellen auch.
Gute Akkus geben 90 Prozent der reingesteckten Energie wieder zurück (oder sogar mehr). Brennstoffzellen etwa 40 Prozent.

Forschung ist auf jeden Fall eine gute Sache, besonders was die H2-Herstellung angeht.
Ich wollte nur dieses "besser als Akkus" nicht unkommentiert stehenlassen.

al vvi
02
10.6.2010, 18:47

Das Problem ist nicht die Machbarkeit, die Lagerung, od. Technologie etc. Basierend auf einer DOE Studie war bereits 2004 Hydrogen aus Windkraft selbst unter den kostenguenstigen US bedingungen billiger herzustellen als heute eine Gal. Benzin kostet. Basierend darauf hat mein Studio eine Anlage entworfen mit dem wir in der Lage sind den Preis nochmals ueber 50% zu reduzieren. Die Einreichung beim Klimafond wurde abgelehnt, weil man die Interessen des Verbundes vertritt, welcher Profit mit importierten Atomstrom machen muss. Das Projekt wird im Ausland verfolgt da in Oesterreich Kleinkariertheit und die Eurozecken regieren. Mit unserem Projekt haetten wir das Erreichen der Klimaziele und eine Energieeigenversorgung Oesterreichs garantiert.

Nadann Weitweg
00
11.6.2010, 15:47
Grisu der kleine Drache
01
10.6.2010, 15:01

Wasserstoff ist weitaus schwieriger in der Handhabung als elektrische Energie. Elektrolyse, Lagerung, Transport und Einsatz (Brennstoffzellen) von H2 sind mit erheblichen Verlusten verbunden.

Insbesondere bei Solarkraftwerken in der Sahara ist der Energietransport via Hochspannungsleitung (HGÜ) weitaus effizienter als bei Wasserstoff mittels Pipeline.

Natürlich soll man alles erforschen, aber ich glaube, Wasserstoff wird nur in Nischen verwendet werden. Hauptenergieform wird elektrische Energie sein.

Nadann Weitweg
00
11.6.2010, 16:12
WBR
11
10.6.2010, 07:25
Schon wieder Wasserstoff?

Die Brennstoffzelle wird also mit "einer frischen Flüssigkeit befüllt"?
Falls damit flüssiger Wasserstoff gemeint war: Besser nicht, damit hätte man das teure Stück ruiniert.
Die Reichweite ist eigentlich relativ unbegrenzt, wenn man den Tanks entsprechend Platz und Gewicht (etwa 50 kg/kg H2 bei Stahl) zugesteht.
Und weil ich es hier schon zum zweiten Mal lese: Ethanol und Methanol sind keine Kohlenwasserstoffe.
"Kohlenstoffhaltig" wäre das richtige Wort.
Und natürlich, wie immer meine Anmerkung zum Wirkungsgrad von Brennstoffzellen: Etwa 40 Prozent. Zusammen mit H2-Herstellung durch Elektrolyse ist das im Vergleich zum Batterieauto eine extrem ineffiziente Sache.



Thralia
00
10.6.2010, 08:07
Auszug Linde HP

Wasserstoff-Tankstellen - flüssiger Wasserstoff LH2
Linde

LH2-Tankstellen sind heute praktisch Standard bei allen Fahrzeugherstellern, die Projekte mit flüssigem Wasserstoff verfolgen. Das einzigartige Tankstutzensystem erlaubt es, die -254°C kalte Flüssigkeit ohne Vereisung in den Fahrzeugtank zu füllen. Befülldauer und -frequenz ähneln denen heutiger Tankstellen.

WBR
01
10.6.2010, 08:54
Tank, nicht Brennstoffzelle

Schon klar. Der Flüssigwasserstoff wird aber in den Isoliertank gefüllt, nicht in die Brennstoffzelle.
In die Brennstoffzelle kommt natürlich gasförmiger Wasserstoff, möglichst nicht kalt, denn Kälte mögen Brennstoffzellen ebensowenig wie Batterien.
Schließlich sollen ja chemische Reaktionen darin ablaufen - Und diese werden durch Kälte gebremst.

Thralia
00
10.6.2010, 15:27
Danke für die Aufklärung :)

Ich hab mich dabei mehr auf ihre Aussage, das Foto und auf die Linde-HP bezogen, als auf die unglücklich gewählte Formulierung im Text. Dass sie mit ihrer Kritik nur die Formulierung im Artikel meinten, war mir da noch etwas unklar ;) Memo an mich: genauer lesen

-blos so-
00
10.6.2010, 12:40
jetzt wirds pingelig

natürlich in den Tank... man kann's auch mit dem Klug-Sch*** übertreiben :/

E. Laserstrahl
50
"Zukunft Elektroauto"

Das reine Elektroauto wird sich schlussendlich durchsetzen."Zukunft Elektroauto" ein interessantes Buch über Elektrofahrzeuge..www.stirlingmotoren.at

tossi namas
10
10.6.2010, 12:06
Sie sind ja ein Optimist

Der Stirlingmotor wurde schon 1816 erfunden. Ist also viel älter als der Otto-,Diesel- oder Elektomotor.

Und er hat sich trotzdem noch nirgends durchgesetzt.

Das wird auch so schnell nicht passieren, denn er hat ja auch erhebliche Nachteile. Vgl. Wirkungsgrad, Leistungsregelung, Wärmeübertragung, etc.

Gerhard Hofegger
00
26.7.2010, 08:03

Ja sicher, nur daran sind einzig und alleine diverse Lobbyisten der Wirtschaft und Ölkonzerne Schuld. Alles ist ein von der Wirtschaft gewollter Effekt und wird von ganz wenigen gesteuert. Entspricht man deren Vorstellungen nicht wird man ausgeschaltet.
Technisch wäre alles schon lange möglich.

orso minore
00
10.6.2010, 10:53

Warum haben Sie denn so schlechte Rezensionen auf Amazon? Das mit der Vanity Press haben Sie sich wohl lukrativer vorgestellt, oder?

Heavyweather
01

Ist eh ein EV du Spammer.
...aber das bestätigt nur meine Vermutung dass du gar keine Artikel liest.

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