Styrian Spirit klagt AUA

18. April 2003, 16:21
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Regional-Airline fühlt sich von Low-Budget-Tarifen direkt angegriffen

Graz - Die steirische Regionalfluglinie Styrian Spirit hat am Dienstag dieser Woche beim Handelsgericht eine Klage gegen die Austrian Airlines-Gruppe (AUA) wegen Wettbewerbsstörung eingebracht. Dies teilte am Freitag der Styrian-Geschäftsführer Otmar Lenz gegenüber der APA mit. Grund sei laut Lenz die Nichteinhaltung von Verpflichtungen bei den Tarifen, "die die AUA freiwillig gegenüber der EU-Kommission erklärt hat". Seitens der AUA hieß es in einer Pressemitteilung, der Vorwurf entbehre "jeder Grundlage", man halte sich an die Wettbewerbsbestimmungen.

"Die AUA hat den 110-Euro-Tarif ab Graz nach allen deutschen Destinationen in erster Linie deshalb eingeführt, um uns zu ärgern", so Lenz zur APA. Dieser Ticketpreis sei "nichts anderes als der Versuch, Styrian Spirit vom Markt zu verdrängen und damit wieder eine Monopolsituation zu schaffen", meinte Lenz. Die Styrian-Preise zu unterbieten wäre der AUA nur gestattet, "wenn sie diese Tarife auch gleichmäßig auf anderen von ihr betriebenen Deutschlandstrecken anbieten würde. Dies ist nachweislich nicht der Fall", sagte der Styrian-Geschäftsführer. Die Austrian Airlines hätten sich gegenüber der EU-Kommission freiwillig zur Einhaltung verschiedener Verpflichtungen in Bezug auf Tarife verpflichtet.

"Nicht wieder zu einer Monopolsituation"

Die AUA-Gruppe biete den 110-Euro-Tarif "primär auf unseren Strecken an, nicht auf allen nach Deutschland", so Lenz. Auf anderen Strecken, wie beispielsweise Wien-Hannover, würden meist nur zu Zeiten die günstigen Tarife angeboten, die für den Business-Passagier, auf den diese Linien ja vorwiegend ausgerichtet sind, gänzlich uninteressant sind. Für die Styrian sei es entscheidend, "dass es nicht wieder zu einer Monopolsituation kommt".

Die Austrian-Gruppe wehrt sich gegen diese Vorwürfe: Man halte sich sowohl an die nationalen als auch internationalen Bestimmungen des Wettbewerbsrechts und "selbstverständlich auch an die Auflagen, die im Zusammenhang mit der am 5. Juli 2002 von der EU-Wettbewerbsbehörde erhaltenen Freistellung der Kooperation mit Lufthansa, erteilt wurden", hieß es in der Aussendung. Styrian wolle "auf dem Rechtsweg durchsetzen, dass die AUA ihre Angebote nach Deutschland in Zukunft nur mehr ab 185 Euro anbieten solle, was einer rund 70-prozentigen Preiserhöhung gegenüber den Flugreisen ab 110 Euro gleichkomme. Das steirische Unternehmen wolle damit nur von seien Startschwierigkeiten ablenken, so die AUA.

Lenz meinte, von einer "Klage auf Preiserhöhung" könne keine Rede sein, da der AUA-Tarif nach Deutschland zumeist im 1.000-Euro-Bereich gelegen sei und der "ab 110 Euro-Tarif kaum zum Tragen kommt, was wir auch belegen können." Zum zunehmend rauen Ton zwischen den beiden Fluggesellschaften meinte Lenz: "Wir hatten das ja nicht vor", aber die AUA habe just vor dem Marktstart der Styrian ihre Preise auf den betroffenen Strecken gesenkt.(APA)

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