Südtirol: Streit um Italienischunterricht für Erstklassler

18. April 2003, 12:09
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Union für Südtirol dagegen: Die Muttersprache sei das "wichtigste Merkmal der Eigenheit und Identität eines Volkes

Bozen - Gegen die Vorverlegung des Italienischunterrichts in die erste Klasse Grundschule hat sich die Union für Südtirol am Freitag erneut ausgesprochen. Die Südtiroler Volkspartei (SVP) hatte kürzlich beschlossen, dass "Spielerischer Italienischunterricht" für die Erstklassler möglich werden soll.

Den Unterricht bereits in der ersten Klasse abzuhalten, komme "einem Dammbruch in der Bildungs- und Schulpolitik unseres Landes" gleich, sagten die Vertreter der Union bei einer Pressekonferenz in Bozen. Diese Bildungs- und Schulpolitik habe "die Erhaltung und Stärkung unserer Identität" stets als Hauptaufgaben gesehen.

Es sei richtig, dass die Vermischung nicht so groß sei, wenn Sprachen richtig beherrscht werden. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung werde aber in mehreren Sprachen ein hohes Niveau erreichen. Vor allem Elternteile aus sozial schwächeren Schichten könnten ihren Kindern nicht immer die Grundlagen ihrer Muttersprache vermitteln. Dies müsste daher in der Schule passieren, ansonsten komme es zu "Halbsprachigkeit", hieß es bei dem Medientermin. Wichtig sei daher, "dass die Allgemeinheit eine Sprache, die Muttersprache, richtig beherrscht".

Die Muttersprache sei das "wichtigste Merkmal der Eigenheit und Identität eines Volkes". Den meisten Südtirolern sei die "schleichende Italienisierung ihrer Sprache" nicht bewusst. Mit dem Beginn des Italienischunterrichts in der ersten Volksschulklasse würde den Kindern nicht mehr die "natürlich muttersprachliche, sondern die italienische Realität" vermittelt.(APA)

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