Allheilmittel Cannabis für Parkinson-Patienten

3. Dezember 2004, 21:56
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Britische Wissenschafter wollen mit der Hanf-Pflanze dyskinetische Bewegungen eindämmen

London/Wien - Kann Cannabis die schwerwiegenden Nebenwirkungen von Parkinson-Medikamenten lindern? Dieser Frage gehen jetzt Wissenschafter der Peninsula Medical School in Großbritannien in einer systematischen Studie nach. Bisher gibt es vereinzelte Hinweise, dass sich der vor allem als Suchtgift bekannt gewordene Stoff positiv auf das Befinden von Parkinson-Patienten auswirken kann, aber keine Langzeitstudien.

Gegen Dyskinesien

Bei der Parkinson'schen Krankheit kommt es zu einem Mangel des Nervenbotenstoffs Dopamin, dies ist unter anderem mit starken Bewegungseinschränkungen verbunden. Um den Mangel auszugleichen, wird das Dopamin medikamentös ersetzt. Dies führt allerdings zu unangenehmen Nebenerscheinungen wie bisweilen heftige, unkontrollierte Bewegungen, so genannte Dyskinesien.

Forschungen haben gezeigt, dass in jener Hirnregion, in der die Dyskinesien entstehen, viele Rezeptoren vorhanden sind, die auf Cannabis ansprechen. Tatsächlich wurden auch schon mit einzelnen Stoffen, die an die Cannabis-Rezeptoren andocken, eine Linderung der unkontrollierten Bewegungen erzielt. Nun soll die Langzeitwirkung mit Cannabis als Medikament an 24 Patienten erforscht werden. (APA)

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