Marchegg begrüßt den hundertsten Storch

18. April 2003, 21:29
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In der größten baumbrütenden Storchenkolonie Mitteleuropas haben sich rund fünfzig Paare eingefunden

Marchegg - Der 100. Storch ist am Freitag im WWF-Schutzgebiet Marchegg gelandet. In der größten baumbrütenden Storchenkolonie Mitteleuropas haben sich in den vergangenen Wochen rund fünfzig Paare eingefunden. Die Schätzungen über den diesjährigen Bruterfolg halten sich jedoch in Grenzen. Denn auf Grund bestehender Trockenheit und einiger Kälteeinbrüche gibt es zu wenig Futter für die Tiere. "Weniger Nahrung heißt weniger Eier, also weniger Nachwuchs," rechnet WWF-Auenökologe Ulrich Eichelmann vor.

Heuer später dran

Meister Adebar war heuer überhaupt ein bisschen später dran als sonst. Bei winterlichen Bedingungen legen die Zugvögel während ihrer Reise nämlich eine Pause ein und warten auf Wetterbesserung. Störche, die bis zum 20. April ihren Horst bezogen haben, brüten in der Regel erfolgreich. Nachfolgende nisten noch, doch ist ihre Erfolgsquote gering. Altvögel, die nach dem 1. Mai kommen, beziehen zwar einen Horst oder bauen sich einen, doch legen sie in der Regel keine Eier mehr. Dafür bliebe bis zur "Abreise" nach Afrika keine Zeit mehr.

Trockenheit im Osten

Ein weiteres Indiz für geringeren Storchennachwuchs ist die Trockenheit im Osten Österreichs. Die March konnte die umliegenden Auen - sie stellen die wichtigsten Nahrungsquellen der Störche dar- nicht überschwemmen. Anfang Mai werden die ersten Jungen schlüpfen. Bereits ein Monat später werden diese flügge und ziehen Ende Juli Richtung Afrika. Die Eltern dieser jungen Marchegg-Störche folgen nach einer kurzen Erholungsphase von der Aufzucht ca. zwei Wochen später nach. (APA)

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