Strafe für Abgabe von Gewalt-Videos an Minderjährige

18. April 2003, 18:01
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US-Bundesstaat Washington: Mindestens 500 Dollar Bußgeld für Verkauf oder Verleih

Der US-Bundesstaat Washington wird in Zukunft gegen den Verkauf von gewaltverherrlichenden PC-Spielen vorgehen. Die Gesetzesvorlage, die von republikanischen Abgeordneten eingebracht wurde, wurde gestern, Donnerstag, im Senat verabschiedet, berichtet die Seattle Times. Demnach soll bei Zuwiderhandeln eine Strafe von 500 Dollar verhängt werden. Das Gesetz muss noch vom Gouverneur des Staates Washington unterfertigt werden.

Hintergrund

Der Verkauf von Videospielen unterliegt in den USA keiner staatlichen Reglementierung. Die republikanische Abgeordnete Mary Lou Dickerson hatte verschiedene PC-Spiele-Hersteller um Selbstbestimmung einer Altersgrenze ersucht. Dies wäre einer freiwilligenden Selbstverpflichtung gleichgekommen. Die meisten Hersteller sind dieser Aufforderung nicht nachgekommen, daher schritt die Politikerin mit den Abgeordneten zur Aktion und verabschiedete das Gesetz.

Kritik

Harsche Kritik kam bereits kurz nach der Vorstellung des Gesetzesentwurfes: Der durchschnittliche PC-Spieler ist 28 Jahre alt, in 83 Prozent aller Fälle ist ein Erwachsener beim Spielen mit dabei, nur 15 Prozent der Kinder kaufen ihre Spiele selbst. Daher sei der Vorwand, dass dieses Gesetz etwas bewirke, relativ schnell und einfach zu entkräften, argumentiert die Seattle Times. Die Abgeordnete Dickerson sei zwar in ihrer Karriere als Sozialarbeiterin mit Kindern, die gefährdet sind, in Berührung gekommen. Eine Studie aus dem Jahr 2000 bekräftigte allerdings, dass es keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen realer Gewalt und der Gewalt in Videos gebe. (pte)

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