Belgrad stellt Auslieferungsantrag für mutmaßlichen Arkan-Mörder

18. April 2003, 10:57
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Wird noch am Freitag dem Außenministerium übergeben - "Rasche Antwort" erwartet

Wien - Belgrad wird noch heute, Freitag, bei den österreichischen Behörden den Auslieferungsantrag für den mutmaßlichen Mörders des Belgrader Mafia-Bosses und serbischen Milizenführers Zeljko Raznatovic "Arkan", Dragan Nikolic, stellen. Wie aus der Botschaft Serbien-Montenegros in Wien verlautete, werde der Antrag noch im Laufe des Nachmittags im Außenministerium übergeben. Auch erwarte Belgrad eine "rasche Antwort", hieß es.

Zulässigkeit des Auslieferungsantrages vom Oberlandesgericht Wien entschieden

Ob es tatsächlich zur Auslieferung kommen wird, ist ungewiss. Nikolic - genannt "Gagi" - ist in Österreich nämlich nicht auf Grund des internationalen, sondern eines nationalen Haftbefehls festgenommen worden. Er steht unter Verdacht, mehrere Einbrüche verübt zu haben. Gegen Nikolic wurde bereits die Untersuchungshaft verhängt. Über die Zulässigkeit des Auslieferungsantrags entscheidet das Oberlandesgericht Wien. Sollte der Antrag für zulässig erklärt werden, liegt es im Ermessensbereich des Justizministers, der Auslieferung zuzustimmen oder sie abzulehnen.

Von Belgrader Gericht zu 15 Jahren Haft verurteilt

Nikolic ist am Dienstagabend von Zielfahndern des Bundeskriminalamtes und Polizeibeamten in einer Wiener Wohnung festgenommen worden. Von einem Belgrader Gericht wurde er im Oktober 2001 in Abwesenheit wegen Beihilfe zum Mord an Arkan zu 15 Jahren Haft verurteilt. Arkan war am 15. Jänner 2000 im Belgrader Hotel Intercontinental erschossen worden. Mit seinen Milizen ("Arkan-Tiger") soll er während der Balkan-Kriege zahlreiche Kriegsverbrechen begangen haben.(APA)

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