Wie bekommt man Anwendungen auf 1000 PCs?

17. April 2003, 21:00
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Die neue "Blue Base" von IBM fasst vielfältige Programme zu einem Baukasten für Benutzer zusammen

Eine von IBM in Wien entwickelten Software soll das Verwalten von heterogenen Windows-Netzwerken, die über viele Jahre aus vielen unterschiedlichen Geräten gewachsen sind, einfacher machen, ohne die Benutzer alle über einen "Kamm" gemeinsamer Programme und Einstellungen zu scheren oder die verwendete Hardware auf einzelne Hersteller beschränken zu müssen.

Wie bekommt man Anwendungen auf 1000 PCs?

Viele mittelgroße bis große Firmen haben "ihre EDV" nicht so gut im Griff, wie sie sollten. Wie bekommt man Anwendungen auf 1000 PCs? Die weit verbreitete Realität ist die Turnschuhverteilung", beschreibt Gerhard Strobl, der bei IBM Österreich für das weltweite Marketing des "Blue Base" genannten Produkts zuständig ist. "Das geht bei kleinen Firmen, aber nicht bei großen Unternehmen, oder wenn unterschiedliche Rollen von Mitarbeitern unterschiedliche Hard- und Software erfordert."

Häufig würden aber IT-Administratoren eigenhändig dafür sorgen, dass bei jedem PC im Betrieb die jeweils nötige Software aufgespielt und individuell konfiguriert wird, zeigen die Erfahrungen von IBM - auch im eigenen Bereich.

Standardplattform

Blue Base fasst alle Windows-Betriebssysteme und Programme, die im jeweiligen Unternehmen verwendet werden, zu einer Standardplattform zusammen, ähnlich einem großen Baukasten, aus dem dann der einzelne Mitarbeiter das auswählen kann, was er braucht (und darf). Dabei wird auch die Verträglichkeit der einzelnen Programme zueinander abgetestet und Konflikte beseitigt; was letztlich am Arbeitsplatz individuell ausgewählt wird, hat diese Probe bereits bestanden und sollte problemlos funktionieren. Der große Vorteil: Blue Base ist herstellerunabhängig - es kann also weiterhin eine breite Palette von Hardware verwendet oder auch unterschiedliche Sprachen in mehreren Ländern installiert werden.

Schleichende Updates

Und statt auf einem Schlag alle Geräte aufwändig auf den neuen Stand zu bringen, kann das Netzwerk mit jeder neuen Maschine, die in Betrieb geht, "schleichend ausgerollt werden, bis irgendwann alles auf der gemeinsamen Basis ist", sagt Strobl.

Blue Base sei von "100 bis 100.000 PCs und fünf bis 5000 Servern" geeignet und kostet pro PC zehn Euro, pro Server 100 Euro - mindestens aber 5000 Euro. "Die einheitliche Plattform bringt den Unternehmen Kostenvorteile", sagt Katzenschlager, da der Wartungsaufwand für die einzelnen Geräte stark sinkt. Es sei die Art von Produkt, die "eher bei Firmenchefs das Herz zum Klopfen bringt als bei den technischen Leitern" - weil diese im Ende weniger zum "Basteln" hätten. (Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe 18. April 2003)

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