Satellitennavigation für Europa

18. April 2003, 12:29
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GNSS-Tagung kommt nach Graz - "Galileo"-System und alternative terrestrische Radionavigation als Schwerpunkte

Die Steuerung und Überwachung von Flugzeugen und Hochseeschiffen oder auch des Straßen- und Schienenverkehrs sind heute ohne die Anwendung von Satellitennavigation nahezu undenkbar. Der aktuellen Stand des europäischen Entwicklungsprogramms "Galileo", mit dem das bisherige de facto-Monopol durch den Einsatz des GPS-Systems gebrochen werden soll, ist einer der Schwerpunkte der internationalen Konferenz "GNSS" ( Globale Navigations-Satelliten-Systeme), die ab dem 22. April in Graz stattfinden wird.

Partnerschaft

Die viertägige Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft der European Group of Institutes of Navigation (EUGIN) und wird vom Österreichischen Verein für Navigation organisiert. Erwartet werden rund 500 Teilnehmer, unter ihnen Vertreter der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der Europäischen Kommission, die mit "Galileo" ihr erstes gemeinsames Raumfahrtprojekt verwirklichen. Konferenzort ist der Grazer Congress.

Privat

"Galileo zielt als rein ziviles System auf Massenanwendungen der Satellitennavigation im privaten, im geschäftlichen und im sicherheitstechnischen Umfeld ab. Im Gegensatz zum GPS der Amerikaner soll das System von ziviler und nicht von militärischer Seite betrieben werden", so Günther Abwerzger, der Grazer Organisator des Kongresses. Die geplanten 30 Satelliten des Systems sollen in einer Höhe von rund 23.000 Kilometern die Erde umlaufen. Sie strahlen höchst genaue Zeitsignale aus, anhand derer letztlich jedermann mit einem Empfangsgerät seinen Standort bzw. den eines bewegten oder unbewegten Objektes auf den Meter genau bestimmen können soll.

Bei der Konferenz wird das Augenmerk vor allem auf den aktuellen Stand wie auch zukünftige Entwicklungen von Navigationssystemen mit dem Schwerpunkt "Galileo" gelegt. In den vergangenen Jahren wurden aber auch verschiedene Verfahren und Methoden entwickelt, die teilweise noch auf Globale Navigations-Satelliten-Systeme (GNSS) zurückgreifen, teils aber auch unabhängig davon agieren.

Einsatzmöglichkeiten

So sind beispielsweise in der Fußgängernavigation - u.a. für Blinde oder bei Stadtführungen - und im Bereich des Road-Pricing oder auch auf der Ebene der Indoor-Navigation Satellitennavigationsverfahren nur bedingt anwendbar, weil starke Abschattungen der Signale auftreten. In Graz wird u. a. die Integration von GNSS und dem terrestrischen Radionavigationssystem LORAN-C zur Sprache kommen. Eines dieser Projekte ist auch das EU-finanzierte GLORIA (GNSS and LORAN in Road and Rail Application), an dem die Grazer Forscher selbst beteiligt waren und sich mit der Entwicklung von europaweit kompatiblen Empfängern für den Eisenbahn- und Straßenverkehrsbereich beschäftigen. (APA)

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GNSS

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