Irak-Kämpfer angeblich in syrischen Lagern ausgebildet

18. April 2003, 11:55
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Italienische Justizkreise: El Kaida-Verbindungen möglich - Keine Hinweise auf Verwicklung der syrischen Regierung

Mailand - Syrien hat nach Angaben italienischer Justizkreise als Ausbildungsort für Extremisten gedient, die sich im Nordirak einer Gruppe mit Verbindungen zur radikal-islamischen Organisation El Kaida anschlossen. Die Extremisten seien in Deutschland und Italien angeworben worden und in syrischen Lagern zu Kämpfern ausgebildet worden, verlautete am Donnerstag. Danach seien die Kämpfer zu der Gruppe Ansar el Islam gestoßen, die bis vor kurzem einen Teil Nordiraks kontrolliert hatte, bevor kurdische und verbündete US-Truppen die Gruppe im Irak-Krieg auflösten.

Die Angaben aus den Justizkreisen gewinnen vor dem Hintergrund an Brisanz, dass die USA Syrien vorwerfen, Extremisten zu fördern und chemische Waffen zu entwickeln. Syrien hat die US-Kritik zurückgewiesen.

"Gewisse Duldung"

Aus den Justizkreisen verlautete, die Informationen seien im Rahmen einer Untersuchung über mutmaßliche Extremistenzellen beim Abhören von Telefonaten gewonnen worden. Dabei hätten sich keine Hinweise darauf ergeben, dass syrische Regierungsstellen in die Aktion verwickelt gewesen seien. Doch könne man hypothetisch von einer "gewissen Duldung" ausgehen. Bei zwei Razzien in diesem Monat hatte die italienische Polizei sieben Männer festgenommen, die Verbindungen zu Ansar el Islam und El Kaida haben sollen.

Der 210 Seiten starke vorläufige Untersuchungsbericht, umfasst Abschriften von abgehörten Telefonaten zwischen Anwerbern in Italien und Deutschland und einem militanten Personenkreis in Syrien. In einem Telefonat sagt einer der in Italien jüngst festgenommenen Männer: "Diese Woche werden Ihre Gäste eintreffen". Die Stimme am anderen Ende der Leitung antwortet: "Ich möchte Leute, die gewieft und für Entführungen vorbereitet sind." (APA/Reuters)

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