US-PC-Hersteller Gateway weitet Verlust aus

18. April 2003, 11:18
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Umsatz im 1. Quartal um 15 Prozent eingebrochen

Der US-Hersteller Gateway hat im ersten Quartal 2003 seine Verluste stark ausgeweitet. Das Minus betrug 197,7 Millionen Dollar nach 123,3 Millionen Dollar im Vorjahr, teilte das Unternehmen in der Nacht auf heute, Freitag, mit. Auch der Umsatz brach um 15 Prozent, von 992,2 Millionen Dollar im Vorjahr auf 844,5 Millionen Dollar ein. Hauptverantwortlich für das hohe Minus waren einmalige Restrukturierungskosten in der Höhe von 78 Millionen Dollar und die nach wie vor schleppende Nachfrage nach PCs.

Prognose

"Unsere Performance im ersten Quartal war vom schwachen ökonomischen Umfeld und unserem Shift zu höherwertigen Produkten und Services geprägt", so Gateway-CEO Ted Waitt. Im Berichtszeitraum wurden insgesamt 506.000 PCs verkauft, im Vergleich zum vierten Quartal des Vorjahres ein Minus von 30 Prozent und verglichen mit Q1 2002 ein Rückgang von 22 Prozent. Die Umsätze des Service- und Nicht-PC-Bereiches trugen 24 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Im Vorquartal machte dieser Anteil noch 17 Prozent aus, vor einem Jahr 20 Prozent. Die Prognosen für das Gesamtjahr blieben aufrecht.

Falschbuchungen

Gateway war erst vor kurzem in die Schlagzeilen geraten, nachdem bekannt wurde, dass der Konzern für die Jahre 2000 und 2001 Umsätze in der Höhe von fast 500 Millionen Dollar falsch verbucht hat. Die Einnahmen für 2000 werden um 340 Millionen Dollar, für das Jahr 2001 um 130 Millionen Dollar gesenkt. Der Kern der Bilanzfälschung war die unsaubere Verbuchung von AOL-Gebühren. Gateway hatte als Zugabe zu seinen Computern einen zwölfmonatigen kostenlosen Internetzugang über AOL angeboten. Erst vor kurzem, Mitte März, hatte Gateway die Streichung von 1.900 Stellen angekündigt. Das entspricht 17 Prozent der gesamten Belegschaft. Die Entlassungen sind Teil eines 400 Millionen-Dollar-Einsparungsprogramms, das den US-Computerhersteller wieder auf Vordermann bringen soll. (pte)

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